Schüsse in Plochingen: Immer wieder Anschläge auf offener Straße – Ermittler sind alarmiert

Am Sonntagmorgen wurde gegen 5.30 Uhr in der Eisenbahnstrasse in Plochingen vor einer Shisha Lounge gegenueber vom Bahnhof ein Mann angeschossen.
SDM /KohlsEs erinnert an Szenen aus Hollywood-Thrillern: In der Region Stuttgart fallen immer wieder Schüsse auf offener Straße, mehrere Menschen werden verletzt und die unbekannten Schützen sind stets auf der Flucht. Die Polizei ist nach wiederholten Anschlägen alarmiert. Am frühen Sonntag wurde der Wirt einer Shisha-Bar in der Nähe des Bahnhofs von einem Schuss getroffen und leicht verletzt. Die Schüsse kamen aus einem Auto heraus.
Schüsse in Plochingen: Die Fälle ähneln sich
Die Fälle ähnelten sich, deshalb würden auch Zusammenhänge geprüft, teilte das Landeskriminalamt am Montag mit. Bei der Suche nach dem oder den Tätern gebe es bislang aber nichts Neues. Zuletzt hatten mehrere Schüsse in Plochingen (Kreis Esslingen) für Aufsehen gesorgt. Zuletzt ist der Politiker und Landwirt Georg Gallus junior durch Schüsse in seiner eigenen Wohnung in Hattenhofen schwer verletzt worden.
Zum aktuellen Fall heißt es: „Es wurde durch die Scheibe geschossen“, bestätigte ein LKA-Sprecher am Montag. Die Schüsse seien aus einem Auto heraus abgegeben worden, hieß es weiter. Der Inhaber des Ladens habe in der Nähe des Fensters gestanden und sei von einem der Schüsse getroffen worden. Der 34-Jährige habe nach einer ambulanten Behandlung die Klinik bereits wieder verlassen. Bei der Fahndung waren mehrere Streifenwagen und auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt worden - ohne Erfolg.
Schüsse im Raum Stuttgart – nicht der erste Fall
Das LKA und das zuständige Polizeipräsidium Reutlingen hatten bereits Ende Februar eine gemeinsame Ermittlungsgruppe eingerichtet. Denn die Schüsse von Sonntag sind nicht der erste Vorfall dieser Art in der Stadt am Neckar. Erst am 25. Februar war dort ein anderer Gastwirt angeschossen worden - allerdings traf es ihn wahrscheinlich eher zufällig. Der 66-Jährige war angeschossen und schwer verletzt worden, als er gemeinsam mit anderen Gästen aus seinem Lokal ins Freie trat. Die Gruppe hatte Geräusche von zerbrechendem Glas gehört. Einer von zwei Maskierten vor dem beschädigten Fenster eines Friseurgeschäftes hatte daraufhin das Feuer eröffnet.
Aus einem fahrenden Auto heraus war hingegen Ende Februar auf eine 21-Jährige in Eislingen/Fils (Kreis Göppingen) vor einer Shishabar geschossen worden. Auch Vorfälle mit Schüssen aus den Bereichen der Präsidien in Ulm und Stuttgart nimmt die Ermittlungsgruppe unter die Lupe. „Die Zusammenführung beim LKA dient dem Ziel, die vorhandenen Ermittlungs- und Auswertungserkenntnisse zentral zusammenzuführen, um die Auswertung in einem übergreifenden Kontext durchzuführen und die Ermittlungen zu bündeln“, teilten LKA und Polizei mit. Unter anderem würden nun DNA-Spuren gesichert und verglichen, möglich sei auch der Abgleich von Projektilen und weiteren Hinweisen.

