Mehr als 160 Straftaten: Syrische Großfamilie verlässt Deutschland – gegen Geld

Einer der drei Brüder bei einem Prozess in Stuttgart im Januar. Die Familie des jungen Mannes ist nun nach Syrien ausgereist.(Archivfoto)
Bernd Weißbrod/dpa- 16 Mitglieder einer 20-köpfigen syrischen Großfamilie sind aus Stuttgart nach Syrien ausgereist.
- Die Familie war an über 160 Straftaten beteiligt, darunter versuchte Totschläge und Diebstähle.
- Vier Personen reisten im Sommer 2023 aus, 13 weitere folgten am Wochenende.
- Drei Angehörige sitzen noch in deutschen Gefängnissen und sollen später ausreisen.
- Die Familie kam zwischen 2015 und 2020 nach Deutschland und genoss subsidiären Schutz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach Dutzenden Anzeigen und mehreren Strafprozessen sind fast alle Mitglieder einer insgesamt 20-köpfigen syrischen Großfamilie aus Stuttgart auf Druck des Landes in ihre Heimat ausgereist. Vier von ihnen seien bereits im Sommer nach Syrien zurückgekehrt, 13 weitere am Wochenende, sagte Justizministerin Marion Gentges (CDU) in Stuttgart.
Ein Großteil der Personen sei polizeibekannt, teilte das Justizministerium mit. Die meisten von ihnen sollen an mindestens 160 Straftaten beteiligt gewesen sein, darunter versuchte Totschläge, Körperverletzungen und Diebstahl. Drei weitere sitzen noch in deutschen Gefängnissen, sie sollen später nach Syrien zurückkehren.
1350 Euro pro Person als „Förderbetrag“ für die Ausreise
„Zum jetzigen Zeitpunkt war die kontrollierte Ausreise die einzige Möglichkeit, den Aufenthalt der Familienmitglieder zu beenden“, sagte Gentges. Die Verhandlungen der Bundesregierung mit der neuen syrischen Regierung über Abschiebungen in das unsichere Land erhöhten die Bereitschaft, kontrolliert auszureisen. Die Ausreise sei das Ergebnis der erfolgreichen Arbeit des „Sonderstabes Gefährliche Ausländer“, sagte Gentges weiter.
Alle Personen haben demnach auf ihren asylrechtlichen Schutz verzichtet. Für die Ausreise erhielt jeder durchschnittlich 1350 Euro. Der Förderbetrag im Rahmen einer kontrollierten Ausreise, so Lorek, sei für das Land die mit deutlichem Abstand günstigste Lösung.
Familie hatte Schutz wegen unsicherer Lage
Zur Familie sollen neben dem ebenfalls bereits polizeibekannten Vater zwei noch lebende Ehefrauen sowie zahlreiche Geschwister und Halbgeschwister der drei kürzlich verurteilten jungen Männer gehören.
Zu den Inhaftierten gehört der mittlerweile 18-jährige K. H., der in zweieinhalb Jahren 34 Straftaten begangen hat. Er wurde am 20. Juni 2025 zusammen mit seinen Brüdern M. H. (23) und J. H. (27) wegen eines Messerangriffs vom Landgericht Stuttgart zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Alle Mitglieder der Familie sind laut Innenministerium syrische Staatsbürger. Sie kamen zwischen 2015 und 2020 nach Deutschland und waren anerkannte Flüchtlinge oder hatten subsidiären Schutz. Dieser setzt voraus, dass Menschen nicht in Ihr Herkunftsland zurückkehren können, obwohl sie weder als Flüchtlinge anerkannt noch asylberechtigt sind.



Rund 160 Straftaten gingen aufs Konto einer syrischen Großfamilie in Stuttgart. Nun hat sie das Land verlassen. Ein gutes Signal für den Rechtsstaat – und gut angelegtes Geld.