Razzia bei Reichsbürger
: Polizei stürmt Gebäude eines Waffenhändlers

Bein einem mutmaßlichen Reichsbürger in Baden-Württemberg haben Ermittler mehrere hundert Schusswaffen, Waffenteile und Munition gefunden.
Von
Valerie Zöllner
Aldingen
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Die Polizei stürmte ein Gebäude eines mutmaßlichen Reichsbürgers – und fand viele Waffen.

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Bereits am 14. März stürmte die Polizei die Lagerhalle und das Wohnhaus eines Waffenhändlers bei Tuttlingen. Grund dafür war ein beunruhigender Tipp, den die Spaichinger Waffenbehörde bekommen hatte: Der 56-jährige Waffenhändler sei ein Reichsbürger.

Bei der Razzia wurden mehrere hunderte Schusswaffen, Waffenteile und Munition sichergestellt. Nach ersten Einschätzungen der Polizei liegen bei einem Teil der beschlagnahmten Waffen und Gegenstände Verstöße gegen das Waffengesetz, Kriegswaffenkontrollgesetz und Sprengstoffgesetz vor.

Warum sind Reichsbürger gefährlich?

In Deutschland leben Menschen, die die Bundesrepublik und ihre demokratischen Strukturen nicht anerkennen.Diese Gruppierung nennt sich Reichsbürger.

Laut Verfassungsschutz gab es im Jahr 2022 bundesweit rund 23.000 Anhängerinnen und Anhänger der Reichsbürgerszene. Das sind 2.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Szene hat einen Altersdurchschnitt von etwa 53 Jahren, über die Hälfte der Anhängerinnen und Anhänger seien älter als 50 Jahre. Das meldet das Innenministerium.

Reichsbürger-Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß

Ab dem 29. April will das Oberlandesgericht Stuttgart gegen neun Angeklagte aus der Reichsbürger-Gruppe um Heinrich XIII. Prinz Reuß verhandeln. Der Gruppe wird vorgeworfen, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Unter den Angeklagten befindet sich auch ein Mann aus Reutlingen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung im März 2023 soll er mehrfach auf Polizisten geschossen haben.