Todesfahrt von Esslingen: Angeklagter überfährt Mutter und Kinder mit Tempo 100 – Urteil erwartet

Der Autofahrer, der in Esslingen eine Frau und ihre beiden kleinen Söhne erfasst und getötet hat, steht vor Gericht.
Marijan Murat/dpa- Esslingen: Urteil gegen 55-jährigen Autofahrer wird am Donnerstag erwartet.
- Er soll 2024 an roter Ampel Pedale verwechselt und auf den Gehweg gelenkt haben.
- Eine 39-Jährige und ihre Söhne (3 und 6) starben am Unfallort – ein weiterer Fahrer leicht verletzt.
- Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre auf Bewährung, Nebenklage mindestens drei Jahre Haft.
- Der Angeklagte entschuldigte sich über seinen Verteidiger und zeigte tiefe Reue.
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Er soll mit seinem Auto bei einem Unfall eine Mutter und ihre beiden Söhne getötet haben: Am Donnerstag (23.02.2026) wird vor dem Amtsgericht Esslingen das Urteil gegen den 55 Jahre alten Fahrer des Wagens erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem fahrlässige Tötung in drei Fällen vor.
Er soll laut Anklage Ende Oktober 2024 beim Heranfahren an eine rote Ampel in Esslingen das Gaspedal mit dem Bremspedal verwechselt und dann sein Fahrzeug mit fast 100 Kilometern pro Stunde auf den Gehweg gelenkt haben.
Mutter und zwei Kinder sterben noch vor Ort
Dort erfasste das Fahrzeug eine 39 Jahre alte Frau und ihre beiden drei und sechs Jahre alten Söhne. Alle drei starben noch am Unfallort. Der Fahrer eines anderen Autos wurde leicht verletzt.
Der Unfallfahrer hatte sich bei den Angehörigen der Opfer am ersten Verhandlungstag entschuldigt. Was geschehen sei, habe auf unvorstellbare Art Leben zerstört und Familien in tiefste Trauer gestürzt, ließ der 55-Jährige über seinen Verteidiger ausrichten.
Das Geschehen und dessen furchtbare Folgen täten ihm von Herzen leid. „Mir ist bewusst, dass nichts, was ich sage, den Verlust lindern kann.“ Ansonsten habe sich der Angeklagte weder zur Sache noch zur Person geäußert, sagte ein Gerichtssprecher.
Bis zu fünf Jahre Haft drohen
Sollte der Mann wegen fahrlässiger Tötung verurteilt werden, droht ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert. Der Verteidiger des Mannes hatte einen Freispruch verlangt. Die Angehörigen der Opfer, die in dem Verfahren als Nebenkläger auftreten, forderten über ihre Anwälte eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren, die dann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.
Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und in der Stadt nahe Stuttgart eine große Anteilnahme ausgelöst. Eine Woche nach dem Unfall hatten Hunderte Trauernde an einem Trauermarsch teilgenommen. Sie zogen von einer Kirche zum Unfallort und legten dort Kerzen, Blumen und Teddybären ab.


