Tipps von Experten: So verhalte ich mich bei Aquaplaning richtig

Schwimmt das Auto auf, heißt es runter mit der Geschwindigkeit. Selbst Tempo 80 kann viel zu schnell sein, wenn der Regen stärker wird. (Symbolfoto)
Klaus-Dietmar Gabbert- Heftiger Regen löste mehrere Unfälle auf der A8 aus. Autofahrer unterschätzten die Gefahr von Aquaplaning.
- Experten raten: Geschwindigkeit reduzieren, Konzentration erhöhen, Sicht verbessern, nicht überreagieren.
- Besonders gefährlich sind Senken, Unterführungen und Spurrillen. Auch Motorradfahrer sind betroffen.
- ADAC: Bei extremem Regen Warnblinker einschalten und Tempo drosseln.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehrere Aquaplaning-Unfälle, einige davon mit Verletzen. Das ist die Bilanz des Sonntagabends (16.6.2025) auf der A8. Die Polizei musste etliche Male ausrücken, weil Autofahrer den Starkregen und seine Folgen unterschätzt hatten. Hier ein paar Tipps von den Experten des Verkehrsclubs ADAC.
Tipp 1: Konzentration!
Wer bei heftigem Regen unterwegs ist, sollte besonders konzentriert fahren. Deshalb: alle Ablenkungen vermeiden, Mitfahrer um Ruhe bitten, das Radio herunterdrehen. Denn die Geräusche der Straße und des Fahrzeugs können erste Anzeichen geben, ob Aquaplaning bevorsteht. Und logisch bei Unwettern: Jetzt greifen beide Hände fest ans Lenkrad.
Tipp 2: Bestmögliche Sicht
Bei starkem Regen leidet die Sicht. Daher gilt: Tempo runter und noch mehr Abstand halten. Falls es nicht automatisch passiert, sollten Autofahrer die Geschwindigkeit der Scheibenwischer entsprechend der hinab prasselnden Wassermenge einstellen. Dabei ist es ist nicht nur der Regen selbst, der Autofahrer in Bedrängnis bringt. Auf der Autobahn kommt auch die Gischt dazu, die von voran fahrenden Fahrzeugen aufgewirbelt wird. Diese erschwert die Sicht durch die Frontscheibe. Dadurch, dass der Regen sich auf der Fahrbahn sammelt, sind auch die Markierungen der einzelnen Fahrstreifen schlechter zu erkennen. Und - nicht nur zum Sehen, sondern auch zum Gesehen-Werden: Unbedingt Licht einschalten! Wer andere überholt, etwa auf der Autobahn, sollte beim Wiedereinscheren rücksichtsvoll sein und mehr Abstand halten als üblich.
Tipp 3: Tempo runter
Wird der Regen etwa auf der Autobahn extrem stark, orientiert man sich laut ADAC zum rechten Fahrstreifen, schaltet die Warnblinker ein und drosselt das Tempo – im Extremfall auf Schrittgeschwindigkeit. Bei schwierigen Witterungs- und Straßenverhältnissen empfiehlt der ADAC ein Tempo deutlich unter 80 km/h. Dies gilt besonders für heckgetriebene Fahrzeuge und Fahrzeuge, deren Reifen nicht mehr ganz neu sind. Im Zweifel sollten Autofahrer an der nächsten Ausfahrt oder am nächsten Parkplatz kurz rausfahren und abwarten, bis das Unwetter vorbeigezogen ist.
Tipp 4: Nicht überreagieren
Bei Aquaplaning verliert das Auto temporär seine Bodenhaftung und wird quasi unkontrollierbar. Was ist dann zu tun? Das Wichtigste: Weder am Lenkrad drehen noch bremsen oder Gas geben. Stattdessen: auskuppeln und das Auto rollen lassen, bis die Reifen wieder greifen können. Wer mit Automatikgetriebe unterwegs ist, sollte behutsam vom Gas gehen, damit keine Motorbremse erfolgt. Allerdings nicht die Fahrstufe wechseln.
Diese Stellen sind besonders gefährlich
Aquaplaning kann prinzipiell auf allen Straßen auftreten, von der Ortsdurchfahrt bis zur Autobahn. Besonders gefährdet sind Stellen, an denen das Wasser nicht richtig von der Fahrbahn ablaufen kann, zum Beispiel in Senken, an Unterführungen, in Kurven oder in Spurrillen. Zum Beispiel die rechte Spur auf der Autobahn, die häufig vom Schwerlastverkehr Spurrillen davongetragen hat.
Wie kann ich Aquaplaning erkennen?
Aquaplaning trifft oft nicht unvermittelt auf, es gibt optische und akustische Warnzeichen. So können Autofahrer etwa beobachten, wie sich das Wasser an den Rädern vorausfahrender Autos verhält: Bilden sich Gischtstreifen oder gar ganze Wasserschwälle? Am eigenen Auto ist zu viel Wasser unter den Rädern oft hörbar. Das viele Wasser rauscht durch die Radkästen und strahlt an den Unterboden. Eindeutige Hinweise sind das Aufleuchten einer ESP-Warnleuchte oder auch ein Ruckeln am Lenkrad - oder der Kontrollverlust beim Lenken.
Wasserflächen meiden
Besondere Vorsicht sollte an Unterführungen herrschen. Die sollten Autofahrer besser umfahren r - vor allem, wenn sich die Wassertiefe nicht exakt abschätzen lässt. Wer schwungvoll durch zu tiefes Wasser fährt, riskiert Motorschäden. Ganz besonders kritisch sind laut ADAC aber auch Abschnitte, auf denen Schlamm und Geröll über die Straße fließen kann. Dann könnte der Untergrund dermaßen glatt werden, dass bereits eine kleine Strömung ausreicht, um das Auto von der Straße zu spülen.
Und Motorradfahrer?
Wer als Biker durch den Regen fährt, nutzt Gasgriff und Bremse besonders sensibel. Aquaplaning - das Aufschwimmen der Reifen - setzt bei Motorrädern vom Grundsatz her zwar erst etwas später ein als bei Autos. Denn die Reifen sind schmaler und abgerundeter als bei Pkw. So kann sich der Wasserkeil, der für das Aufschwimmen sorgt, nicht so schnell aufbauen.
Doch Motorradfahrer stehen vor ganz anderen Herausforderungen: Oft sorgt der Regen für einen schmierigen Film auf der Straße. Speziell in Kurven kann das zu Stürzen mit dem Motorrad führen. Besonders rutschig wird es vor allem auf Kanaldeckeln, Metallplatten vor Brücken sowie schmutzigen Straßenabschnitten – speziell auf dem Land.
Übrigens: Ein Regenschauer ist laut ADAC kein zwingender Grund, um auf dem Standstreifen anzuhalten. Und selbst ein starker Platzregen sei kein Notfall, um ausnahmsweise auf dem Standstreifen unter einer Autobahnbrücke zu stoppen.
mit Material von dpa
