Renner zu Weihnachten
: Warum der erste Glühwein illegal war – Vier Fakten über das Heißgetränk

Die Temperaturen orientieren sich zum Nullpunkt, es wird schon am Nachmittag dunkel und die ersten Weihnachtsmärkte stehen vor der Tür: Zeit für einen Glühwein – und ein paar Fakten zum heißen Genuss.
Von
Felix Feyock
Baden-Württemberg
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Weihnachtsmarkt Berliner Wintertraum: Weihnachtstassen auf dem Weihnachtsmarkt 'Berliner Wintertraum' in der Schnellerstrasse im Bezirk Treptow-Köpenick. Berlin, 10.11.2024

Für zwei Tassen Glühwein müssen Weihnachtsmarktbesucher 2024 durchschnittlich fast 8,50 Euro auf den Tisch legen. Ohne Pfand.

Thomas Bartilla/Future Image/actionpress
  • Glühwein wärmt nur kurzfristig, auf Dauer kühlt er den Körper aus.
  • Preise für Glühwein steigen stetig, 2024 bis zu 8,50 Euro für zwei Tassen.
  • Der erste Glühwein Süddeutschlands wurde illegal abgefüllt.
  • Glühwein darf nur aus Wein mit Zimt und/oder Gewürznelken bestehen.
  • Glühwein auf Weihnachtsmärkten sorgt für gemütliches Beisammensein.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine warme Tasse Glühwein kann in so manchen Momenten Abhilfe schaffen. Sie hilft beim Runterkommen in der stressigen Vorweihnachtszeit, lenkt den einen oder anderen vom beruflichen Alltag ab und sorgt beim Genuss in der Gruppe zumeist für ein gemütliches Beisammensein. Sowohl in den heimischen vier Wänden, als natürlich auch ganz klassisch auf einem der vielen anstehenden Weihnachtsmärkte im Süden. Bei letzterem hat der Weihnachtsmarkt-Topseller – wie seine modernen Alternativen, auch ganz einfach daheim herstellbar – sogar noch einen positiven Nebeneffekt: Er wärmt die Hände und macht den Besuch auch bei eisigen Temperaturen erträglich. Zumindest im ersten Moment. Denn zu den wenig bekannten Fakten gehört:

1. Glühwein wärmt gar nicht – im Gegenteil

Zeigt das Thermometer im Winter unter fünf Grad an, dann boomt der Absatz an den Glühweinständen auf den Weihnachtsmärkten nur so. Klar, denn als mutmaßlicher Wärme-Booster ist das meist dunkelrote Weingemisch dann besonders gefragt. Dass Glühwein trinken allerdings nur für einen ganz geringen Zeitraum eine wärmende Wirkung hat, ist den meisten Konsumenten in dem Moment (wohl) nicht ganz klar.

Durch den enthaltenen Alkohol werden die Gefäße erweitert, womit das Blut in größeren Mengen an die Körperoberfläche fließen kann. Die entstandene Wärme wird somit in kürzester Zeit wieder an die Luft abgegeben. Auf Dauer bewirkt der Konsum sogar genau das Gegenteil: Der Körper kühlt aus und uns wird eher kälter statt wärmer.

2. Dafür wird der Preis immer heißer

Ein Blick auf die Preisentwicklung zeigt auch beim Glühwein eine stetige Erhöhung. Hat eine Tasse vor fünf Jahren noch durchschnittlich 3,13 Euro gekostet, werden in diesem Jahr ganze 4,24 Euro verlangt. 2023 lag dieser bundesweit bei 3,97 Euro. Im Süden verhält es sich nicht anders: Auch in Baden-Württemberg müssen Glühwein-Fans 2024 auf fast allen Weihnachtsmärkten tiefer in die Tasche greifen. In Stuttgart werden bis zu fünf Euro fällig.

Als Gründe für den Anstieg werden von den Betreibern unter anderem die gestiegenen Einkaufspreise, höhere Ausgaben für Standmiete und Arbeitslöhne sowie Zusatzgebühren angegeben.

3. Nicht jedes Gemisch darf ein „Glühwein“ sein

Übrigens: Um in Deutschland hergestellten Glühwein auch „Glühwein“ nennen zu dürfen, gibt es für jedes Bundesland ein gesondertes Merkblatt Glühwein. Im Ländle sind die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württemberg für die Einhaltung der darin enthalten Vorgaben verantwortlich.

In diesem vierseitigen Schreiben ist genau aufgelistet, welche Zutaten in einem echten Glühwein enthalten sein müssen. So darf er „ausschließlich aus Rot- und Weißwein gewonnen“ werden und muss „hauptsächlich mit Zimt und/oder Gewürznelken gewürzt“ sein. Zudem hat er einen Mindestalkoholgehalt von sieben bis maximal 14,5 Prozent aufzuweisen. Auch die Benamung, die Zubereitung, die dafür zu verwendenden Geräte und die Allergenkennzeichnung sind dabei rechtlich geregelt.

4. Der erste Glühwein Süddeutschlands wurde illegal abgefüllt

Schon vor über 600 Jahren tranken die Menschen aufgewärmten Wein mit Gewürzen. Über das alte Rom, das Mittelalter und Sachsen im 19. Jahrhundert fand das beliebte Heißgetränk seinen Weg in den südlichen Teil Deutschlands. Den ersten süddeutschen Glühwein entwickelte die Weinkellerei Kunzmann aus Augsburg, die auch heute noch erfolgreich am Markt vertreten ist.

1956 fertigte Rudolf Kunzmann den ersten Glühwein der Neuzeit an und füllte diesen in seiner Firma ab. Da es zur damaligen Zeit laut bestehenden Weinrechtes verboten war, Wein mit Zucker zu mischen, musste der Unternehmer zu Beginn einige Strafzahlungen leisten. Das hielt ihn allerdings nicht von der Produktion ab. Einige Zeit später wurde das Gesetz gelockert und Glühwein konnte legal hergestellt werden. Das Weihnachtsgetränk war geboren. Und die Hände der Weihnachtsmarktbesucher von dort an warm.

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