Prozess gegen 26-Jährige
: Mordlust aus Männerhass? Der Podcast zur Tat im Göppinger Gerokweg

Eine junge Frau, die aus Männerhass tötet – und Serienkillerin werden will? Der Fall um die Bluttat in Göppingen ist außergewöhnlich. Im Podcast „Akte Südwest“ berichtet Reporterin Susann Schönfelder aus dem laufenden Prozess.
Von
Roland Müller
Ulm/Göppingen
Der Plan war, Serienkillerin zu werden: Im neuesten Crime-Podcast „Akte Südwest“ berichtet Gerichtsreporterin Susann Schönfelder über ihre Eindrücke im Prozess gegen eine 26-Jährige.

Ihr Plan war, Serienkillerin zu werden: Im neuesten Crime-Podcast „Akte Südwest“ berichtet Gerichtsreporterin Susann Schönfelder über ihre Eindrücke im Prozess gegen eine 26-Jährige.

Susann Schönfelder/Bearbeitung: Anastasia Scherer
  • Prozess gegen 26-Jährige wegen Mordlust und Männerhass am Landgericht Ulm.
  • Opfer wurde gefesselt, stranguliert, 27-mal erstochen; Tat minutiös geplant.
  • Täterin dokumentierte die Tat per Video und plante weitere Morde.
  • Psychiatrisches Gutachten: Borderline-Störung, Hass auf sich selbst.
  • Prozess wird Mitte Juli fortgesetzt, Urteil steht noch aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine junge Frau, die aus Mordlust und „Hass auf Männer“ tötet? Ein Fetisch-Sex-Treffen, das zur tödlichen Falle wird? Und ein Plan, als Serienkillerin berühmt zu werden? Es gibt Fälle, die derart bizarr anmuten, dass auch erfahrene Ermittler ins Staunen geraten. Am Landgericht Ulm läuft derzeit ein außergewöhnlicher Prozess gegen eine 26-jährige Frau, der die Staatsanwaltschaft eine solche Tat aus Mordlust vorwirft – und dessen Details bei Beobachtern Reaktionen von Kopfschütteln bis Verständnislosigkeit auslösen.

Wie kann es sein, dass eine junge Frau den Beschluss fasst, berühmten Serienmördern nachzueifern? Was treibt eine damals 25-Jährige dazu, einen Mann, den sie über eine Internet-Plattform kontaktiert, zu fesseln, zu strangulieren und 27 Mal mit dem Messer auf ihn einzustechen? Und was für eine Persönlichkeit steckt dahinter, wenn eine solche Tat mit Fotos und Videos auch noch dokumentiert und mit der „besten Freundin“ auf dem Sofa ausführlich nachbesprochen wird? Darüber berichtet in der neuesten Folge von „Akte Südwest“ Reporterin Susann Schönfelder aus der SÜDWEST-PRESSE-Redaktion in Göppingen, die den Prozess am Landgericht Ulm eng verfolgt.

So berichtet Susann Schönfelder auch von einer bizarren „Normalität“ nach der Tat – und einer Freundin der Angeklagten, die ihr derart hörig gewesen sei, dass sie sie auch nach dem Tötungsdelikt noch seelisch unterstützte. Nach der Tat habe die Angeklagte ihre Freundin etwa angerufen und sie angewiesen, die Waschmaschine vorzubereiten, um ihre blutverschmierte Kleidung zu waschen. „Danach saßen sie auf dem Sofa und haben gemeinsam die Fotos und ein Video des Sterbenden angeschaut, die die Täterin aufgenommen hatte.“ Neben der Tat sei es in diesen Gesprächen aber auch immer wieder um belanglose Themen gegangen. „Auch in den Chatverläufen, die verlesen wurden, ist das so: Da geht es im einen Moment um Mord, und im nächsten um Himbeerquark.“ Am Tag nach der Tat sei man dann zusammen in Stuttgart zum Kaffeetrinken gegangen.

Es waren schon weitere Treffen geplant

Empathielosigkeit, extreme Selbstbezogenheit, manipulatives Vorgehen, minutiöse Planung der Tat und eine ausgemachte Borderline-Persönlichkeitsstörung: Aus dieser Mixtur schloss die psychiatrische Gutachterin im Prozess, dass die Angeklagte tatsächlich erneut zur Täterin geworden wäre und eine „Serie“ gestartet hätte. „Die Gutachterin hat klipp und klar gesagt, dass wenn sie nicht nach diesem ersten Tötungsdelikt gefasst worden wäre, dass sie auf jeden Fall weitergemordet hätte“, berichtet Susann Schönfelder. Es seien auch schon weitere Treffen mit potenziellen Opfern geplant gewesen. „Die Angeklagte hatte schon weitere Dates ausgemacht – auch für den Fall, dass ihr Göppinger Opfer noch absagt.“ Hinter dem „Hass auf Männer“ stecke ein großer Hass auf sich selbst, den sie auf andere projiziert habe.

Der Prozess soll Mitte Juli fortgesetzt werden, ein Urteil gibt es noch nicht. Wir berichten weiter – auf swp.de und im Podcast, für den es in diesem Fall mindestens eine weitere Folge geben wird.

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