Stellenabbau bei Schaeffler
: Sind auch Standorte in BW betroffen?

Der Automobilzulieferer Schaeffler hat einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Tausende Arbeitsplätze sollen in Europa wegfallen.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
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Schaeffler-Flaggen: Flaggen mit dem Schriftzug der Schaeffler AG. (zu dpa: «Schaeffler streicht Tausende Jobs und schließt Werke»)

Schaeffler-Flaggen: Flaggen mit dem Schriftzug der Schaeffler AG.

Daniel Karmann/dpa

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler mit Sitz im bayerischen Herzogenaurach will erneut Tausende Arbeitsplätze streichen. Wie das Unternehmen am Dienstag (3. November) mitteilte, sollen im Rahmen eines neuen Sparprogramms europaweit rund 3.460 Stellen wegfallen. Allein in Deutschland sind etwa 2.660 Arbeitsplätze betroffen. Zudem plant Schaeffler die Schließung mehrerer Standorte.

Mit den Maßnahmen reagiert der Konzern nach eigenen Angaben auf die anhaltende Krise in der europäischen Automobilindustrie. Neben einer schwachen Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren belastet auch der langsamer als erwartet verlaufende Hochlauf der Elektromobilität das Geschäft.

Stellenabbau bei Schaeffler: Auch Bühl in Baden-Württemberg betroffen

Von den geplanten Einsparungen ist auch Baden-Württemberg betroffen. In seiner Pressemitteilung nennt Schaeffler ausdrücklich den Standort Bühl im Landkreis Rastatt. Dort seien Kapazitäts- und Strukturanpassungen vorgesehen.

Was das konkret für die Beschäftigten in Bühl bedeutet, ist bislang allerdings unklar. Wie viele Arbeitsplätze an dem baden-württembergischen Standort wegfallen sollen, teilte Schaeffler zunächst nicht mit. Auch eine vollständige Schließung des Werks ist nach derzeitigem Stand nicht vorgesehen.

Insgesamt sind 16 europäische Schaeffler-Standorte von den Maßnahmen betroffen. Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Plänen sollen die Beschäftigten im Rahmen lokaler Mitarbeiterversammlungen erhalten.

Schaeffler will vier Standorte in Deutschland schließen

Besonders einschneidend fallen die Maßnahmen an anderen deutschen Standorten aus. So sollen die Werke in Dortmund und Morbach vollständig geschlossen werden. Dort arbeiten derzeit rund 430 beziehungsweise 160 Menschen.

Auch die Aktivitäten am Standort Berlin mit etwa 270 Beschäftigten sollen eingestellt werden. Der Standort Schwalbach soll ebenfalls aufgegeben werden. Ein Großteil der dortigen Belegschaft soll allerdings nach Frankfurt wechseln.

Darüber hinaus sind weitere Anpassungen unter anderem in Herzogenaurach, Höchstadt, Nürnberg und Regensburg geplant.

Etwa die Hälfte des europaweiten Stellenabbaus betrifft die Produktion. Weitere 30 Prozent entfallen auf Forschung und Entwicklung, die übrigen 20 Prozent auf andere Unternehmensbereiche.

Stellenabbau soll überwiegend bis 2028 erfolgen

Die geplanten Einschnitte sind nicht die ersten bei Schaeffler. Bereits im November 2024 hatte das Unternehmen umfangreiche Strukturmaßnahmen angekündigt. Hinzu kommen 1.800 Altersteilzeitverträge, die Anfang Oktober 2026 abgeschlossen wurden.

Mit dem neuen Programm sollen bis 2028 rund neun Prozent der zum 30. September 2026 bestehenden deutschen Stammbelegschaft abgebaut werden. Werden frühere Sparmaßnahmen und die Altersteilzeitvereinbarungen einbezogen, steigt der Anteil laut Schaeffler auf rund 18 Prozent.

Der Konzern will mit dem neuen Sparprogramm ab 2030 jährlich rund 300 Millionen Euro einsparen. Die einmaligen Kosten für die Umstrukturierung beziffert das Unternehmen auf rund 480 Millionen Euro.

Die Umsetzung der Maßnahmen ist überwiegend für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen. Schaeffler betont, den Stellenabbau möglichst sozialverträglich und in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen gestalten zu wollen. Außerdem ist ein vorübergehender freiwilliger Gehaltsverzicht über verschiedene Hierarchieebenen hinweg im Gespräch.