Mordanklage erhoben
: 25-Jähriger nach tödlichem Messerangriff von Mannheim angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat nun Anklage gegen den mutmaßlichen Angreifer der tödlichen Messerattacke von Mannheim erhoben.
Von
afp
Karlsruhe
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Trauerfeier nach tödlicher Messerattacke

Monate nach der tödlichen Messerattacke, wurde nun Anklage gegen den Tatverdächtigen erhoben.

Uwe Anspach/dpa
  • Bundesanwaltschaft klagt 25-jährigen Sulaiman A. wegen tödlichem Messerangriff in Mannheim an.
  • Tat am 31. Mai: Angriff auf islamkritische Bewegung, Polizist getötet, mehrere verletzt.
  • A. soll Anhänger des IS sein; Mord- und versuchte Mordanklage.
  • Entscheidung über Prozessbeginn beim OLG Stuttgart.
  • Emotional: Tod des Polizisten sorgte bundesweit für Entsetzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fünf Monate nach der tödlichen Messerattacke von Mannheim hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Angreifer erhoben. Der Afghane Sulaiman A. ist des Mordes und des fünffachen versuchten Mordes sowie der gefährlichen Körperverletzung verdächtig, wie die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. A. soll am 31. Mai in der baden-württembergischen Stadt Mitglieder der islamkritischen Bürgerbewegung Pax Europa mit einem Messer angegriffen haben, wobei ein Polizist starb.

Der Tod des Beamten sorgte bundesweit für Entsetzen. Die Bundesanwaltschaft zog die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls Anfang Juni an sich. A. sei Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und teile deren Ideologie, führte die Anklagebehörde nun aus. Er habe einen Anschlag auf vermeintlich Ungläubige begehen wollen und sich dazu schon spätestens Anfang Mai entschlossen.

Tödlicher Angriff mit Jagdmesser

Mit einem großen Jagdmesser stach der damals 25-Jährige demnach am 31. Mai auf dem Mannheimer Marktplatz zunächst unvermittelt auf den Hauptredner der islamkritischen Bewegung ein. Vier Menschen, die dem Opfer helfen wollten, habe er ebenfalls wuchtige Messerstiche versetzt.

Schließlich habe er sich auf den herbeigeeilten Polizeibeamten gestürzt und ihm gezielt und kräftig mit dem Messer in Kopf und Oberkörper gestochen. Der 29-Jährige wurde schwer verletzt, notoperiert und in ein künstliches Koma versetzt. Am 2. Juni starb er.

Mehrere Verletzte nach Messerattacke

Die Verletzungen der übrigen Opfer seien zum Teil schwerwiegend und potenziell lebensgefährlich gewesen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Sie sieht die Mordmerkmale der niedrigen Beweggründe und der Heimtücke als erfüllt an.

Der mutmaßliche Täter selbst erlitt eine Schussverletzung und wurde auf der Intensivstation behandelt. Seit dem 18. Juni sitzt er in Untersuchungshaft. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet das Oberlandesgericht Stuttgart.