Bahnkunden mussten sich am Freitag erneut auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Grund ist der Tarifstreit zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Südwestdeutschen Landesverkehrs GmbH (SWEG).

Streik der Lokführer der GDL am Freitag

Die Gewerkschaft kündigte am Freitag kurzfristig einen weiteren Streik an, ohne sich auf ein Datum und eine Uhrzeit festzulegen. Doch am Mittag meldete die bestreikte SWEG und deren Tochter SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) in einer Mitteilung, dass der Ausstand bereits am Freitag, 9.12.2022, beginnt, und die Arbeit ab 14.00 Uhr niedergelegt wird. Schon zuvor hatte es Streiks gegeben.
Ob der plötzliche Ausstand ein Signal während der am Freitag begonnenen feierlichen Eröffnung der Neubaustrecke Ulm-Wendlingen sein soll, war nicht zu erfahren.

Züge fahren wieder: Dennoch muss mit Ausfällen gerechnet werden

Am Samstag dann die Mitteilung: Streik beendet, die Züge fahren ab 16 Uhr wieder. Fahrgäste müssen sich dennoch darauf einstellen, dass es noch zu Zugausfällen kommen kann, da es dauern wird, bis der Schienenverkehr wieder regulär läuft. Laut der Mitteilung der SWEG muss weiterhin mit „sehr kurzfristigen weiteren Arbeitsniederlegungen“ gerechnet werden. Fahrgäste sollen sich vor ihrer Reise über ihre Verbindung informieren.

Gewerkschaft GDL droht: Strecken nicht mehr verlässlich nutzbar

„Wir möchten an dieser Stelle klar und deutlich aufzeigen, dass die von diesen beiden Eisenbahngesellschaften befahrenen Netze von Reisenden in den nächsten Wochen nicht mehr kalkulierbar und verlässlich genutzt werden können“, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky laut Mitteilung am Freitag.
In dem Konflikt geht es darum, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) künftig eigenen Angaben zufolge nicht nur für die SBS, sondern für den gesamten SWEG-Konzern einen Tarifvertrag für die mehr als 500 Eisenbahner aushandeln möchte. Insgesamt zählt der Konzern 1800 Beschäftigte.
Die SWEG lehnt das ab und will die ehemalige Abellio Rail Baden-Württemberg - heute SBS - auch nicht dauerhaft übernehmen. Die Abellio-Tochter war Ende 2021 in finanzielle Schieflage geraten. Die landeseigene SWEG hatte das Unternehmen daraufhin für zunächst zwei Jahre übernommen.