Unfall in der Wilhelma
: Vierjähriger stürzt in Affengehege: Zoo sieht Sicherheitsstandards erfüllt

Ein vierjähriges Kind soll in ein Affengehege in der Stuttgarter Wilhelma gefallen sein. Der Unfall ereignete sich wohl schon vor mehr als zwei Wochen. Was war passiert?
Von
Yasmin Nalbantoglu
Stuttgart
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Ein vierjähriges Kind ist in der Wilhelma in ein Affengehege gefallen. Der Zoo äußert sich zu dem Vorfall. Symbolbild.

Carola Frentzen/dpa

Ein Kind stürzt in ein Affengehege, verletzt sich schwer und niemand bekommt es mit? Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, soll das vor etwa zweieinhalb Wochen tatsächlich so passiert sein. Bei dem Unfall soll sich das Kind schwere Verletzungen am Kopf zugezogen haben.

Die Familie des Jungen stamme aus der Nähe von Schwäbisch Gmünd und machte an dem betroffenen Wochenende einen Ausflug in den zoologisch–botanischen Garten in Stuttgart. Im Bereich der oberen Felsenanlagen fiel das Kind dann in ein Primaten–Gehege. Dort sollen sogenannte Japanmakaken leben.

Als kurz niemand hinsah, soll der Junge über die Brüstung geklettert und gestürzt sein. Er fiel in eine Grube und schlug dort auf den Steinboden auf. Zur Rettung seien Passanten gekommen, die anschließend in das Gehege gestiegen waren. Das Kind wurde laut dem Medienbericht mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Familienmitglied geht an die Öffentlichkeit

Wie ein derartiger Vorfall mehr als zwei Wochen von der Öffentlichkeit verborgen bleiben kann, ist fraglich. Laut der Stuttgarter Zeitung war es ein Freund der betroffenen Familie, der den Unfall an die Öffentlichkeit trug. Ihm sei es wichtig, dass der Unfall nicht unter den Teppich gekehrt würde, zitiert ihn die Zeitung.

Der Stuttgarter Polizei ist nichts zu dem Unfall bekannt. Das berichtete ein Sprecher auf Nachfrage. Einen Einsatz habe es nicht gegeben.

Auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE bei der Wilhelma, schilderte Sprecher Florian Pointke den Unfall wie folgt: „Am 2. September kletterte nach unserem Kenntnisstand der Junge eigenständig auf die Brüstung der Anlage unserer Japanmakaken und stürzte dabei unglücklich in das Gehege.“ Anschließend habe der Zoo die „Absturzsicherungen“ an dem Gehege überprüft. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass alle Sicherheitsstandards erfüllt seien. „Deswegen sehen wir keine Notwendigkeit, die Gehege–Einfassungen baulich anzupassen.“ Nicht jedes Gehege in einem Zoo lasse sich zu 100 Prozent gegen das Überklettern von Absperrungen absichern.

Der Unfall ist mittlerweile beinahe drei Wochen her. Wie geht es dem Kind heute? „Nach Auskunft der Familie befindet sich der Junge auf dem Weg der Besserung“, berichtet Pointke von der Wilhelma. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut.“