Razzien nach Explosion in Altbach: Polizei findet scharfe Waffe – Gibt es einen Zusammenhang zur Schussserie in Stuttgart?

Gibt es zwischen den Schussserien in Baden-Württemberg und der Explosion auf dem Friedhof in Altbach einen Zusammenhang? Das prüft nun das LKA.
dpa, SDGM; Collage: BefunkyNachdem bei einem Sprengkörper-Wurf am vergangenen Freitag auf einer Trauerfeier in Altbach (Kreis Esslingen) mehrere Menschen verletzt wurden, hat die Polizei am Mittwochmorgen drei Männer festgenommen. Nun vermeldet die Polizei, dass bei einem der Männer, einem 19-Jährigen, eine scharfe Schusswaffe mit dazugehöriger Munition gefunden hat.
Es werde nun untersucht, ob die Waffe bei einer Serie von Schüssen im Großraum Stuttgart verwendet wurde. Das LKA berichtet von Anhaltspunkten, dass „sowohl die Schussabgaben im öffentlichen Raum als auch die Tat in Altbach im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zweier rivalisierender gewaltbereiter Gruppierungen steht“.
Zusammenhang mit Schussserie in Stuttgart vermutet
In den vergangenen Wochen hatte es im Raum Stuttgart mehrere Schussserien gegeben, die in Zusammenhang zueinander stehen könnten. Durch Razzien in Bars und Wohnungen konnten Polizeibeamte bereits Waffen feststellen und hat mehrere Tatverdächtige festgenommen. Noch laufen die Ermittlungen an, dennoch zeichne sich ab, dass die Taten einen ähnlichen Hintergrund haben.
So wurde an einem frühen Sonntagmorgen im April (02.04.2023) ein 35-jähriger Gastwirt vor seinem Restaurant in Plochingen aus einem Auto heraus angeschossen. Erst wenige Wochen zuvor, am 25. Februar, fielen nachts in Plochingen Schüsse. Dabei wurde ein Mann verletzt. Einen Tag zuvor (24.02.2023) war eine Frau in Eislingen von Unbekannten aus einem fahrenden Auto angeschossen worden. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich auch in Donzdorf und Ostfildern (Kreis Esslingen).
Razzia am Mittwochmorgen (14.06.2023): Drei Männer festgenommen
Bei den Durchsuchungen der Polizei am Vormittag wurden drei Männer im Alter von 19, 20 und 21 Jahren festgenommen, die die deutsche, türkische und georgische Staatsbürgerschaft besitzen. Alle drei sind der Polizei aufgrund vorheriger Gewaltdelikte bereits bekannt. Sie sollen, nach Angaben der Polizei den Mann, der den explosiven Gegenstand geworfen hat, verfolgt und so schwer verprügelt haben, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ihnen wird deshalb nun gemeinschaftlicher versuchter Totschlag und gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Abgesehen von der Schusswaffe fanden die Ermittler bei den Durchsuchungen zusätzlich noch bei dem 20-Jährigen Kleidung, die er bei der Tat getragen haben soll.
Der mutmaßliche 23-jährige Werfer des Sprengkörpers sitzt bereits wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag in Haft. Der Iraner habe sei zwar inzwischen vernehmungsfähig, habe sich aber noch nicht zur Tat geäußert. Zur Tatwaffe teilten die Ermittler mit, dass es sich bei dem Sprengkörper vermutlich um eine jugoslawische Handgranate des Typs M75 handelte. Die Anwesenden auf dem Friedhof hatten bei dem Angriff großes Glück, denn die Granate sei an den Ast eines Baumes geprallt und dadurch abgefedert worden.
