Unwetter in Ulm und Neu-Ulm: Hagelsturm flutet Straßen, knickt Bäume um und sorgt für Unfälle
Der Deutsche Wetterdienst warnte in Baden-Württemberg am Mittwoch (12.07.) vor Gewittern der Stufen 3 und 4 (von 5) und Starkregen, in Ulm und Neu-Ulm kam Hagel hinzu: Kurz vor 20 Uhr fegte über die beiden Städte sintflutartiger Regen mit Hageln hinweg. In der Ulmer Frauenstraße verstopfte der Hagel einen Gulli, was zu Überschwemmungen führte.
Unfall und umgestürzte Bäume – Polizei und Feuerwehr im Einsatz
Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm teilte mit, dass die Feuerwehr an einigen Orten wieder wegen vollgelaufener Keller und umgestürzter Bäume im Einsatz sei. Außerdem hatte sich gegen 20:30 Uhr auf der B30 ein Autounfall ereignet: Bei nicht angepasster Geschwindigkeit verlor ein 57-Jähriger die Kontrolle über seinen Mercedes und prallte gegen den VW eines 23-Jährigen. Der VW geriet in die linke Leitplanke und kam danach auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen. Der 23-Jährige erlitt leichte Verletzungen. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 9000 Euro. Beide Autos mussten abgeschleppt werden.
Im Stadtgebiet Ulm besonders von dem Unwetter betroffen waren Böfingen und die Oststadt. Dort stellten vor allem herabfallende Äste und umgestürzte Bäume eine Gefahr dar. Zu weiteren Behinderungen kam es in Ulm im Bereich der Talfinger Uferstraße. Die musste wegen umgestürzter Bäume ab 22.30 Uhr komplett gesperrt werden - laut Auskunft der Stadtverwaltung vermutlich bis Freitagnachmittag.
Illerkirchberg besonders von Hagelsturm und Unwetter betroffen
Besonders vom Unwetter getroffen wurde Illerkirchberg. Martin Duelli, Kommandant der Feuerwehr Illerkirchberg, berichtete, dass einige Bäume auf parkende Autos gestürzt waren. Außerdem sei ein Baum auf das St. Ida-Haus in Oberkirchberg gefallen. „Das Dach wurde beschädigt“, sagte Duelli. Einige Straßen wurden überschwemmt. Die FFW Illerkirchberg war mit allen Fahrzeugen bis in die Nacht im Einsatz. Unterstützt wurde sie von den Feuerwehren Illerrieden und Schnürpflingen sowie dem Führungshaus Dietenheim.
Für den Kreis Neu-Ulm ist das Polizeipräsidium in Kempten zuständig. Von dort meldete ein Sprecher ebenfalls Einsätze wegen umgestürzter Bäume. Es sei aber „deutlich weniger los als gestern“.
Hagelsturm und Gewitter wüten in Senden – mit Folgen
Am Abend und in der Nacht auf Donnerstag, den 13. Juli 2023, kam es zu mehr als 100 Einsätzen der Feuerwehr in Senden. „Es gab mehrere vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und vom Hagel eingedrückte Dachkuppeln und Dachfenster“, teilt Lisa Fischer von der Feuerwehr Senden mit. Vom Unwetter umgestürzte Bäume ragten auf die Fahrbahn. Besonders schwer getroffen hat es auch das Bürgerhaus. „Vermutlich wurde durch den Hagel das Flachdach beschädigt“, sagt Peter Walter, Kommandant der Feuerwehr Senden. Daraufhin drängte Wasser ins Gebäude. Die im zweiten Stock liegenden Unterrichtsräume der Musikschule wurden so unter Wasser gesetzt. Einige Instrumente, vor allem drei Klaviere, wurden beschädigt. Jetzt müsse erstmal alles wieder instand gesetzt werden, sagte Walter.
Was das Unwetter im Kreis Biberach und Heidenheim anrichtete
Auch aus den Nachbarkreisen meldete die Polizei wetterbedingte Zwischenfälle.
- Ab dem späten Mittwochabend wurden in Laupheim durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste im Bereich Königsberger und Danziger Straße mehrere Autos beschädigt. Durch starke Regenfälle musste die Unterführung an der Anschlussstelle Laupheim Süd gesperrt werden. Dort stand das Wasser über 50 Zentimeter hoch und musste abgepumpt werden.
- Gegen 17:10 Uhr war in Laupheim auf der B30 in Fahrtrichtung Ulm eine 34-Jährige mit ihrem Auto ins Schleudern geraten. Laut Polizei hatte sie bei Aquaplaning mit nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren, war mit der linken Fahrzeugseite gegen die Mittelleitplanke geprallt und anschließend beim Gegenlenken noch einmal in die Leitplanken gekracht. Die Fahrerin wurde leicht verletzt, der entstandenen Sachschaden wird auf rund 8000 Euro geschätzt.
- Im Kreis Heidenheim waren in Sontheim a.d. Brenz mehrere Keller vollgelaufen und Gullydeckel herausgedrückt worden. Die Polizei sicherte hier Gefahrenstellen ab und unterstütze die Feuerwehr bei ihren Maßnahmen.
Sturm und Hagel in der Region - Aufräumarbeiten dauern an - Probleme bei der Bahn
Am Donnerstagmorgen waren an vielen Orten die Aufräumarbeiten nach dem Sturm noch im Gange und die Folgen des Unwetters noch deutlich zu sehen. Auf Probleme müssen sich auch Reisende mit der Bahn einstellen. Da manche Gleise durch umgeknickte Bäume noch blockiert sind, kann es zu Zugausfällen und Verspätungen kommen. Betroffen waren laut Auskunft der Bahn etwa die Strecken Ulm-Augsburg, Aulendorf-Leutkirch sowie Karlsruhe-Konstanz. Auf der Strecke Stuttgart-München kam es zu Teilausfällen, wie es hieß. Die DB Regio Baden-Württemberg weist auf ihrer Internetseite darauf hin, vor Reiseantritt zu prüfen, ob die entsprechenden Züge auch fahren.
Das Sommergewitter hat die Menschen in der Region beeindruckt. In den sozialen Medien haben zahlreiche Nutzer Bilder und Videos vom Sturm und den Schäden veröffentlicht: durch Hagel bedeckte Wege, überschwemmte Straßen, umgeknickte Bäume.
Wie wird das Wetter am Donnerstag, 13.07.2023 in Ulm?
Muss am Donnerstag mit Gewittern gerechnet werden? Laut DWD kann es örtlich zu Starkregen bis zu 40 Litern auf dem Quadratmeter und stürmischen Böen bis zu 70 Stundenkilometer kommen, auch kleinkörniger Hagel sei möglich. Am Donnerstagmorgen sollen die Gewitter dann nachlassen - am Vormittag soll es wolkig und meist trocken bleiben. Am Donnerstagmittag und -nachmittag sind laut DWD kurze Gewitter mit stürmischeren Böen jedoch nicht auszuschließen.
Heftiges Gewitter wütete bereits in der Nacht auf Mittwoch
Bereits in der Nacht auf Mittwoch hatte es in der Region schwere Gewitter gegeben. In ganz Baden-Württemberg richtete die Gewitterfront nach Tageshöchsttemperaturen von stellenweise bis zu 37 Grad teils heftige Schäden an – und Behinderungen im Verkehr bei der Bahn und auf der Straße.






