Wer sich mit dem Coronavirus infiziert, muss in Baden-Württemberg bald nicht mehr in häusliche Isolation. Diese neue Corona-Regel soll ab dem Zeitpunkt ihres Inkrafttretens auch für bereits Infizierte gelten - und in weiteren Bundesländern. Die Details zur Aufhebung der Isolationspflicht in der Übersicht:

Keine Isolation nach Corona-Infektion – Was soll in BW und Bayern gelten?

Die Lockerung der Corona-Reglen gilt für alle, die in den folgenden Bundesländern zu Hause sind:
  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Hessen
  • Schleswig-Holstein
Für dort Lebende, die positiv auf das Coronavirus getestet werden, besteht bald keine Pflicht zur Absonderung mehr. Die vier Bundesländer haben sich darauf geeinigt, die generelle Isolationspflicht für positiv getestete Personen aufzuheben. Dies teilte das Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Freitag, dem 11.11.2022, mit. Für Infizierte soll dann in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht gelten. Eine Anpassung der entsprechenden Verordnung soll zeitnah folgen und veröffentlicht werden.

Warum die Corona-Isolationspflicht in BW und Co. fällt

Die Abschaffung der Isolationspflicht begründen die Länder mit den Erfahrungen aus Nachbarländern, wie Österreich. Dort wurden entsprechende Regelungen bereits im Sommer umgesetzt - und bisher seien keine negativen Erkenntnisse dazu bekannt. Zudem haben folgenden Faktoren die Entscheidung beeinflusst:
  • zurückgehende Infektionszahlen
  • wirksame Schutzimpfung
  • Basisimmunität der Bevölkerung (von mehr als 90 Prozent)
  • überwiegend keine schweren Krankheitsverläufe
  • wirksame antivirale Medikamente

Lauterbach kritisiert die Corona-Pläne des Landes

Kurz nach dem Bekanntwerden der Pläne hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Pläne mehrerer Bundesländer, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte aufzuheben, kritisiert. „Das kommt jetzt zur Unzeit und findet nicht die Billigung der Bundesregierung“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Es gebe etwa 1000 Todesfälle durch Covid pro Woche, die Winter-Welle rolle an. Er sprach von einem Fehler und erläuterte die problematischen Folgen, die eine Lockerung der Isolationsregeln mit sich bringen könnte.

Gesundheitsminister in BW und Bayern zu neuen Corona-Regeln

„Wir läuten eine neue Phase im Umgang mit der Pandemie ein. Es ist Zeit, den Menschen wieder mehr Eigenverantwortung zu übertragen. Nach wie vor gilt: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Der Schutz vulnerabler Gruppen wird selbstverständlich weiterhin aufrechterhalten“, sagt Manne Lucha, Gesundheitsminister Baden-Württemberg.
Klaus Holetschek, Gesundheitsminister in Bayern, äußerte sich zur gemeinsam beschlossenen Lockerung, wie folgt: „Leider hat sich die Bundesregierung bislang einer gemeinsamen Lösung verweigert. Deshalb gehen wir jetzt mit Blick auf die veränderte Pandemie-Lage diesen wichtigen Schritt für einen eigenverantwortlichen Umgang mit Corona voran. Wir können uns hierbei auf die Meinung der Landesämter und vieler Experten stützen. Klar ist dabei: Vulnerable Gruppen werden weiter geschützt.“