Winterwetter in Bayern und BW
: Schulen geschlossen, Zugausfälle, Stürme und Neuschnee im Anmarsch

In vielen Teilen Bayerns und Norddeutschlands sollen Schüler wegen des Winterwetters daheimbleiben. Der Bahnverkehr ist ebenfalls beeinträchtigt – auch in Baden-Württemberg.
Von
Isabelle Jahn,
dpa
München
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Stürme, Schnee, Glatteis: Das Winterwetter bringt auch in Baden-Württemberg einiges durcheinander.

Stürme, Schnee, Glatteis: Das Winterwetter bringt auch in Baden-Württemberg einiges durcheinander.

Sina Schuldt, Stephan Jansen, Christian Charisius (alle dpa)
  • Winterwetter führt zu Unterrichtsausfällen in Bayern; 18 Kreise betroffen, Distanzunterricht möglich.
  • Stürme und Schnee: In Baden-Württemberg bleibt Lage vorerst ruhig, könnte sich aber verschärfen.
  • Zahlreiche Unfälle in Bayern wegen Glätte; zwei Tote bei Frontalzusammenstoß im Landkreis Dingolfing-Landau.
  • Bahn stellt Fernverkehr im Norden Deutschlands ein, Hannover als wichtiger Knotenpunkt betroffen.
  • Flugausfälle in Hamburg und weiteren Drehkreuzen wegen Wetterlage; Passagiere sollten Flüge prüfen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sturmwarnung, drohende Schneeverwehungen, Regen und Glatteisgefahr – die Wettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) versetzte so manchen Autofahrer auch in Baden-Württemberg für Freitag, 9. Januar, in Hab-Acht-Stellung. Von Schneechaos kann dann aber keine Rede sein: Nach Auskunft vieler Polizeipräsidien, etwa im Raum Ulm, Reutlingen und Aalen, gab es kaum wetterbedingte Unfälle. Auf der Bundesstraße 10 und einer Landesstraße im Alb-Donau-Kreis kamen Autofahrer wegen Glätte von der Fahrbahn ab, verletzt wurde aber niemand.

Wegen des Sturmtiefs „Elli“ müssen sich Bahnreisende allerdings auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Die Deutsche Bahn (DB) kündigte auf ihrer Internetseite an, dass voraussichtlich bis Samstag mit witterungsbedingten Einschränkungen zu rechnen sei. Unter anderem sollen mehrere Züge im Regionalverkehr mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. „Wenn möglich, verschieben Sie nicht zwingend notwendige Reisen auf einen anderen Zeitraum“, appellierte die DB auf der Homepage. Reisende sollten sich unmittelbar vor Beginn der Fahrt über ihre Verbindung in der Reiseauskunft unter www.bahn.de oder in der App DB Navigator erkundigen.

An vielen Schulen in Bayern kein Unterricht

In Bayern sind die Folgen des Winterwetters noch weitaus gravierender: Wegen glatter Straßen bleiben die Schulen in 18 Städten und Landkreisen von Niederbayern bis Unterfranken geschlossen. Das teilten die Kommunen auf der Webseite Unterrichtsausfall.Bayern.de des Kultusministeriums mit. In der Oberpfalz findet flächendeckend kein Präsenzunterricht statt. In Niederbayern sagten die Behörden in Landshut und Passau – jeweils Stadt und Landkreis – den Unterricht ab, außerdem in den Landkreisen Kelheim und Rottal-Inn. In Unterfranken sollen die Schülerinnen und Schüler in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen zuhause bleiben.

Dies bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass der Unterricht in diesen 18 Städten und Landkreisen komplett ausfallen würde. Das Landratsamt Landshut wies ausdrücklich darauf hin, dass die Schulleitungen eigenständig entscheiden, ob der Unterricht per Videokonferenz stattfindet. Abgesehen von den 18 Städten und Kreisen sagte noch das Landratsamt Schweinfurt den Schulunterricht in einer einzigen Gemeinde ab, und zwar im Markt Stadtlauringen. Im Landkreis Coburg fiel der Unterricht an der Grund- und Mittelschule in Seßlach aus.

Im südöstlichen Zipfel Bayerns entschieden die Landratsämter Traunstein und Berchtesgadener Land hingegen, den Unterricht in den örtlichen Schulen nicht abzusagen, sondern stattfinden zu lassen. Die Behörden riefen die Bürger stattdessen auf, auf die Verhältnisse zu achten und Fahrten nur dann anzutreten, wenn keine Gefahr besteht. Eltern, deren Kinder wetterbedingt nicht in ihre jeweilige Schule kommen können, sollen diese informieren.

Zahlreiche Unfälle wegen Schnee und Eis

Wegen des Winterwetters haben sich im Gegensatz zum Südwesten in Bayern zahlreiche Unfälle ereignet. Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos im Landkreis Dingolfing-Landau sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei meldete weiter dutzende Einsätze, überwiegend kam es zu Unfällen mit Blechschäden. Etwa zwei Dutzend Lastwagen steckten auf der schneebedeckten Autobahn 7 im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen fest. Auch auf einigen Bahnstrecken in Bayern kommt es wegen Schnee und Eis zu Verzögerungen. Fahrgäste werden von der DB gebeten, sich digital zu informieren, etwa über die App oder auf der Website.

Unwetterwarnung für Teile Bayerns

Für die Nacht zum Freitag hatten die Meteorologen schwerpunktmäßig im Norden und Osten Bayerns teils kräftigen Schneefall erwartet. Bis in den Vormittag sei mit Glatteis durch gefrierenden Regen zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Betroffen sei insbesondere der Osten Bayerns. Für einen Teil des Freistaats hat der DWD eine Unwetterwarnung (Stufe drei von vier) bis zum frühen Morgen herausgegeben.

Nach dem Abzug des Sturmtiefs sagen die Wetterexperten für Bayern die nächste Kaltfront mit Schneefall bis in die Täler voraus. Zunächst erwarten die Meteorologen am Vormittag noch in Unter- und Mittelfranken sowie in Schwaben und Oberbayern sehr windiges bis stürmisches Wetter mit Böen um 60 Kilometer pro Stunde, auf den Alpengipfeln im Südwesten Bayerns zum Teil auch schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten um die 100 Stundenkilometer.

Glätte-Gefahr auch am Wochenende

Anschließend wird es wieder kälter, in der Nacht zum Samstag soll die Schneefallgrenze bis in die Niederungen absinken. Allerdings erwarten die Meteorologen nicht sehr viel Schnee: In den Staulagen der Mittelgebirge und in den Alpen zehn bis fünfzehn Zentimeter, in tiefer gelegenen Regionen gebietsweise einen bis fünf Zentimeter. Die Straßen könnten wieder glatt werden.

Stürme und Schnee am Wochenende in BW

Auch in Teilen Baden-Württembergs – im Schwarzwald – gilt eine Warnung, allerdings vor stürmischem Wetter bis hin zu Orkanböen. Insgesamt soll es im Laufe des Freitags wieder kälter werden. In der Nacht zum Samstag erwartet der DWD Schnee- und Regenschauer. Vor allem im Bergland müsse mit Glätte gerechnet werden.

Sturmtief „Elli“ löst sich am Wochenende langsam auf. Am Samstag schneit es – diesmal eher im Süden als im Norden. Am Sonntag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) „einen Wintertag wie aus dem Bilderbuch“. Aber am Montag droht schon neuer Ärger.

Mehr als 30 Zentimeter Neuschnee am Samstag

„Am Samstag verlagern sich die Schneefälle in die Südhälfte“, sagt DWD-Meteorologe Marcel Schmid. Vor allem in den Staulagen der Mittelgebirge und im Allgäu schneit es teils heftig, mehr als 30 Zentimeter Neuschnee sind drin. Auch in tieferen Lagen können zehn Zentimeter zusammenkommen.

Von Samstag auf Sonntag rechnet der DWD nachts mit weiteren Niederschlägen, zunehmend auch als Schnee in tieferen Lagen. Entsprechend könnte es auch auf den Straßen glatt werden. Der Schneefall lasse am Sonntag nach. Dann sei es im Tagesverlauf stark bewölkt und meist trocken.

Bahn stellt Fernverkehr im Norden ein

Auch im Norden Deutschlands bringt das Wetter viele Einschränkungen mit sich: Wegen der Stürme stoppt die Bahn den Fernverkehr im Norden Deutschlands bis mindestens zum Mittag. Der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover sei bis mindestens Mittag eingestellt, teilte die Bahn mit: „Damit ist eines unserer wichtigsten Drehkreuze betroffen und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich.“ Der Betriebsstopp sei nötig, um Fahrgäste, Mitarbeiter und Fahrzeuge zu schützen. Die Bahn kündigte weiter an, die Fahrgäste an den Bahnhöfen zu versorgen. In Hannover stellt sie Aufenthaltszüge bereit. Bis Samstag seien Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr möglich. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. Mancherorts wurden vorsorglich Verbindungen gestrichen.

Auch am Hamburger Flughafen gibt es witterungsbedingte Einschränkungen – allerdings vergleichsweise wenige. Aktuell sind 18 Starts und 19 Landungen gestrichen, wie der Flughafen auf seiner Internetseite mitteilte. „Aufgrund der anhaltenden Extremwetterlage kommt es zu Beeinträchtigungen im Luftverkehr, nicht nur in Hamburg, sondern auch an wichtigen Luftfahrt-Drehkreuzen wie Amsterdam oder Paris. Es gibt Verzögerungen, die Airlines haben zurzeit einzelne Flüge gestrichen“, sagte eine Flughafen-Sprecherin. Flugreisende sollten sich vor Abflug bei ihrer Airline über den Status des Fluges informieren.