Nach Zugunglück bei Riedlingen
: Wie sicher ist Zugfahren wirklich? Das sagt die Statistik

Ein Erdrutsch soll in Baden-Württemberg ein Zugunglück ausgelöst haben. Drei Menschen sterben. Laut Statistik gehört der Zug zu den sichersten Verkehrsmitteln. Eines ist aber statistisch noch sicherer.
Von
dpa
Biberach
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Zugfahren: ARCHIV - 09.06.2011, Berlin: Eine junge Frau besteigt einen Zug mit ihrem Fahrrad.  (zu dpa: «So sicher ist Zugfahren») Foto: Hannibal Hanschke/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zugfahren: ARCHIV - 09.06.2011, Berlin: Eine junge Frau besteigt einen Zug mit ihrem Fahrrad. (zu dpa: «So sicher ist Zugfahren») Foto: Hannibal Hanschke/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hannibal Hanschke/dpa
  • Zugunglück bei Riedlingen: Drei Tote nach Erdrutsch in Baden-Württemberg.
  • Züge gelten laut Statistik als eines der sichersten Verkehrsmittel.
  • Risiko tödlicher Unfälle im Zug 52-mal geringer als im Auto.
  • 2023: 129 Tote durch Bahnen, 90 % durch Bahnübergänge oder unbefugtes Betreten.
  • Flugzeug noch sicherer als Zug; Schiffe, Busse und Straßenbahnen ebenfalls sicher.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Zugunglück mit drei Toten bei Riedlingen im Kreis Biberach hat viele Menschen schockiert. Dennoch gehören Züge weiterhin zu den sichersten Verkehrsmitteln. 52 Mal geringer ist das Risiko, bei einer Fahrt im Zug tödlich zu verunglücken als bei einer Tour im Auto, wie die Interessenorganisation Allianz pro Schiene auf ihrer Website mitteilt. Die Chance, verletzt zu werden, sei demnach noch geringer: „Vergleicht man die Sicherheit von Zug und Auto pro Personenkilometer, ist das Risiko einer schweren Verletzung bei jeder Autofahrt gut 137 Mal höher als bei einer Bahnfahrt.“ Grundlage dieser Angaben sind etwa Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Laut Bundesamt starben im Jahr 2023 genau 1192 Autoinsassen. Dem Eisenbahn-Bundesamt zufolge wurden im selben Jahr 129 Menschen durch Bahnen getötet. Knapp 90 Prozent aller Todesfälle sind demnach den Kategorien „Benutzer von Bahnübergängen“ und „unbefugte Personen auf Eisenbahnanlagen“ zuzuordnen, wie es hieß.

Risiko „verschwindend gering“

Im Straßenverkehr, also abseits von Schienen unterwegs zu sein, wird jedoch immer sicherer. Seit Jahren sei die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten stark rückläufig, heißt es vom Statistischen Bundesamt. Gründe dafür könnten rechtliche Regelungen, verbesserte Fahrzeugtechnik sowie Veränderungen an den Straßen sein.

Züge seien hingegen schon deshalb sicherer, weil menschliches Versagen als Unfallquelle leichter auszuschließen oder zu verringern sei, so die Allianz pro Schiene, die sich aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Automobilclubs und Gewerkschaften zusammenschließt und von der Bahnbranche finanziert wird. Die Interessenorganisation betont: „Auch der Schienenverkehr ist nicht völlig frei von Unfällen.“ Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Zugunglück schwer verletzt oder getötet zu werden, sei jedoch „verschwindend gering“.

Wie kommt man am sichersten von A nach B?

Auf der Website „Vision Mobility“ kommt man beim direkten Vergleich aller Verkehrsmittel zu diesem Schluss: „Das Flugzeug ist knapp gefolgt von der Eisenbahn das sicherste Verkehrsmittel. Mit etwas Abstand folgen Schiff, Bus und Straßenbahn als immer noch vergleichsweise überdurchschnittlich sicher.“

Im Straßenverkehr sind 2022 dem Statistischen Bundesamt zufolge 43 Prozent der durch einen Unfall gestorbenen Verkehrsteilnehmer mit dem Auto unterwegs gewesen. Den traurigen zweiten Platz machten Fahrer von Motorrädern und -rollern mit 18 Prozent aller Verkehrstoten 2022, gefolgt von Fahrradfahrern (17 Prozent), Fußgängern (13 Prozent) und Lkw-Fahrern (5 Prozent). Zehn Menschen verunglückten zudem mit einem E-Roller.