Ergebnisse des „BaWü-Check“
: Die Schreihälse und „Lügenpresse“-Rufer liegen falsch

Die Umfrage mag in diesen Zeiten überraschen: Fast 60 Prozent der Befragten in der Umfrage „BaWü-Check“ vertrauen vor allem regionalen Tageszeitungen. Ein Ergebnis, das aber auch nachdenklich machen sollte.
Kommentar von
Ulrich Becker
Ulm
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Vertrauenswürdigste Informationsquelle vor Ort: die regionale Tageszeitung.

Neher

Kaum ein Begriff verbindet sich stärker mit der Querdenker–Szene als der oftmals hasserfüllt ausgestoßene Ruf „Lügenpresse“. Während der Coronazeit wurde er salonfähig, und wer sich in Gesprächen als Journalist outet, kann fest damit rechnen, darauf angesprochen zu werden.

Ganz im Gegensatz dazu stehen die Ergebnisse des neuesten BaWü-Checks. Fast 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger im Land halten die regionale Tageszeitung für die vertrauenswürdigste Quelle. Radio, TV und vor allem soziale Netzwerke liegen weit abgeschlagen dahinter.

Die Lügner sitzen meist woanders

Die Ergebnisse des Forschungsinstitutes Allensbach freuen uns in der Redaktion — aber sollten auch nachdenklich machen. Nur weil radikale Schreihälse Berufsgruppen — von Journalisten über Politiker bis hin zu Rettungskräften — verächtlich machen oder gar angreifen, haben sie nicht zwangsläufig recht. Die Tageszeitung ist unerlässlich, wenn man sich über die Geschehnisse vor Ort informieren will. Dort arbeiten — in allen Redaktionen — Profis, die ihr Geschäft verstehen. Sie berichten nach bestem Wissen und Gewissen. Die Lügner sitzen woanders. Gut, dass das die meisten Menschen wissen.