Hochwasser in Schwaben: Vermisster Feuerwehrmann wird doch weiter gesucht

Wiesen und Ackerflächen in Offingen waren in den vergangenen Tagen vom Hochwasser der Mindel überflutet. Ein Feuerwehrmann stürzte bei einem Rettungseinsatz ins Wasser und gilt seither als vermisst.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaDie Suche nach einem im Hochwasser in Schwaben vermissten Feuerwehrmann geht nach Angaben der Polizei weiter — allerdings wird vorläufig nicht mehr in den Fluten selbst gesucht. Die Strömung sei derzeit so groß, dass eine Suche vom Wasser aus für die Einsatzkräfte zu riskant sei, sagte Polizeisprecher Holger Stabik am Dienstagvormittag (04.06.2024). Am Morgen hatte es Verwirrung gegeben, nachdem es zunächst geheißen hatte, die Suche nach dem Vermissten werde eingestellt. Die Polizei betonte dann aber, die Suche werde vom Land und aus der Luft fortgesetzt. Dafür sollten Drohnen und ein Hubschrauber eingesetzt werden.
Boot war im Hochwassereinsatz gekentert
Die Einsatzkräfte befürchten, dass der 22-Jährige ertrunken ist. Der junge Mann war in der Nacht zum Sonntag in Offingen nahe der Grenze zu Baden-Württemberg mit einem Boot der DLRG-Wasserrettung unterwegs gewesen. Das mit fünf Einsatzkräften besetzte Boot war bei starker Strömung gekentert. Vier Einsatzkräfte im Alter zwischen 24 und 70 Jahren konnten sich an Land retten und blieben unverletzt.
Nach dem 22-Jährigen suchten kurz darauf Helfer der Freiwilligen Feuerwehren, der DLRG–Wasserrettung, der Wasserwacht, der Bundeswehr und der Polizei. Sollte der 22-Jährige tatsächlich ums Leben gekommen sein, wäre er das derzeit fünfte bekannte Todesopfer des Hochwassers in Bayern und Baden-Württemberg.
Einsatzkräfte hatten am Montag in Baden-Württemberg zwei Tote in einem leer gepumpten Keller in Schorndorf östlich von Stuttgart gefunden. Es handele sich um einen 58 Jahre alten Hausbewohner und seine 84 Jahre alte Mutter, teilte die Polizei mit. Nach Zeugenaussagen waren beide am Sonntagabend damit beschäftigt gewesen, in das Haus eingedrungenes Wasser im Keller abzupumpen.
Im oberbayerischen Schrobenhausen starb eine 43-Jährige am Wochenende im Keller eines überfluteten Hauses. Am Sonntagmorgen war in Pfaffenhofen an der Ilm ein Feuerwehrmann tot geborgen worden, der bei einer Rettungsaktion ums Leben kam.


Die Überschwemmungen der letzten Tage sind nur ein Vorgeschmack auf künftige Zeiten.