Autorennen in Ludwigsburg
: Mutmaßlicher Todesraser in U-Haft – Opfer waren 22 und 23 Jahre alt

Zwei Autos fahren wohl viel zu schnell in Richtung Autobahn – dann kommt es zum Crash mit einem unbeteiligten Auto. Weitere Details werden bekannt.
Von
dpa
Ludwigsburg
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Zwei Frauen sterben am Donnerstagabend durch einen verheerenden Unfall.

Andreas Rometsch/KS-Images.de/dpa
  • Zwei Frauen sterben bei Unfall in Ludwigsburg.
  • Mutmaßliches Autorennen führte zu tödlichem Crash.
  • Ein Fahrer festgenommen, zweiter Fahrer flüchtig.
  • Unfallauto stark beschädigt, Insassinnen starben vor Ort.
  • Polizei beschlagnahmt Führerschein des festgenommenen Fahrers.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei einem mutmaßlichen Autorennen sind am Donnerstagabend (21.3.) in Ludwigsburg zwei unbeteiligte junge Frauen ums Leben gekommen. Der mutmaßliche Unfallverursacher kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus und befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Der Fahrer des anderen beteiligten Autos sei flüchtig.

Die beiden Fahrzeuge fuhren mit mutmaßlich überhöhter Geschwindigkeit auf einer Straße in Richtung der Autobahnanschlussstelle Ludwigsburg-Süd, wie die Polizei mitteilte. Als die beiden Frauen mit ihrem Pkw von einer Tankstelle fuhren, kam es demnach zum Zusammenprall mit einem der beiden Autos, einem schwarzen Oberklasse-Mercedes.

Durch die Kollision sei ihr Pkw von der Fahrbahn geschleudert und zwischen zwei Bäumen eingeklemmt worden. Auf Bildern von der Unfallstelle ist ein auf der Seite liegendes Auto zu sehen. Der Pkw ist stark verformt - das Dach abgetrennt.

Frauen starben noch an der Unfallstelle

Die Frauen im Alter von 22 und 23 Jahren wurden nach Angaben der Polizei in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Sie wurden so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle starben. Die ältere der beiden war demnach die Fahrerin des Wagens, die 22-Jährige saß auf dem Beifahrersitz, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Das Auto, in dem die beiden Frauen saßen, wurde durch den Zusammenprall von der Fahrbahn geschleudert und zwischen zwei Bäumen eingeklemmt.

Andreas Rometsch/KS-Images.de/dpa

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft war der Fahrer des Fahrzeugs, das mit dem Fahrzeug der beiden jungen Frauen kollidiert ist, zunächst vorläufig festgenommen worden. Am Freitagnachmittag gaben die Ermittler bekannt, dass sich der 32-jährige Türke in Untersuchungshaft befindet. Der Vorwurf gegen ihn lautet „verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge in zwei Fällen“. Sein Führerschein sei beschlagnahmt worden.

Zweiter Raser noch auf der Flucht

Die Person, die das zweite Fahrzeug laut Zeugen mit hoher Geschwindigkeit gefahren hatte, war weiter unbekannt. Das Auto sei in der Nähe der Unfallstelle entdeckt worden. „Insassen waren nicht vor Ort“, hieß es in der Mitteilung. Der Wagen wurde beschlagnahmt und abgeschleppt.

Ein 64 Jahre alter Passant habe die beteiligten Autos noch während der Unfallaufnahme mit dem Handy fotografiert und auch verletzte Personen aufgenommen. Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet.

Tunen, Posen, Rasen - Autorennen in der Region und ihre Folgen

Immer wieder kommt es wegen Autorennen zu gefährlichen Situationen oder gar Unfällen. Hier einige drastische Beispiele aus den vergangenen Jahren:

  • Viele Ulmer werden sich noch an den Vorfall vom April 2022 erinnern. Auf dem Altstadtring hatten sich zwei 18-Jährige einigen Zeugen zufolge ein Autorennen geliefert, beginnend in der Olgastraße über die Frauenstraße und die Neue Straße. Mit einem Audi und einem BMW rasten sie ab 23.15 Uhr durch die Straßen. Im Bereich der Glöcklerstraße verlor der Autofahrer die Kontrolle. Das Auto schleuderte, krachte gegen vier Poller und kam erst an einem Gebäude zum Stehen. Dabei entstand ein Schaden von 250.000 Euro. Wie durch ein Wunder kam an der eigentlich belebten Ecke mit Kino und Gastronomie niemand zu Schaden. Im Januar 2023 wurde der Unfallfahrer wegen des Unfalls zu einer Strafe von 2.000 Euro und einem Jahr Führerscheinentzug verurteilt. Sein Kontrahent wurde zu einer psychologischen Beratung verurteilt und ansonsten freigesprochen – beide seien zu schnell gefahren, ein Rennen habe man ihnen aber nicht nachweisen können, so das Gericht. Das Urteil hatte eine heftige Debatte in Ulm ausgelöst. Der Altstadtring in Ulm ist bekannt dafür, dass immer wieder Poser ihre Motoren aufheulen lassen und auf den kurzen Strecken zwischen den Ampeln stark beschleunigen. Seit dem Jahr 2023 gibt es deshalb bei der Ulmer Polizei zwei spezielle Poser-Beauftragte.
  • Doch auch über den Altstadtring hinaus gab es Vorfälle in Ulm mit Rasern. Am Ostermontag 2023 war ein 23-Jähriger mit seinem BMW beim Einfahren in den Blaubeurer Ring verunglückt. Er hatte bei 100 km/h die Kontrolle über sein Auto verloren. Zeugen berichteten, dass er sich zuvor mit einem anderen Auto ein Rennen geliefert hatte.
  • Ähnlich gefährlich, aber ohne Schaden ging ein Autorennen zwischen zwei 20 und 21 Jahre alten Männern auf der A8 bei Günzburg im Januar 2020 aus. Die beiden Männer, ebenfalls mit einem Audi und einem BMW unterwegs, überholten sich auf der Autobahn ständig gegenseitig bei hohem Tempo, fuhren anderen Verkehrsteilnehmern dicht auf und überholten schließlich eine LKW-Kolonne rechts auf dem Standstreifen mit 160 km/h. Das Ganze ist gut dokumentiert, denn eine zivile Videostreife der Polizei filmte die gefährliche Verfolgungsjagd.
  • Auch andernorts gibt es ähnliche Fälle, meist sind es junge Männer in PS-starken Autos. In Reutlingen etwa wurde im Juli 2021 ein 18-Jähriger verurteilt. Er war im Februar mit einem 290 PS starken Golf GTI durch die Eberhardstraße gerast und hatte sich ein Rennen mit einem anderen Autofahrer geliefert. Er hatte den Führerschein auf Probe. Seine Strafe: 1.800 Euro Geldbuße und sechs Monate Führerscheinentzug.