Unfall in Salzburger Zoo
: Nashorn tötet Tierpflegerin aus Bayern: So kam es zu der Attacke

Eine 33-jährige Tierpflegerin aus Bayern hat den Angriff eines Nashorns im Salzburger Zoo Hellbrunn nicht überlebt. Nun sind weitere Details zum Unfall bekannt.
Von
Isabelle Jahn
Salzburg
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In der Nashornanlage des Salzburger Zoos hat sich am Dienstagmorgen ein tödlicher Unfall ereignet.

Barbara Gindl/dpa

Tragischer Unfall im Salzburger Zoo Hellbrunn: Eine Tierpflegerin aus Bayern ist am Dienstagmorgen (12.09.2023) von einem Nashorn angegriffen worden. Sie wurde bei der Attacke durch das Tier so schwer am Brustkorb verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle im Innenbereich der Nashorn-Anlage starb. Wie ein österreichischer Polizeisprecher in Salzburg der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurde außerdem ein Mann schwer verletzt. Offenbar wollte dieser der 33-Jährigen zu Hilfe kommen, als auch er von dem Nashorn angegriffen wurde. Dabei handelt es sich um einen ihrer Kollegen, der das Tier verscheuchen wollte, wie der ORF zuerst berichtete. Der 34-Jährige wurde mit einem gebrochenen Bein für eine Notoperation in ein Krankenhaus gebracht.

Tödliche Nashorn-Attacke im Zoo Salzburg: Details zum Unfall

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag wurden weitere Details zu dem tragischen Unglück bekannt: Die Tierpflegerin galt als „immer sehr vorsichtig und sehr bedacht und hat ein extrem gutes Gespür für die Tiere gehabt“, sagte Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner. Die routinierte 33-Jährige sei in den Morgenstunden getötet worden, als sie ein 1,8 Tonnen schweres Weibchen mit einem Stift zum Schutz gegen Insekten eincremen wollte.

Dies sei eine Routinearbeit, die zwischen März und Oktober täglich durchgeführt werde, sagte Grebner. Es sei noch unklar, weshalb das 30 Jahre alte Tier so reagiert habe. Alle vier Nashörner im Zoo seien an die Pflege gewöhnt und würden sich bürsten lassen, auf Zuruf ins Innengehege kommen oder auch ohne Narkose Blutabnahmen dulden. Gerade der Umgang mit diesem Tier sei bisher sehr unkompliziert verlaufen. „Es ist unser kooperativstes Nashorn“, sagte Grebner.

Der Zoo Salzburg möchte nun prüfen, wie die Pflege der Nashörner verändert oder verbessert werden kann, und welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen eventuell getroffen werden müssen. Für Notfälle sei der Zoo mit Waffen, Narkosegewehren und Pfeffersprays ausgestattet. Doch bei einem so plötzlichen Angriff „hilft ihnen einfach keine Waffe“, sagte Grebner.

Nach tödlichem Angriff: Wird das Tier eingeschläfert?

Aufgrund dessen, dass das Tier zu einer vom Aussterben bedrohten Gattung gehört, werde es nicht eingeschläfert. Auch von anderen Tieren werde das Weibchen nicht isoliert, um die Pflegeroutine beizubehalten, teilte die Geschäftsführerin des Zoos mit.

Zoo Hellbrunn am Dienstag geschlossen

Der Zoo Salzburg blieb am Dienstag (12.09.2023) geschlossen, hieß es auf seiner Facebook-Seite und seinem Instagram-Account.