Union fordert Aufklärung
: Hamas-Mitglied arbeitete fürs ZDF

Vor einer Woche kommt der Palästinenser bei einem israelischen Raketenangriff im Gazastreifen ums Leben. Der Angestellte einer Produktionsfirma war womöglich kein zufälliges Opfer.
Von
epd/dpa
Berlin/Mainz/Gaza
Jetzt in der App anhören
Nahostkonflikt - Drei Geiseln in Deir al-Balah freigelassen: 08.02.2025, Palästinensische Gebiete, Deir al-Balah: Kämpfer der Al-Kassam-Brigaden, des militärischen Flügels der islamistischen Terrororganisation Hamas, bilden einen Korridor, während die drei israelischen Geiseln, O.B.Ami, E.Scharabi und O.Levy, nach 16 Monaten Geiselhaft im Rahmen eines Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der Hamas an Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben werden. Das abgemagerte und blasse Aussehen der Geiseln sorgte in Israel für Entsetzen. Foto: Abed Rahim Khatib/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Laut israelischen Armee-Kreisen gehörte der Mann dem militärischen Arm der Hamas an.

Abed Rahim Khatib/dpa
  • ZDF beendet Zusammenarbeit mit Firma, deren Mitarbeiter Hamas-Mitglied war.
  • Getöteter Ingenieur soll dem militärischen Arm der Hamas angehört haben.
  • Politiker fordern Aufklärung über möglichen Hamas-Einfluss auf ZDF-Berichterstattung.
  • Vorfall erschüttert Vertrauen in öffentlich-rechtlichen Rundfunk und journalistische Distanz.
  • ZDF prüft Vorwürfe und die Rolle der Produktionsfirma umfassend.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Politiker der Unionsparteien fordern vom ZDF weitere Aufklärung über die Beschäftigung eines Hamas-Mitgliedes bei einer von ihr beauftragten Produktionsfirma. Die medienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Ottilie Klein (CDU), sprach in der „Bild“-Zeitung (Dienstag) von einem Skandal, CSU-Generalsekretär Martin Huber von einem „ungeheuerlichen Vorgang“.

Das ZDF hatte am Montag erklärt, die Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Palestine Media Production (PMP) beendet zu haben. Nachdem der Standort der Firma in Gaza am 19. Oktober von einer Rakete getroffen worden war, sei die israelische Armee der Bitte nachgekommen, die Identität des getöteten Mitarbeiters zu klären, teilte das ZDF in Mainz mit: „Der 37-jährige, der als Ingenieur für die Abwicklung der Übertragungstechnik zuständig war, war demnach Mitglied der Terrororganisation Hamas.“

Teil des militärischen Hamas-Arms

Bei dem Beschuss des Firmenstandorts in Deir al Balah im Süden Gazas war laut ZDF auch ein achtjähriger Junge, Sohn eines anderen Mitarbeiters, getötet worden. Ein weiterer Beschäftigter wurde demnach verletzt. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf israelische Armee-Kreise berichtet, dass der Mann sogar dem militärischen Arm der Hamas angehörte. Er war demnach kein zufälliges Opfer, „sondern gezielt ins Visier genommen worden“, hieß es.

Die CDU-Politikerin Klein sagte der „Bild“-Zeitung, das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk werde tief erschüttert. Nun müsse überprüft werden, ob die Hamas und ihre Unterstützer über diese Produktionsfirma Einfluss auf die Art und die Inhalte der Berichterstattung des ZDF hatten.

CSU-Generalsekretär Huber sagte der Zeitung: „Dass ein Hamas-Terrorist für das ZDF gearbeitet hat, ist ein ungeheuerlicher Vorgang. Das ist ein schwerer Schaden für die Glaubwürdigkeit und die bisherige Berichterstattung über den Konflikt.“ Dieser Fall müsse lückenlos aufgeklärt werden. Das ZDF und alle Berichterstatter müssten sicherstellen, dass sie nicht Hamas-Terroristen beschäftigen und Hamas-Propaganda verbreiten.

Vertrauen in Öffentlich-Rechtliche werde erschüttert

Der CDU-Politiker Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, sagte die Tarnung als angebliche Journalisten und Techniker sei eine der perfidesten Methoden der Islamisten. „Leider sind allzu viele Medien weltweit auch bei ihrer Berichterstattung darauf reingefallen“, sagte Laschet. Er forderte: „Journalistische Distanz muss wieder stärker auch die redaktionelle Arbeit von ARD und ZDF prägen.“

Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass der getötete Ingenieur nach Angaben des Senders bei der Produktionsfirma für die technische Übertragung per Satellit zuständig war. Er sei kein ZDF-Mitarbeiter und in journalistische Fragen nicht eingebunden gewesen. Das ZDF nehme die Vorwürfe aufgrund der vorgelegten Dokumente sehr ernst, erklärte der Sender laut Zeitung. Das schließe eine genaue Prüfung des Falls des getöteten Mitarbeiters wie auch der Firma insgesamt ein.