Tötungsdelikte in BW: Nach diesen mutmaßlichen Mördern wird noch immer gefahndet

Einige Fälle stellen die Polizei bis heute vor Rätsel.
Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Polizeipräsidium Aalen, Polizeipräsidium Freiburg, Kriminaldirektion Rottweil, Polizeipräsidium Ludwigsburg- BW-Polizei sucht weiter mutmaßliche Mörder; mehrere Fälle ungeklärt.
- Schwaikheim 2024: 75-Jährige im Garten getötet; Phantombild, 5000 Euro Belohnung.
- Heidenheim 2016: Manolis Karatzaidis erschoss Schwager; flüchtig, 4000 Euro Belohnung.
- Ungeklärte Cold Cases: Eva Götz (1997), Angelika Steudle (1986), unbekannte Frauen (1986/97).
- Europol-Fahndung: Alexander Elberg wegen Mord 1991 gesucht; 1500 Euro Belohnung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Jahre, teils Jahrzehnte sind ins Land gegangen, seit die Leben von Angelika Steudle, Eva Götz und fünf weiteren Menschen brutal beendet wurden – ihre mutmaßlichen Mörder wurden noch immer nicht vor Gericht gebracht. Die Aufklärungsrate von Tötungsdelikten ist in Baden-Württemberg hoch. Dennoch ist einigen Tatverdächtigen die Flucht gelungen.
Manche Namen und Gesichter sind den Ermittlern bekannt, doch ihr Aufenthaltsort bleibt ein Rätsel. Andere sind bis heute identitätslos. Die Polizei gibt jedoch nicht auf. Noch immer wird aktiv nach den Tätern gefahndet – in der Hoffnung, den einen Hinweis zu erhalten, der endlich Antworten liefert.
Mord im Kleingarten (2024)
Im Herbst 2024 wurde die Gemeinde Schwaikheim (Rems-Murr-Kreis) von einem schrecklichen Verbrechen erschüttert. Am Dienstagmittag, 24. September 2024, hält sich die 75-jährige Margaretha S. auf ihrem Gartengrundstück auf, das an einem beliebten Spazierweg in Richtung Winnenden liegt. Als die Rentnerin nicht, wie geplant, zum Abendessen erscheint, machen sich ihr besorgter Ehemann in Begleitung weiterer Angehöriger zu dem Kleingarten auf. Dort findet die Familie die Leiche vor.

Täter oder Zeuge? Das Phantombild des gesuchten Mannes.
Polizeipräsidium AalenSpäter bestätigt die Obduktion den Verdacht auf ein Gewaltverbrechen. Vor Ort wurde eine DNA-Spur gesichert, die allerdings keine nennenswerten Aufschlüsse lieferte. Auch das Motiv ist bis heute nicht klar. Im Fokus der zuständigen Sonderkommission „Garten“ steht ein Mann, der zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Gartens gesehen wurde. Nach dem Kenntnisstand der Ermittler könnte er der Täter sein – oder zumindest ein wichtiger Zeuge.
Wichtige Informationen
Der Fall wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am 6. November 2024 behandelt. Für Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der zuständigen Polizeistelle sind auf der Webseite der Landespolizei zu finden.
Ein tödlicher Familienstreit (2016)
Eine innerfamiliäre Auseinandersetzung endet in Heidenheim vor rund zehn Jahren mit tödlichen Schüssen. In den frühen Morgenstunden am Sonntag, 18. September 2016, kommt es im damaligen Bistro Palma an der Erchenstraße zu einem Streit. Darin verwickelt waren die Betreiber der Gaststätte – ein 24-jähriger Mann und seine Schwester – sowie deren Ehemann, der damals 34-jährige Manolis Karatzaidis.
Der Konflikt eskalierte. Gegen 2.24 Uhr feuerte Karatzaidis mehrere Schüsse aus einer umgebauten Schreckschusspistole ab. Sein 24-jähriger Schwager wurde durch einen Kopfschuss getötet, seine Frau durch einen Streifschuss verletzt.
Infolgedessen flüchtete der 34-Jährige in einem orangebraunen BMW mit dem Kennzeichen HDH-MX 210 vom Tatort. Videoaufnahmen erfassten ihn zwischen 2.33 und 2.37 Uhr an einer Tankstelle in der Daimlerstraße in Herbrechtingen. Um 5.38 Uhr wurde sein Mobiltelefon zum letzten Mal an einer Autobahnanschlussstelle registriert. Dann verliert sich seine Spur.
Manolis Karatzaidis war vor der Tat als Bauhelfer tätig und pflegte unter anderem Kontakte nach München, Nordmazedonien, Georgien und Griechenland.
Wichtige Informationen
Der Fall wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am 12. Februar 2025 behandelt. Für Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen, ist eine Belohnung in Höhe von 4000 Euro ausgesetzt. Weitere Informationen zum Fall sowie die Kontaktdaten der zuständigen Polizeistelle sind auf der Webseite des Bundeskriminalamts und der Landespolizei zu finden.
Die verbrannte Frau im Wald (1997)
Eine Frauenleiche, die am Donnerstag, 24. Juli 1997, in der Nähe des Wanderparkplatzes „Weißenbach“ zwischen Todtmoos und Todtnau (Kreis Lörrach) gefunden wurde, hat beinahe drei Jahrzehnte später noch immer keinen Namen.
Die Überreste der schätzungsweise 20-jährigen Frau wurden von einer Familie beim Beerensammeln in einem ausgehobenen Erdloch entdeckt. Dort hatte sie nach Angabe der Polizei vermutlich mehrere Tage, maximal zwei Wochen, gelegen. Zuvor hatte man sie offenbar mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet.
In der Nähe des Fundortes stellten die Ermittler eine Zigarettenkippe der Marke Marlboro und eine Bauschaufel mit Gebrauchsspuren sicher. 2023 gelang es der Polizei, das Gesicht der Frau zu rekonstruieren.
Wichtige Informationen
Der Fall wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am 11. Oktober 2023 behandelt und war zudem Teil der internationalen Kampagne „Identify Me“, die das Ziel verfolgt, Frauenleichen zu identifizieren. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Straftat führen, ist eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Hinweise, die zur Identifizierung der Toten führen, werden mit 2000 Euro belohnt. Weitere Informationen zum Fall sowie die Kontaktdaten der zuständigen Polizeistelle sind auf der Webseite des Bundeskriminalamts zu finden.
Entführung auf dem Nachhauseweg (1997)
Beinahe 30 Jahre sind vergangen, seit ein Wochenendausflug für eine junge Frau ein grauenhaftes Ende nahm. Die Biologie-Studentin Eva Götz befand sich am Sonntag, dem 26. Januar 1997, auf dem Heimweg von einem Besuch bei ihren Eltern in Landau in der Pfalz.
Mit dem Zug fuhr sie von Annweiler über Karlsruhe zurück nach Freiburg im Breisgau. Um 21.08 Uhr machte sich die 26-Jährige vom Hauptbahnhof aus über die Stefan-Meier-Straße zu Fuß auf den Weg durch das Institutsviertel.
Mehrere Zeugen sagten später aus, gegen 21.20 Uhr den Schrei einer Frau gehört zu haben. Zeugen berichteten zudem von der Sichtung eines eckigen, cremefarbenen und heruntergekommenen Kastenwagens mit schwarzem Kennzeichen, der nahe der damaligen DEA-Tankstelle gestanden haben soll. Bereits nachmittags wurde er in diesem Bereich gesehen.
Die Ermittler vermuten, dass der Täter Eva Götz in das Fahrzeug zwang und mit ihr über den Schwarzwald in den Bereich Blumberg/Geisingen (Landkreis Tuttlingen) fuhr, wo das mutmaßliche Tatfahrzeug zwischen 23 Uhr und 2.30 Uhr gesichtet wurde.
Der Leichnam der Studentin wurde am Folgemorgen um 8.45 Uhr am Rande eines Feldweges an der Landstraße 185 nahe Leipferdingen von einem LKW-Fahrer gefunden. Eva Götz wurde mit Chloroform betäubt, misshandelt, erstickt und aus dem Fahrzeug geworfen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie ein zufälliges Opfer war.
Am Tatort hat der Mörder DNA-Material hinterlassen, das bislang nicht zugeordnet werden konnte. Eine Vielzahl persönlicher Gegenstände von Eva Götz, die sich im Besitz des Täters befinden könnten, werden bis heute gesucht.
Wichtige Informationen
Der Fall wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am18. Januar 2023 und in Folge 55 der Sendung „Wahre Verbrechen – Suche nach Gerechtigkeit“ behandelt.
Für Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt. Weitere Informationen zum Fall sowie die Kontaktdaten der zuständigen Polizeistelle gibt es auf der Webseite des Bundeskriminalamts und der Landespolizei.
Im Wald erschlagen (1991)
Wegen eines Verbrechens, das vor mehr als 34 Jahren in einem Waldstück bei Sindelfingen (Landkreis Böblingen) begangen wurde, steht ein Mann aus Osteuropa auf Europols Liste der meistgesuchten Straftäter des Kontinents. Sein Name lautet Alexander Elberg.
Das Opfer, ein 35-jähriger Mann, war zwischen dem 22. und 23. August 1991 auf einem unbefestigten Waldweg im Bereich der Hinterlinger Seen nahe der alten B14 zwischen Sindelfingen und Stuttgart-Vaihingen mit dem Fahrrad unterwegs. Dort traf er nach Kenntnisstand der Ermittler auf seinen Mörder, der ihn schlussendlich mit einem Stein erschlug. Zum Motiv und dem genauen Hergang der Tat ist wenig bekannt.
Die Identität des Täters blieb für mehr als zwei Jahrzehnte ein Rätsel. Erst im Jahr 2012 gelang es der Kriminalpolizei im Zuge von Cold-Case-Ermittlungen, Alexander Elberg, der zum Tatzeitpunkt 34 Jahre alt war, als mutmaßlichen Mörder zu ermitteln. Da dessen Aufenthaltsort unbekannt ist, konnte er bis heute nicht verhaftet werden.
Erlberg ist russischer Staatsangehöriger, wurde in Kasachstan geboren und kam 1988 nach Deutschland. Zum Tatzeitpunkt soll er keinen festen Wohnsitz gehabt und sich in den Wäldern um Sindelfingen aufgehalten haben. Zeugenaussagen zufolge reiste er im Jahr 1993 zunächst in das Wolgograd-Gebiet von Russland; 2004 wurde eine Einreise in die Ukraine dokumentiert. Anschließend verliert sich seine Spur.
Wichtige Informationen
Der Fall wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am 11. Dezember 2024 behandelt. Für Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen, ist eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro ausgesetzt. Weitere Informationen zum Fall sowie die Kontaktdaten der zuständigen Polizeistelle gibt es auf der Webseite des Bundeskriminalamts, der Landespolizei und Europol.
Beim Trampen ermordet (1986)
Es ist ein Fall, der auch Jahrzehnte später noch Wellen in Deutschland schlug und dennoch nie aufgeklärt werden konnte: die Ermordung der 17-jährigen Angelika Steudle. Laut den Ermittlungen der damaligen Böblinger Sonderkommission „Steudle“ war die Teenagerin am Montag, 14. April 1986, als Anhalterin von Aalen-Unterkochen in Richtung Calw unterwegs. Dort wollte sie ihren Ex-Freund treffen, der die Beziehung am Wochenende zuvor beendet hatte.

Angelika Steudle
Polizei Baden-WürttembergVerschiedene Autofahrer nahmen Angelika Steudle nachweislich über Essingen, Schwäbisch Gmünd, Schorndorf, Fellbach und Bad Cannstatt bis nach Ludwigsburg mit. Zum letzten Mal lebend gesehen wurde sie an der Bärenwiese – eine Gegend, die zu dieser Zeit als Straßenstrich bekannt war. Ein Zeuge sagte später aus, dass er Angelika Steudle gegen 22 Uhr beim Einstieg in einen hellen Mercedes des Typs 115 gesehen haben wolle. Danach verläuft sich die Spur der Jugendlichen.
Eine besorgte Freundin meldete Angelika Steudle noch am selben Abend vermisst. Ihre Leiche wurde am darauffolgenden Dienstag, 15. April 1986, gegen 16 Uhr von einem Spaziergänger in einem Waldstück im Hölzertal bei Magstadt (Landkreis Böblingen) gefunden. Die 17-Jährige wurde nach Angaben der Behörden sexuell missbraucht und zwischen 23.30 Uhr und 3 Uhr morgens mit mehreren Messerstichen getötet.
Am Tatort fanden die Ermittler eine bis heute unbekannte DNA-Spur. Die Tatwaffe – ein mindestens elf Zentimeter langes und zwölf Millimeter breites einseitig geschliffenes Messer – wurde nie gefunden.
Wichtige Informationen
Der Fall wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am 16. September 2009 sowie in Staffel 2, Folge 10 der Sendung „Ungeklärte Morde – dem Täter auf der Spur“ behandelt. Für Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen, ist eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro ausgesetzt. Weitere Informationen zum Fall sowie die Kontaktdaten der zuständigen Polizeistelle gibt es auf der Webseite der Landespolizei.
Die Unbekannte an der Autobahn (1985-86)
Am 16. März 1986 macht ein Spaziergänger nahe der Autobahn 6 eine erschreckende Entdeckung: die stark skelettierten Überreste einer Frau. Die Leiche befand sich unweit des Parkplatzes „Weißer Stock“ (Fahrtrichtung Heilbronn) nahe St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis).
Durch die starke Verwesung waren viele Beweise verlorengegangen. Ermittler schlussfolgerten jedoch, dass die Frau voraussichtlich einige Monate, höchstens ein Jahr dort gelegen hatte und einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war.
Mittels computergestützter Gesichtsrekonstruktion konnte im Jahr 2009 visualisiert werden, wie die Frau wahrscheinlich ausgesehen hat.
Wichtige Informationen
Der Fall wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ vom 14. Juni 2023 behandelt und war zudem Teil der internationalen Kampagne „Identify Me“. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Straftat führen ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Hinweise, die zur Identifizierung der Toten führen, werden mit 2000 Euro belohnt. Weitere Informationen zum Fall sowie die Kontaktdaten der zuständigen Polizeistelle gibt es auf der Webseite des Bundeskriminalamts und der Landespolizei.































