Kostüm-Streit auf der Buga 2023: Sombreros und Kimonos bei Ballett-Show: Werden kulturelle Klischees bedient?

Vor drei Tagen hat die Buga in Mannheim begonnen - und kämpft nun mit einer kleinen Kontroverse.
Uwe Anspach/dpaNach Worten der Chefin der Truppe, Erika Schmaltz, beanstandet das zuständige Buga-Team wegen zu klischeehafter Darstellung und angeblicher kultureller Aneignung 6 von 14 Kostümen, mit denen die 17 Frauen des Senioren-Balletts in den nächsten Monaten 7 Mal auf der Buga auftreten wollten.
„Wir sollen die spanischen Flamenco-Kostüme, den orientalische Tanz, den mexikanischen Tanz mit Sombreros und Ponchos, den japanischen Tanz mit Kimonos, den indischen mit Saris und den ägyptischen Tanz, in dem wir als Pharaoninnen verkleidet sind, nicht zeigen“, sagte Schmaltz am Montag. Zuvor hatte der „Mannheimer Morgen“ berichtet.
Ballett und Buga-Verantwortliche sind sich uneins
Mitgeteilt worden sei der Truppe dies erst am vergangenen Mittwoch - „obwohl wir die sieben Termine für die Show auf der Buga schon vor Weihnachten von der Buga bekommen hatten“, sagte Schmaltz. Wie es zur Entscheidung der Verantwortlichen gekommen sei, wisse sie nicht. Auch kenne sie die genaue Begründung nicht.
„Es geht uns darum eine gemeinsame Lösung zu finden“, sagte eine Buga-Sprecherin auf Anfrage, ohne zunächst weitere Details zu nennen. „Das beinhaltet beiderseitiges Entgegenkommen.“ Ein ausführlicheres Statement solle am Nachmittag gegeben werden. Das AWO-Ballett wurde 1980 von Liese Henz und Erika Schmaltz gegründet. Dabei treten die Frauen zwischen 59 und 85 Jahren ehrenamtlich etwa in Altenheimen oder auf Straßenfesten auf.
Wird die Kostüm-Show stattfinden oder nicht?
In der nun diskutierten Show waren unter dem Motto „Weltreise mit dem Traumschiff“ verschiedene Tanzeinlagen mit insgesamt 14 verschiedenen Kostümen geplant gewesen. „Wir werden nun überschwemmt mit Anrufen und ermutigenden Zuschriften“, sagte Schmaltz. „Keiner versteht, was das soll.“ Für Dienstag habe sich ein Mitarbeiter der Buga angesagt, um beim Training zuzuschauen und einen Kompromiss zu finden. „Aber wir zeigen die Show entweder ganz oder gar nicht.“
