Mobilität: Solardach mit 260 Ladepunkten

Staatssekretärin Elke Zimmer nimmt zusammen mit Landrat Heiner Scheffold, Vertretern des Verbands Region Schwäbische Alb und Abgeordneten den E-Ladepark am Bahnhof Merklingen in Betrieb. ⇥
Joachim StriebelAm Bahnhof in Merklingen hat der Verband Region Schwäbische Alb 430 Pkw-Parkplätze geschaffen. 259 davon sind mit Solarmodulen überdacht und mit E-Ladesäulen ausgestattet, die die Kraft der Sonne nutzen. Mit dieser Anzahl an Ladepunkten überholt der Merklinger Park-and-Ride-Platz eine Anlage in China, die sieben weniger hat. Christoph Jung, stellvertretender Verbandsvorsitzender und Bürgermeister in Nellingen, sprach deshalb bei der Eröffnung am Dienstag vom weltweit größten E-Ladepark seiner Art.
Elke Zimmer (Grüne), Staatssekretärin im Stuttgarter Verkehrsministerium, zeigte sich bei der offiziellen Inbetriebnahme am Dienstag beeindruckt. Parkplätze für die Energieerzeugung zu nutzen, biete „einen wunderbaren Synergieeffekt“. Mit dem großen Solar-Carport werde der Bahnhof Merklingen „noch mehr zum Vorzeigeobjekt“, sagte Zimmer. Mit dem Bahnhof und dem damit verbundenen Ausbau des Busverkehrs, mit dem Bau von Radwegen und dem E-Ladepark erreiche die Laichinger Alb wichtige Ziele des Klimaschutzes und der Verkehrswende.
Beispiel für moderne Mobilität
Erst die richtige Infrastruktur schaffe auch die Nachfrage, sagte Landrat Heiner Scheffold. Für ihn ist der Bahnhof Merklingen und das, was damit verbunden ist, „ein Paradebeispiel für nachhaltige Mobilität“. Für alle Verkehrsmittel brauche es ein modernes Angebot, sagte Scheffold, dazu zähle beispielsweise auch die Fahrradgarage am Bahnhof. Er verhehlte nicht, dass das Geld kostet. Der Alb-Donau-Kreis nehme für den um knapp 80 Prozent verbesserten Personen-Nahverkehr auf der Laichinger Alb Millionen in die Hand.
Lange hatte es so ausgesehen, dass der aus zwölf Städten und Gemeinden bestehende Verband Region Schwäbische Alb den Solarpark nicht würde verwirklichen können. $(LEhttps://www.swp.de/lokales/ulm/neubaustrecke-schwaebische-alb-wie-doch-noch-ein-solarpark-am-bahnhof-gelingt-63755447.html:Doch dann unterstützte das Land Baden-Württemberg den Bau des 3,5 Millionen Euro teuren E-Ladeparks mit rund 2,6 Millionen Euro.)$ Die Kosten für die Solarmodule in Höhe von 700 000 Euro trug der Verband, der auch Betreiber der Anlage ist.
Der Solarpark hat eine Gesamtleistung von 875 Kilowatt Peak, es wird mit einem Jahresertrag von mehr als 900 000 Kilowattstunden Strom gerechnet. Was nicht für E-Fahrzeuge benötigt wird, fließt ins öffentliche Netz.
Christoph Jung berichtete, dass der Verband Gespräche führt mit Vermietern von E-Autos und E-Fahrrädern, um den Bahnhof noch attraktiver zu machen. So könnten Besucher aus dem Stuttgarter Raum mit der Bahn auf die Alb fahren, um dort mit einem geliehenen E-Bike einen Tagesausflug zu machen. Für die Zukunft sei auch an den Bau von Batteriespeichern am Park-and-Ride-Platz gedacht.
Peter Rothenbacher vom Ingenieurbüro Bohnacker aus Schelklingen-Schmiechen gab den Gästen der Eröffnungsfeier einen Einblick in die Technik. Von Starkstromkabeln über begehbare Trafostationen und Glasfaserleitungen für die Abrechnungssysteme bis hin zum Blitzschutz habe alles bedacht werden müssen. Rothenbacher und Thomas Peter Müller von dem in Geislingen ansässigen Albwerk, das sich um den technischen Betrieb kümmert, $(LEhttps://www.swp.de/lokales/ulm/alb-bahnhof-merklingen-e-autos-werden-geladen-unterm-solardach-am-bahnhof-70725461.html:lobten den zügigen und reibungslosen Ablauf mit den Fachfirmen)$. Erst Mitte Mai war mit dem Bau begonnen worden.
Die Verantwortlichen halten den E-Ladepark für nicht zu groß dimensioniert. Denn der Anteil von E-Autos werde stetig zunehmen und mit dem Vollbetrieb der Bahn-Neubaustrecke nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 werde die Frequenz am Bahnhof Merklingen deutlich steigen.
Zuständig für Parkplatz und Gebäude
Der Verband Region Schwäbische Alb ist für den Park-and-Ride-Platz mit seinen Solardächern und Ladestationen zuständig, ebenso für die Gebäude am Bahnhof Merklingen. Der Verband hat für die Verwirklichung des Bahnhofs 11,5 Millionen Euro aufgebracht, der Alb-Donau-Kreis 1,5 Millionen Euro. Zwölf Kommunen gehören zum Verband: Laichingen, Merklingen, Heroldstatt, Westerheim, Nellingen, Berghülen, Dornstadt, Hohenstadt, Drackenstein, Bad Ditzenbach, Mühlhausen und Wiesensteig.