Verbrechen in Hechingen
: Ein Schuss ins Herz – Der Mord an Umut K.

PodcastDer 22-jährige Umut K. wurde Ende 2016 in der Hechinger Innenstadt erschossen – aus einem fahrenden Auto. Schon kurz nach der Tat vermutete sein Umfeld, dass die Täter es auf eine andere Person abgesehen hatten.
Von
Moritz Clauß
Hechingen
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Grablichter, Kerzen und Bilder: Auch fünf Jahre nach dem Mord wurde am Tatort noch an Umut K. erinnert. Bis heute hat sich das nicht geändert.

Hardy Kromer
  • Umut K., 22, wurde 2016 in Hechingen erschossen, vermutlich aufgrund einer Verwechslung.
  • Vier Personen wurden festgenommen, drei verurteilt, der Schütze lebenslang in Haft.
  • Der Fall löste Spannungen aus; es kam zu Handgemengen und Wortgefechten im Gericht.
  • Ein weiterer Prozess folgte: der sogenannte Blutrache-Prozess.
  • Der Podcast „Akte Südwest“ berichtet über den Fall und die Gerichtsverfahren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Es gibt gleich Stress, die Itaker sind da.“ Diese Nachricht erhält der 22-jährige Umut K. am Abend des 1. Dezember 2016. Er solle schnell in eine Spielothek in der Hechinger Innenstadt kommen. Die Nachricht stammt von einem Freund, einem 25-Jährigen, der selbst Italiener ist. Umut K. macht sich auf den Weg, kurz darauf ist er tot – erschossen aus einem fahrenden Auto.

Es ist ein Verbrechen, das die kleine Stadt im Zollernalbkreis lange beschäftigt. Am Tag danach wird der Tatort zur inoffiziellen Gedenkstätte, an der sich abends hunderte Menschen treffen, um gemeinsam zu trauern. Viele, die Umut K. kannten, sind sich damals sicher: Wer auch immer da geschossen hat, kann es nicht auf den 22-Jährigen abgesehen haben.

Hier gibt es die 42. Folge von Akte Südwest

„Es war eine sehr beeindruckende Trauerversammlung“, sagt der Journalist Hardy Kromer. „Ich habe nicht geglaubt, dass 500 Menschen minutenlang so leise sein können.“ Im Gespräch mit Reporter Moritz Clauß erzählt Kromer in der neuen Folge des Kriminalpodcasts „Akte Südwest“ von dem Verbrechen – und den darauf folgenden Gerichtsprozessen.

Umut K. sei kein Typ gewesen, der Streit gesucht oder Feinde gehabt habe, sagt Kromer. Der stellvertretende Redaktionsleiter der „Hohenzollerischen Zeitung“ schildert im Gespräch, wie in den Tagen nach der Tat immer klarer wurde, dass es am Tatort eine Verwechslung gegeben hatte: Die Täter hatten es nicht auf Umut K. abgesehen, sondern auf seinen 25-jährigen Freund, der in Drogengeschäfte verwickelt war.

Handgemenge im Gericht

Die Polizei konnte nach dem tödlichen Schuss vier Personen festnehmen. Drei von ihnen wurden im Mordprozess verurteilt, der Todesschütze zu einer lebenslangen Haftstrafe. Doch der Prozess verlief alles andere als ruhig, die Atmosphäre im Zuschauerbereich war angespannt. Ein Mann machte im Gericht eine Kopf-ab-Geste mit seiner flachen Hand an der Gurgel. „Ein anderes Mal schallte es ‚Mörder‘ durch den Gerichtssaal“, sagt Kromer. Es habe Wortgefechte auf den Fluren gegeben, Handgemenge zwischen den Zuschauern, einen Angriff auf eine Zeugin. Schon während des Prozesses bahnte sich außerdem ein weiteres Strafverfahren an.

Während das Gericht den Mordfall verhandelte, wollte der Bruder des Ermordeten zusammen mit einem Komplizen an Waffen gelangen – offenbar, um den Mord zu rächen. Kurz nach dem Urteilsspruch im Mordprozess begann in Hechingen deshalb das nächste große Gerichtsverfahren: der sogenannte Blutrache-Prozess. Auch von diesem Verfahren erzählt Hardy Kromer in der neuen Podcast-Folge. Eine Verabredung zum Mord konnte den beiden Angeklagten nicht nachgewiesen werden – wohl aber eine Verabredung zum Erwerb von Kriegswaffen.

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