Unwetterbilanz: Ein abgedecktes Dach, total verbeulte Autos und kahle Bäume

Ein Tornado hat in Ulm-Donaustetten das Dach dieses Hauses abgedeckt.
Jason Tschepljakow/dpa- Ein Unwetter traf den Ulmer Stadtteil Donaustetten, verursachte Schäden von 500.000 Euro und machte mindestens ein Haus unbewohnbar.
- Der Deutsche Wetterdienst prüft, ob es ein Tornado war.
- Neun Menschen wurden verletzt, als eine Ryanair-Maschine in Memmingen notlandete.
- Die Feuerwehr hatte 50 offene Einsätze, hauptsächlich wegen vollgelaufener Keller und umgestürzter Bäume.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Heftiger Regen, Sturmböen, Hagel - vor allem im Südosten Baden-Württembergs gab es am Mittwochabend (04.06.) stellenweise schwere Unwetter. Über Ulm ergoss sich eine kurze, heftige Gewitterfront, die sich weiter Richtung Bayern bewegte. Auch im Alb-Donau-Kreis gingen heftige Unwetter nieder. Am schlimmsten wurde der Ulmer Stadtteil Donaustetten getroffen. Aber auch in Bayern blieb das Unwetter nicht folgenlos. Unter anderem verhagelte es Fußball-Fans und Nationalelf den Start des Spiels gegen Portugal in München: Das Nations-League-Halbfinale begann wegen des Unwetters erst um 21.10 Uhr und damit zehn Minuten später als geplant. Zuvor hatte Hagel die Torhüter der deutschen Nationalmannschaft nach einer kurzen Stippvisite für ihr Warm-up vom Platz getrieben. Sie flüchteten vor dem Gewitter mit großen Hagelkörnern, kehrten dann aber zurück. Am Flughafen Memmingen musste eine Ryanair-Maschine wegen heftiger Turbulenzen einen außerplanmäßigen Stopp einlegen, neun Menschen wurden verletzt.
Allein in Donaustetten 500.000 Euro Schaden
In Donaustetten seien die Dächer mehrerer Reihenhäuser abgedeckt worden, sodass sie nicht mehr bewohnbar sind, sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur dpa. Verletzte gebe es nicht. Die Feuerwehr gehe von einer „kleinen Windhose“ aus, die durch zwei bis drei Straßenzüge gezogen sei. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prüft noch, ob es sich tatsächlich um einen Tornado handelte. Im Laufe des Donnerstags sollte Klarheit herrschen, sagte ein DWD-Sprecher.
Die erste Bilanz am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr vom diensthabenden Einsatzleiter Andreas Hörmann der Feuerwehr Ulm fiel durchwachsen aus. Den Süden der Stadt, insbesondere Donaustetten und Gögglingen, aber auch Wiblingen, habe das Unwetter doch stärker erwischt. „Da lag der Hagel auf der Straße.“ Das Führungshaus in Wiblingen als lokale Koordinationszentrale sei besetzt worden, zum Zeitpunkt des Telefonats hatten die Feuerwehrleute rund 50 offene Einsätze vor sich. Es handele sich vor allem um vollgelaufene Keller, die es auszupumpen gilt, und um auf Straßen gefallene Bäume.
Auf Social Media berichteten Anwohner ebenfalls von abgedeckten Hausdächern. Außerdem habe der starke Wind Fenster herausgerissen und Garten-Trampolins gegen Häuser geschleudert. Das Polizeipräsidium Ulm bilanzierte am Donnerstagmorgen: „Im Ortsteil Donaustetten kam es zu einer Vielzahl an Beschädigungen von geparkten Fahrzeugen, Gebäuden und Gartenanlagen. Diese wurden durch herunterfallende Dachziegel oder Bäume beschädigt. Ebenfalls in Ulm-Donaustetten wurde in der Straße „Beim Wasserturm“ ein gesamtes Schleppdach durch Windböen vom Dach gerissen. Die Sachschäden werden allein im Bereich Donaustetten auf 500.000 Euro geschätzt.“
Was zahlreich dokumentiert ist, sind Hagelfälle. Viele Gärten sehen nach dem Unwetter Anfang Juni aus wie kurz vor Weihnachten. Berichte darüber liegen der SÜDWEST PRESSE unter anderem aus dem Neu-Ulmer Stadtteil Ludwigsfeld vor. Das Polizeipräsidium Schwaben/Südwest in Kempten, das für Neu-Ulm zuständig ist, vermeldete keine größeren polizeilichen Einsätze wegen des Unwetters.

Aufräumarbeiten in Donaustetten nach dem Sturm.
Volkmar KönnekeAndere Teile der Doppelstadt, vor allem die im Norden, kamen glimpflicher davon. Allerdings sorgte der kurze, heftige Regen für stellenweise Überflutungen, auch Keller liefen voll.
Für den Donnerstag (05.06.2025) erwartet der DWD im Nordwesten Deutschlands Schauer mit kurzen Gewittern und Starkregen. Auch kleinkörniger Hagel und stürmische Böen seien möglich. Im Laufe des Nachmittags soll es kräftigere Gewitter und - von der Mitte bis in den Osten Deutschlands - lokal auch Starkregen mit 20 Litern pro Quadratmeter geben. Auch vereinzelte Unwetter mit Hagelkörnern mit einer Größe von etwa zwei Zentimetern sind laut DWD nicht auszuschließen.

Feuerwehr Altenstadt/Iller steht schon in den Startlöchern
Feuerwehr AltenstadtIn ganz Bayern rückten Polizei und Feuerwehr zu rund 200 Einsätzen aufgrund des Unwetters aus. Schwerwiegende Vorfälle blieben aus, wie die Polizeipräsidien mitteilten. Die Kräfte waren vor allem wegen umgeknickter Bäume und vollgelaufener Keller im Einsatz. Betroffen waren demnach das nördliche Oberbayern, Niederbayern, die Oberpfalz und Schwaben.
Radfahrer prallt gegen Baum
In Manching (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) stieß ein Fahrradfahrer laut Verkehrspolizei gegen einen über der Straße hängenden Baum, der zuvor durch das Unwetter umgeknickt war. Der 61-Jährige stürzte demnach vom Rad und verletzte sich mittelschwer. Auf der Autobahn 8 in Richtung München wurde ein Mensch laut Polizeipräsidium Oberbayern Nord bei einem Unfall in Folge von Aquaplaning leicht verletzt.
Party-Zelt fliegt durch die Luft
Im Zusamaltheim im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau stellte das Unwetter eine Party-Gemeinschaft vor Herausforderungen: Ein Sturm deckte die Plane für ein am Wochenende aufgebautes Zelt ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Dabei sei ein hoher Schaden entstanden, der jedoch zunächst nicht beziffert werden konnte.
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