Wetter in BW
: Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee – Unfälle auf glatten Straßen

Sturmtief „Elli“ bringt am Wochenende große Schneemengen und Sturmböen nach Baden-Württemberg. Am Samstagmorgen kommt es wegen des Winterwetters zu Unfällen. Die Bahn kündigt Einschränkungen an.
Von
Isabelle Jahn,
dpa
Stuttgart
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Am Wochenende soll es wieder kräftig schneien. Das bringt Beeinträchtigungen im Verkehr mit sich.

Uwe Anspach/dpa
  • Sturmtief „Elli“ bringt Schnee und Sturmböen nach Baden-Württemberg – Unwetterwarnung Stufe 3.
  • Bis zu 50 cm Neuschnee im Schwarzwald möglich, Verkehrsbehinderungen und Unfälle durch Glätte.
  • Bahnverkehr mit Einschränkungen: Verspätungen, Zugausfälle und reduzierte Geschwindigkeiten.
  • Waldbesuche gefährlich: Sturmböen, glatte Wege, herabfallende Äste und umstürzende Bäume.
  • Nächte frostig: Temperaturen bis -11 Grad, Sonntag Dauerfrost und leichter Wetterbesserung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schnee, Verwehungen und Sturmböen: Wegen Sturmtief „Elli“ herrscht in Teilen Baden-Württembergs am Wochenende Unwettergefahr. Bis in die Nacht zum Sonntag gilt für mehrere Regionen im Schwarzwald eine Unwetterwarnung der Stufe 3 von 4 des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wer unterwegs ist, sollte sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Im betroffenen Bereich kam es am frühen Samstagmorgen bereits zu mehreren Unfällen wegen Glätte. Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Pforzheim blieb es bei Blechschäden. Im Kreis Freudenstadt wurde die B28 zwischen Horb und Dornstetten nach einem Lkw-Unfall voll gesperrt, mehrere Lastwagen waren laut Polizei auf stark verschneiter Fahrbahn ins Rutschen gekommen.

Auf einer Bundesstraße im Nordschwarzwald ist gegen 6 Uhr ein Schneepflug ins Rutschen geraten und einen Abhang hinuntergestürzt. Das Räumfahrzeug überschlug sich dabei und blieb am Fuß des Abhangs liegen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die beiden Insassen erlitten leichte Verletzungen. Den Angaben zufolge war die Fahrbahn der B462 bei Forbach (Kreis Rastatt) glatt. Wegen der Bergungsarbeiten wurde die Bundesstraße gesperrt.

Bei Winterwetter weniger Autofahrer auf den Straßen

Die Beamten des Polizeipräsidiums Ravensburg mussten in der Nacht insgesamt zehnmal wegen Unfällen auf glatten und zugeschneiten Straßen ausrücken. Dabei seien ausschließlich Sachschäden entstanden. Andere Präsidien, etwa in Ulm, Reutlingen oder Aalen, hatten am Morgen keine größeren Ereignisse im Zusammenhang mit dem Wetter zu vermelden. „Keinen einzigen Unfall“ gab es gar im Bereich Neu-Ulm. Durch das Wochenende seien in der Früh grundsätzlich weniger Autofahrer auf den Straßen unterwegs, sagten einige Polizeisprecher. Im Ostalbkreis hat die Polizei seit Freitagabend fünf Unfälle mit einem Gesamtschaden von ca. 110.000 Euro registriert, im Landkreis Schwäbisch Hall drei Unfälle mit einem Gesamtschaden von etwa 40.000 Euro.

Wegen Orkanböen stürzen mehrere Bäume und Bauzäune um

Im Hochschwarzwald ist es in der Nacht zu mehreren Einsätzen wegen umgestürzter Bäume und Bauzäunen gekommen. Das Polizeipräsidium in Freiburg verzeichnete 14 entsprechende Einsätze. Der DWD hatte auf den Schwarzwaldgipfeln Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer pro Stunde vorhergesagt. Unfälle habe es nicht vermehrt gegeben. Die Zahlen seien mit einer üblichen Nacht zu Samstag vergleichbar, so ein Sprecher. Verletzt wurde niemand.

Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee möglich 

Den ganzen Samstag über rechnet der DWD mit starkem Schneefall, vor allem im Schwarzwald. Oberhalb von 600 Metern sei mit Mengen zwischen 20 und 40 Zentimetern Neuschnee zu rechnen. In Hochlagen des Schwarzwaldes könnten bei unwetterartigem Schneefall bis zu 50 Zentimeter fallen. Neben dem Schwarzwald sei vor allem auch auf der Ostalb mit markanten Neuschneezuwächsen zu rechnen. Im Bergland sei mit Schneeverwehungen zu rechnen, hieß es. Aber auch in tieferen Lagen falle Schnee. Verbreitet werde es glatt. 

Im Flachland seien am Samstag zunächst Schneematsch und Schneeregen zu erwarten, sagte DWD-Meteorologin Helga Scheef vor dem Wochenende. Dann sei überfrierende Nässe Thema. „Wenn man nicht weg muss, sollte man zu Hause bleiben. Oder zumindest vorsichtig fahren.“

Die Höchstwerte lägen im Bergland um minus 1 Grad, sonst häufig zwischen 0 und 4 Grad, im Rheingraben bis 5 Grad. In Hochlagen rechnete der DWD unter anderem mit schweren Sturmböen. Dort drohten Schneeverwehungen, teils mit unwetterartigen Auswirkungen. Im Bergland soll der Wind voraussichtlich erst gegen Abend hin langsam nachlassen.

Einschränkungen im Bahnverkehr

Die Folgen des Wetters bekommen auch Bahnreisende zu spüren – wenngleich in Baden-Württemberg nicht in einem solchen Ausmaß wie in Norddeutschland. Die Deutsche Bahn (DB) warnte jedoch für den Südwesten vor Verspätungen und Zugausfällen. Sie kündigte im Internet an, dass voraussichtlich bis Samstag mit witterungsbedingten Einschränkungen zu rechnen sei.

Unter anderem sollen mehrere Züge im Regionalverkehr mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. „Wenn möglich verschieben Sie nicht zwingend notwendige Reisen auf einen anderen Zeitraum“, appellierte die DB. Reisende sollten sich unmittelbar vor Beginn der Fahrt über ihre Verbindung in der Reiseauskunft unter www.bahn.de oder in der App DB Navigator erkundigen.

Auch Waldbesuche sind am Wochenende keine gute Idee: Forstminister Peter Hauk (CDU) verwies auf die möglichen Sturmböen im Bergland und Orkanböen im Hochschwarzwald: „Daher sollten die Wälder in diesen Regionen vorerst gemieden und auf einen Waldbesuch verzichtet werden, da glatte Waldwege oder herabfallende Äste und umbrechende Bäume zum Sicherheitsrisiko werden können.“ Auch auf den Straßen durch oder entlang von Wäldern sei besondere Vorsicht angezeigt.

Nacht zum Sonntag: Kälter und glatt

In der Nacht zum Sonntag halte der Schneefall zunächst an, ehe er von Norden her nachlasse. Entsprechend bleibe Glätte ein Thema. Die Tiefstwerte sänken auf minus 1 Grad am Rhein und bis zu minus 11 Grad auf der Frankenhöhe. In hohen Lagen seien vereinzelt noch starke Böen möglich.

Am Sonntag lässt der Schneefall den Angaben nach auch im Bergland und im Allgäu nach. Im Tagesverlauf könne es von Norden her auflockern. Dauerfrost bestimme das Wetter mit Höchstwerten zwischen minus 4 und 0 Grad. Am Hochrhein können die Temperaturen auf bis zu plus 1 Grad steigen.