Mega-Stau und Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften nach einem schweren Unfall auf der A8: Laut Polizei hat sich am Mittwochmorgen gegen 8.46 Uhr eine tödliche Karambolage mit vier beteiligten Sattelzügen nahe Gruibingen ereignet. Das Polizeipräsidium Ulm berichtete zunächst, dass bei dem Crash mehrere Menschen ums Leben gekommen seien.

Schwerer Unfall auf der A8 bei Gruibingen: Lkw fahren in Stauende

Doch die Zahl der Opfer wurde im Laufe des Vormittags korrigiert, das ist die bisherige Bilanz:
  • Nach aktuellem Stand starb ein Mensch. Es handelt sich um einen Lastwagenfahrer.
  • Zwei weitere an dem Unfall beteiligte Menschen wurden mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
  • Ein Fahrer konnte sich den Angaben nach selbst aus seinem Lkw befreien.
Bei dem Unglück handelte es sich um einen Auffahrunfall, in den vier Lastwagen verwickelt waren. Die Lkw-Fahrer hatten offenbar das Ende eines mehrere Kilometer langen Staus übersehen, der sich durch einen vorherigen Unfall nahe Kirchheim/Teck gebildet hatte. Sie krachten mit ihrem schweren Lkw bei Kilometer 161, auf Höhe des Rastplatzes „Kornberg“, aufeinander.
Den ersten Crash löste ein 55-Jähriger aus, der gegen 8.45 Uhr mit seinem Sattelzug auf einen am Atauende stehenden Sattelzug krachte. Er schob den stehenden Laster auf einen weiteren, davor stehenden großen Laster. Der 55-Jährige kam durch den schweren Auffahrunfall ums Leben.
Der Fahrer des vordersten Sattelzugs blieb unverletzt. Die beiden Fahrer des zweiten und dritten Sattelzuges erlitten leichte Verletzungen.

Mensch nach Unfall bei Gruibingen in Lkw-Führerhaus eingeklemmt

An der Unfallstelle bot sich ein Bild der Verwüstung. Zahlreiche Helfer der Feuerwehr und Rettungsdienste sowie Notärzte waren im Einsatz, um Verletzte zu versorgen und zu bergen. Kräfte der Feuerwehr Gruibingen und der Feuerwehr Weilheim versuchten, mit Rettungsgerät einen Menschen aus einem der völlig ineinander verkeilten Lkw zu befreien. Die Helfer befreiten die beiden Verletzten aus den Lastern. Ein Lkw-Führerhaus war durch die Wucht des Aufpralls völlig eingedrückt, das eines weiteren Lasters kippte durch die Wucht nach vorne. Drei der vier Sattelzüge waren so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr fahrbereit waren.
Abschlepper bargen die Fahrzeuge mit Hilfe eines Krans. Zur Bergung von Ladung war ein Bagger im Einsatz.
Lkws rasen in Stauende

Tödlicher Unfall A8 Lkws rasen in Stauende

Sperrung und Staus auf A8 zwischen Merklingen, Gruibingen und Kirchheim

Die Autobahn war in Fahrtrichtung Stuttgart teilweise gesperrt, es gab zunächst einen rund 20 Kilometer langen Stau zwischen Gruibingen und Kirchheim. Gegen Mittag besserte sich die Verkehrslage, es gab aber noch Behinderungen auf vereinzelten Abschnitten. Die Polizei hatte am Vormittag berichtet, dass nach und nach Fahrstreifen wieder freigegeben würden. Der Verkehr könne Stück für Stück an der Unfallstelle vorbeifließen. Auf Twitter hieß es dennoch: „Achtet jedoch weiterhin auf die anderen Verkehrsteilnehmer und die Einsatzkräfte vor Ort. Danke!“
Die Bergungsarbeiten dauerten mehrere Stunden. Die Autobahnmeisterei sperrte die Strecke komplett und leitete den Verkehr bei der Anschlussstelle Mühlhausen von der A8 ab. Vor dieser Anschlusstelle entstand am Mittag ein mehrere Kilometer langer Stau, der bis zum Tunnel Widderstall reichte. Die Verkehrsumleitung war laut Polizei notwendig, um die Sicherheit an der Unfallstelle zu gewährleisten.
Der Verkehrsdienst Mühlhausen war mit vielen Polizistinnen und Polizisten vor Ort. Sie sicherten Spuren und nahmen den Unfall auf. Die Polizei schätzt den Schaden auf 250.000 Euro.

Crash bei Kirchheim als Auslöser für A8-Unglück bei Gruibingen

Ursache des tödlichen Unglücks bei Gruibingen war ein anderer schwerer Unfall, der sich am frühen Mittwochmorgen bei Kirchheim ereignet hatte: Um kurz nach 6 Uhr waren bei Kirchheim zwei Pkw und ein Lkw kollidiert: Ein Autofahrer war laut Polizei auf einen anderen Wagen aufgefahren, geriet ins Schleudern und prallte gegen einen Lkw. Zwei Menschen wurden verletzt. Dieser Unfall hatte einen langen Stau ausgelöst, in dessen Ende offenbar später die vier Lkw bei Gruibingen gekracht waren.

Weiterer schwerer Unfall auf A8 bei Gruibingen

Ein weiterer Unfall ereignete sich am Nachmittag, ebenfalls bei Gruibingen, jedoch in Fahrtrichtung München: Gegen 15.30 Uhr fuhr ein 37-Jähriger mit seinem Pkw auf der linken Spur. Er erkannte zu spät den stockenden Verkehr und fuhr auf einen BMW auf. Die 39 Jahre alte Beifahrerin des 37-Jährigen wurde bei dem Aufprall schwer verletzt, er selbst nur leicht. Der Rettungsdienst brachten die Verletzten ins Krankenhaus. Der 48-jährige Fahrer des BMW blieb unverletzt. Ein Abschlepper barg die beiden Autos.
Erst am Dienstag hatte sich auf der A8 bei Gruibingen ein schwerer Unfall ereignet.

Mann von Auto überfahren: Tödlicher Unfall auf der A5

Auf der A5 an der Anschlussstelle Achern im Ortenaukreis gab es bei einem Unfall ein weiteres Todesopfer zu beklagen. Ein 72-Jähriger wurde von einem Auto erfasst, als er nach einem Auffahrunfall gerade ein Warndreieck aufstellen wollte, um die Unfallstelle abzusichern. Der Mann starb noch am Unglücksort.
Von dem Fahrer des Autos, das den Unfall verursacht hatte, und möglichen Beifahrern fehlte laut Polizei jede Spur. Die Suche mit einer Drohne blieb zunächst erfolglos. Die Polizei ermittelt nun wegen Unfallflucht. Auch diese Autobahn musste für Stunden gesperrt werden.