Massensturz bei Fahrradrennen
: Vorwurf der Körperverletzung? Ermittler schalten sich ein

Beim „Riderman“ kommt es zu einem Massensturz mit etwa 100 Verletzten. Teilnehmer und Zuschauer sind geschockt. Was genau passierte in der Linkskurve bei Bad Dürrheim?
Von
dpa
Bad Dürrheim
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Massensturz beim „Riderman“

Rettungskräfte im Einsatz nach dem Massensturz beim „Riderman“-Radrennen.

Andreas Maier/dpa
  • Massensturz beim Fahrradrennen „Riderman“ nahe Bad Dürrheim: knapp 70 Verletzte gemeldet.
  • Erste Stürze in enger Linkskurve durch Gedränge auf schmaler Fahrbahn ausgelöst.
  • 30 Schwerverletzte, bis zu 25 Leichtverletzte vor Ort behandelt, weitere meldeten sich später.
  • Veranstalter bricht alle Rennen ab – über 1.200 Teilnehmer waren erwartet worden.
  • Rennleiter: Stürze gehören zum Radsport, keine Schwerstverletzten, Fahrer sollen schnell genesen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Massensturz mit etwa 100 Verletzten beim Radrennen „Riderman“ ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Man wolle herausfinden, wie es zu den Stürzen von Teilnehmern gekommen sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz auf Anfrage. Erst nach diesen Ermittlungen werde geprüft, ob ein Vorwurf der Körperverletzung erhoben werden könne oder nicht.

Nach einer aktualisierten Bilanz der Polizei wurden bei dem Rennen nahe Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) am Sonntag 38 Teilnehmer schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Zunächst war von 30 Schwerverletzten die Rede gewesen. Wie nun ein Sprecher auf Anfrage berichtete, gab es zudem 60 bis 70 Menschen, die leicht verletzt wurden.

Wie konnte das Unglück geschehen?

Laut Polizei kam es zwischen Bad Dürrheim und Biesingen in einer engen Linkskurve zu einem ersten Massensturz, weil sich dort zu viele Fahrer zur gleichen Zeit auf der schmalen Fahrbahn drängten. Dies habe unkontrollierte Stürze ausgelöst. Danach sei es unweit der Unfallstelle erneut zu einem Stau unter den Fahrern gekommen - und wieder zu Stürzen.

„Seitens des Veranstalters wurde für Samstag und den heutigen Sonntag mit über 1.200 Teilnehmern der Radrennveranstaltung gerechnet“, erklärte die Polizei. Nach den Unfällen wurden sämtliche Rennveranstaltungen vom Veranstalter abgesagt, alle laufenden Rennen abgebrochen und schließlich ganz beendet.

Veranstalter: Spitze des Feldes betroffen

Dem Veranstalter fehlt bisher ein klarer Hinweis auf die Ursache des Massensturzes, wie Kai Sauser, Geschäftsführer der Sauser Event GmbH, in Villingen-Schwenningen sagte. Es gebe - nicht bestätigte - Berichte von einem Knall, ausgelöst durch einen geplatzten Reifen, sagte er auf Anfrage. Auch von einem möglichen Fahrfehler eines Teilnehmers sei zu hören gewesen. Der erste Vorfall habe die Spitze des Feldes betroffen - die Fahrer seien da „sportlich“ unterwegs gewesen, sagte Sauser.

Radsport birgt ein Risiko

„Stürze und damit ein gewisses Risiko gehören zum Radsport leider dazu“, sagte Rennleiter Rik Sauser. Er sei froh, dass es keine Schwerstverletzten gebe und wünscht den betroffenen Fahrern eine gute Besserung.

Der „Riderman“ zählt zu den bekanntesten Jedermann-Radrennen im Süden Deutschlands und lockt jedes Jahr Hunderte Teilnehmer an.