Um Gas einzusparen, sprechen sich Jugendverbände in Baden-Württemberg für eine niedrigere Raumtemperatur in Schulen aus. In Klassenräumen solle die Temperaturuntergrenze von 20 auf zunächst 19 Grad gesenkt werden, forderten Jugendliche aus Schwäbisch-Gmünd und erhielten dabei am Mittwoch Unterstützung vom Dachverband der Jugendgemeinderäte und dem Landesschülerbeirat.
„Die Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg sind bereit, ihren Beitrag zu leisten“, sagte die Sprecherin des Landesschülerbeirats, Jette Wagler. Das Kultusministerium müsse hier nun aktiv werden. Bislang hatte das Ministerium auf die Arbeitsstättenverordnung und die Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherung verwiesen. Demnach sei eine Temperatur von 20 Grad vorgesehen, die beim Lüften unterschritten werden könne.

Beim Stoßlüften mehr gefroren

Einen Verweis darauf lassen die Jugendlichen aber nicht gelten, wie der Schülerbeirat klarmachte: Die Schülerinnen und Schüler hätten in den vergangenen beiden Corona-Wintern durch das ständige Stoßlüften deutlich mehr gefroren, als das bei einer Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad der Fall wäre, hieß es.
Die Landesregierung in Baden-Württemberg hatte sich bereits auf einem „Gasgipfel“ im Juli auf ein Maßnahmenpaket für öffentliche Gebäude verpflichtet. Unter anderem sollen Klimaanlagen abgestellt und die Heizung in Räumen auf das gesetzliche Minimum von 20 Grad abgesenkt werden. Bestimmte Räume sollten zudem gar nicht mehr geheizt werden. Kultusministerin Theresia Schopper hatte aber in einem Interview mit der dpa schon angedeutet, dass auch in Klassenzimmern eine Absenkung der Mindesttemperatur auf 18 Grad denkbar sei. „Wenn wir einen Winter haben, wo es richtig knackig kalt ist, und in den Räumen ist es 18 Grad, kann ich nicht kurzärmlig mit dem T-Shirt in die Schule kommen“, sagte Schopper damals.