Suchaktion mit Großaufgebot: Von vermisster Zweijähriger aus Bingen immer noch keine Spur
Es ist der Albtraum aller Eltern: In Hitzkofen, einem Ortsteil von Bingen im Landkreis Sigmaringen, läuft seit der Nacht auf Montag (18.12.2023) eine groß angelegte Suchaktion nach einem Kleinkind. Ein zweijähriges Mädchen ist aus dem elterlichen Wohnhaus verschwunden. „Die Vermisstenmeldung kam gegen 18.30 Uhr“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagabend.
Das zwei Jahre alte Mädchen hat sein Elternhaus am Sonntag wahrscheinlich in einem unbeobachteten Moment zwischen 16 und 17 Uhr verlassen. Das teilte die Polizei am Montag mit. Das Mädchen sei zum Zeitpunkt seines Verschwindens mutmaßlich lediglich mit einem Schlafanzug bekleidet gewesen. Die Zweijährige sei etwa 60 Zentimeter groß und habe kurze, blonde Haare und blaue Augen. Die Angabe hat die Polizei später korrigiert. Das Mädchen sei altersentsprechend groß, also 80 bis 90 Zentimeter.
Fieberhaft suchen Einsatzkräfte seit zahlreichen Stunden nach dem Mädchen, auch Taucher, Boote und Drohnen mit einer Wärmebildkamera sind im Einsatz – vergeblich. Besonders besorgniserregend ist zum einen die Eiseskälte draußen, zum anderen die unmittelbare Nähe des Hauses zum Fluss Lauchert. Spürhunde der Polizei nahmen laut einer Polizeisprecherin eine Spur der Zweijährigen auf, die dorthin geführt hat. Taucher hatten sofort gesucht – bisher ohne Erfolg; sie waren auch an einem Wehr im Wasser, das sich zwischen Bingen und Sigmaringendorf befindet, wo die Lauchert in die Donau mündet. „Wir haben keine Spur von dem vermissten Mädchen dort gefunden“, sagte eine Polizeisprecherin, „wir sind erst fertig, wenn das Kind gefunden ist“. Die Lauchert sei normalerweise ein ruhiger Fluss, habe aber gerade Hochwasser, sagte Bürgermeister Jochen Fetzer (parteilos). „Das macht die Sache noch dramatischer.“ Es sei deutlich mehr Wasser im Fluss als üblich.
Groß angelegte Suchaktion
Nachdem am Sonntag bis etwa Mitternacht knapp 200 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk in Bingen nach dem Mädchen gesucht hatten und der Einsatz dann zunächst in kleinerem Rahmen weiterging, wurde die Vermisstensuche am Montag wieder ausgedehnt: „Wir rollen das Ganze neu auf und holen uns neue Polizeikräfte für die heutige Suche“, sagte eine Sprecherin. Bis zum Montagnachmittag weitete die Polizei ihren Suchradius aus. Eine Hundertschaft des Polizeipräsidiums Ravensburg und des Polizeipräsidiums Einsatz aus Göppingen läuft nach Auskunft einer Polizeisprecherin sternförmig vom Elternhaus der Kleinen weg und durchkämmt jeden Meter. Unterstützt würden die Kollegen durch Spürhunde und aus der Luft durch einen Polizeihubschrauber. Am Sonntagabend war der Hubschrauber-Einsatz den Angaben zufolge witterungsbedingt noch nicht möglich gewesen.
Darüber hinaus liefen die Vernehmungen von Familie, Bekannten und Freunden. „Das dauert Stunden.“ Man werde „alle Register ziehen“, um das Kleinkind zu finden. Die Suche nach der Zweijährigen wird am Dienstag fortgesetzt. Dann sei unter anderem auch die Wasserschutzpolizei vor Ort.




