Unbekannte manipulieren Steckdosen: Achtung Bahnfahrer: Polizei warnt erneut vor Stromschlägen in Zügen

In Zügen wurden manipulierte Steckdosen entdeckt, eine Frau erlitt einen Stromschlag. Die Bundespolizei warnt und mahnt Fahrgäste zur Vorsicht.
dpa/BundespolizeiEs ist eine fiese – und gefährliche Masche: Unbekannte manipulieren Steckdosen in Zügen. Wenn Fahrgäste und Pendler solche Dosen nutzen, etwa zum Laden des Handys oder für das Arbeiten mit dem Laptop, riskieren sie, einen gefährlichen Stromschlag zu erleiden.
Aufgefallen waren die hinterhältigen Manipulationen erstmals am Freitag, 11.08.2023, als eine Frau durch eine manipulierte Dose einen Schlag erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden musste.
Polizei: Neue Meldungen über manipulierte Steckdosen im Zug
Seit diesem Fall gab es offenbar weitere Meldungen über manipulierte Steckdosen in Zügen. So wurde am Montag, 21.08.2023, in einem Regionalzug auf der Strecke Nürnberg-Würzburg eine manipulierte Steckdose entdeckt. Dem Zugführer zufolge war sie so verändert worden, dass bei Kontakt Stromschläge drohten.
Deswegen warnt die Bundespolizei jetzt erneut wegen der Gefahr von Stromschocks und mahnt zur Vorsicht. Die Bundespolizei rät:
- Fahrgäste sollten genauer hinschauen, wenn sie Steckdosen in der Bahn nutzten.
- Bei „Auffälligkeiten“ sollten Betroffene sofort Bahn-Mitarbeiter oder die Bundespolizei verständigen.
- Dazu gehören auch herausragende Teile, fehlende Abdeckungen oder Gegenstände, die die Löcher verstopfen.
- Eine manipulierte Steckdose sollte nicht berührt werden.
Frau durch Stromschlag in Go-Ahead-Bahn verletzt: Krankenhaus
In dem Fall am 11. August war eine Frau (35) mit ihrer Tochter in einem IRE unterwegs gewesen. Während der Bahnfahrt von Stuttgart nach Karlsruhe in dem Zug von Go-Ahead versuchte sie, eine Steckdose zu nutzen und erlitt einen Stromschlag. Die 35 Jahre alte Reisende wurde dabei verletzt und musste nach der Ankunft in Karlsruhe mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Alarmierte Einsatzkräfte prüften die Dose in einem Abstellwerk in Stuttgart und stellten fest, dass an mehreren Steckdosen Manipulationen von einem bislang unbekannten Täter vorgenommen worden waren.
Metalldrähte aus der Steckdose gezogen
Den Angaben zufolge hatten der oder die Täter dünne Metalldrähte aus der Steckdose herausgezogen oder hineingesteckt. Die Bundespolizei ermittelt unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung.
Das Bahnunternehmen Go-Ahead hatte nach dem Vorfall angekündigt, seine Züge auf weitere beschädigte Steckdosen prüfen zu wollen. Die Bundespolizei prüfte zudem mögliche weitere Fälle, nachdem sich zwei weitere Betroffene gemeldet hatten. Die Vorfälle hätten sich auf anderen Bahnstrecken in Baden-Württemberg und auch in Zügen anderer Bahnbetreiber ereignet. Weitere Details nannte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.
Die Bundespolizei bittet Zeugen um Hinweise
Zeugen zu diesem oder ähnlichen Vorfällen, sowie mögliche weitere Geschädigte werden gebeten, sich bei der Bundespolizei unter der Telefonnummer 0711 870350 zu melden.

