Herbstspaziergänge in Ulm
: Fünf traumhafte Strecken für den goldenen Herbst

Bunte Blätter, frische Luft, Kies knirscht unter den Schuhen ... was gibt es Schöneres als einen Herbstspaziergang? Wir haben fünf romantische Routen in Ulm herausgesucht.
Von
Kerstin Auernhammer,
Michl-Felix Bierl
Ulm/Neu-Ulm
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Ob romantisch zu zweit, mit der Familie oder auch ganz allein: Für einen Herbstspaziergang gibt es in Ulm tolle Kulissen.

Matthias Kessler
  • Fünf traumhafte Herbstspaziergänge in Ulm: Fischerviertel, Friedrichsau, Glacis-Park, Botanischer Garten, Söflingen.
  • Fischerviertel: Historische Häuser, Brücken, Fotomotive; aber immer belebt.
  • Friedrichsau: 1.300 Bäume, Ruhe, Heißluftballons; bei Fußballspielen voller.
  • Glacis-Park: Festungsanlagen, autofrei; lang und schmal.
  • Botanischer Garten: Natur, Münsterblick; steiles Gelände.
  • Söflingen: Klosterhof, Blau, Mühlrad; Wildtierfütterung verboten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit dem Beginn der goldenen Jahreszeit zieht es die Menschen nach draußen. Märkte, Flohmärkte oder Sportveranstaltungen sind beliebt — aber auch ein klassischer Spaziergang tut gut: Bewegung an der frischen Luft hat noch nie jemandem geschadet. Wir haben in Ulm fünf Spaziergänge herausgesucht, die man kennen sollte.

1. Das Fischerviertel

Das Ulmer Fischerviertel ist nicht nur bei Touristen beliebt für Spaziergänge.

© Blickfang - Fotolia.com

Historische Häuser, wunderschön dekoriert, zahlreiche Schaufenster zum Reingucken und Gastronomie zum Verweilen: Wer genau das bei einem Spaziergang sucht, ist im Ulmer Fischerviertel richtig. Hier, an zwei Armen der Blau, liegt eins der historischen Herzen der Stadt. Die Fischer und Schiffer, die Gerber und Müller waren hier einst zuhause. Einige der Häuser stehen schon seit hunderten von Jahren. Der Volksmund nennt das Fischerviertel auch „Ulms Venedig“, denn zahlreiche kleine Brücken verbinden die Gässchen. Wer den efeubedeckten Torbogen unter der Stadtmauer bei der Fischergasse durchquert, ist dann aber plötzlich wieder im Hier und Jetzt: an der Donau, mit Blick auf Neu–Ulm. Dann doch lieber die Treppenstufen hinauf auf die Stadtmauer, wo sich Familien, Pärchen und Ausflügler tummeln. Der Blick hinunter in die Altstadt birgt immer wieder interessante Perspektiven.

  • Highlight: Die vielen schönen Fotomotive entlang der Strecke. Da wäre etwa das Mühlrad, das „Schiefe Haus“ oder der efeubedeckte Torbogen unter der Stadtmauer bei der Fischergasse. Wer bis zur Wilhelmshöhe hochspaziert, kann tolle Bilder mit dem Ulmer Münster im Hintergrund machen.

Bei Nacht wirkt das Fischerviertel ganz anders - perfekt für einen romantischen Spaziergang.

Meinrad Edel
  • Manko: Zweisamkeit sucht man hier vergebens. Im Fischerviertel ist zu jeder Tages– und Nachtzeit was los: Touristen, andere Spaziergänger und Nachtschwärmer geben sich die Klinke in die Hand.
  • Anreise: Viele Wege führen ins Fischerviertel. Parkmöglichkeiten gibt es zum Beispiel in den Parkhäusern Deutschhaus, Fischerviertel oder Rathaus. Wer mit dem ÖPNV in die City kommt, kann am Hauptbahnhof, den Haltestellen „Steinerne Brücke“ oder „Rathaus Ulm“ aussteigen.

2. Lustwandeln in der Friedrichsau

Auf der Wiese neben dem Volksfestplatz starten immer wieder Heißluftballone zu Rundfahrten – viele Spaziergänger bleiben dann stauend stehen.

Kerstin Auernhammer

Vom benachbarten Tiergarten hört man ab und zu die Affen brüllen, sonst lockt der Ulmer Park mit viel Ruhe. Parallel zum Kanal, der die beiden Auseen verbindet, kann man prächtige Blumenrabatten entdecken. Wer auf seinem Spaziergang noch was lernen will, kann sich auf den Schildern an vielen Bäumen schlaumachen, wo dieser jeweils heimisch ist. Die Ulmer Friedrichsau beherbergt nämlich über 1.300 Bäume, mehr als 60 verschiedene Baumarten. Die ältesten sind bis zu 300 Jahre alt. Neben Eiche, Ahorn und Esche finden sich auch exotische Exemplare: Ein Riesenmammutbaum etwa, eine Sumpfzypresse oder auch ein Kuchenbaum, dessen Laub tatsächlich etwas nach süßem Gebäck duftet. Jede Menge Bänke und drei Restaurants laden zum Pausemachen ein — und vielleicht begleitet einen auf dem Spaziergang auch die Schwanenfamilie.

Wer in der Friedrichsau öfter seine Runden dreht, kennt die Schwanenfamilie.

Kerstin Auernhammer
  • Highlight: Die Ruhe und das viele Grün. Die Spazierwege sind autofrei, es gibt eine Menge Platz zum Flanieren. Gleichzeitig können Spaziergänger eine Menge entdecken: So starten auf der Wiese neben dem Volksfestplatz bei gutem Wetter immer wieder Heißluftballons.
  • Manko: An manchen Tagen ist es in der Friedrichsau dann doch nicht ganz so ruhig — etwa, wenn Zweitligist SSV Ulm zuhause Fußball spielt. An solchen Tagen kann es doch etwas voller werden in dem Park.
  • Anreise: Mit dem Auto Richtung der Parkplätze „Messe/Volksfestplatz“. Die Parkplätze sind kostenlos — außer, es finden parallel größere Events statt. Mit dem ÖPNV setzt man sich in die Linie 1 nach Böfingen und steigt an den Haltestellen „Donauhalle“ oder „Wohnpark Friedrichsau“ aus.

3. Festungsbauwerke und Natur im Glacis–Park

Das Neu-Ulmer Glacis von oben – grüne Lunge inmitten der Stadt.

Kerstin Auernhammer

Die alten Festungsanlagen der Bundesfestung findet man überall in Ulm und Neu–Ulm, vielerorts sind sie in Grünanlagen integriert, etwa die Grüngürtel entlang der Wilhelmsburg im Ulmer Norden. Aber auch in Neu–Ulm sind noch viele Bunker, Gräben und Bastionen erhalten. Ein besonders schöner Park rund um die Festungsanlagen findet sich im Neu–Ulmer Glacis. Aus Richtung Bahnhof kommend, werden Spaziergänger von einem imposanten Wasserspiel begrüßt. Die Spazierwege führen am Biergarten und der Kulturbühne mit ihren Sitzstufen vorbei. Beide sind im Herbst nicht in Betrieb. Am Wasserlauf entlang führen die Spazierwege bis zur Schützenstraße, die das westliche Ende des Parks markiert. Im nordwestlichen Teil des Parks, jenseits der Bastionsmauern, steht der malerische Wasserturm. Tipp für Verliebte: Hier kann man sich seit 2022 auch trauen lassen.

  • Highlight: Der Glacis–Park ist autofrei. Da die Gastronomie und das Kulturangebot nur im Sommer verfügbar sind, ist es hier im Herbst besonders ruhig. Die gepflegte Anlage stellt eine Oase mitten in der Stadt dar.
  • Manko: Der Park ist lang und schmal. Nördlich des Wasserlaufs sind die Besucher auf einen Weg beschränkt, im südlichen Bereich gabeln sich die Wege auch mal.
  • Anreise: Autofahrer können entlang der Ringstraße parken, mehrere Stichwege führen auf den Rundweg. Mit dem ÖPNV nutzen Besucher für den östlichen Eingang die Citylinien 5 und 7 mit der Haltestelle Bahnhof oder für den westlichen Eingang die Linie 7 mit der Haltestelle Adenauerbrücke.

4. Das Münster als Kulisse im Botanischen Garten

Natur pur im Botanischen Garten am Ulmer Eselsberg. Aus der Ferne grüßt das Münster.

Kerstin Auernhammer

Eine von Ulms grünsten Ecken findet sich am Eselsberg: der Botanische Garten. Mehrere Kilometer Fußwege ziehen sich hier durch die Landschaft. Immer wieder blitzt das Münster durch die Bäume und es bieten sich tolle Blicke auf die City. Vor allem der untere Abschnitt des Parks ist beliebt bei Spaziergängern, hier können sich die Besucher über alte Ulmer Nutzpflanzen informieren oder im Rosarium die verschiedensten Sorten bewundern. Übrigens, Achtung: Blumen pflücken oder Pflanzen abreißen ist hier verboten! Die Natur also am besten dort lassen, wo sie hingehört.

  • Highlight: Ganz klar: Die Natur, hier kann man beim Spaziergang einiges lernen. Die Kirsche auf dem Kuchen ist die Aussicht aufs Münster.
  • Manko: Egal, ob von unten nach oben oder von oben nach unten: Das Gelände des Botanischen Gartens hat es in sich — zumindest, wenn man es komplett anschauen will. Denn immerhin liegt er an der Ostflanke des Eselsbergs. Menschen mit Knieproblemen sollten sich besser auf den unteren Bereich konzentrieren, dort finden sich unter anderem das Rosarium und der Bauerngarten.
  • Anreise: Für Autofahrer ist der Parkplatz am Lehrer Tal kostenfrei. Wer zu den Gewächshäusern will, kann sein Fahrzeug in der Helmholtzstraße im Parkhaus Ost abstellen, dieses ist allerdings gebührenpflichtig. Wer mit dem ÖPNV kommt, hat die Wahl aus drei verschiedenen Eingängen: Den nördlichen Eingang an den Gewächshäusern mit der Straßenbahn–Linie 2 und den Buslinien 5, 6, 8 und 13 an den Haltestellen „Botanischer Garten“ oder „Universität Süd“. Den Eingang Eselsberg über die Haltestelle „Hasenkopf“ mit den Linien 2,5,6 und 8. Und den Eingang Lehrer Tal, der mit der Buslinie 49 (Haltestelle „Schießstände“) erreichbar ist.

5. Klosterhof und Blau in Söflingen

An der Blau in Söflingen kann man wunderbare Spaziergänge unternehmen.

Kerstin Auernhammer

Söflingen ist einer der ältesten Stadtteile Ulms, erste urkundliche Erwähnungen gab es bereits im Jahr 1237. Schon damals ging es um das Kloster, das bis heute Söflingens Zentrum prägt, obwohl es seit über 200 Jahren nicht mehr existiert. Besonders malerisch fallen beim Spaziergang die älteren Gebäude rund um den Klosterhof ins Auge. Prägend ist auch die Blau, die sich hier in einem Kanal durchschlängelt. Nördlich des Klosterhofs sitzt eine Quellnymphe am Ufer, sie ist ein beliebtes Fotomotiv. Wer dem Flüsschen in westlicher Richtung folgt, an der ehemaligen Klosterkirche und dem urigen Mühlrad vorbei, passiert das Meinloh–Forum, das im Sommer immer wieder Schauplatz Söflinger Open–Air–Veranstaltungen ist. Je nachdem, wie lang der Spaziergang werden soll, kann man eine der Fußgängerbrücken nutzen, um auf der anderen Seite der Blau zurückzugehen bis zur Turnhalle.

  • Highlight: Das Mühlrad in der Blau ist definitiv einen Schnappschuss wert — es sieht sommers wie winters malerisch aus. Übrigens ist es bis heute in Betrieb, es produziert für die Stadtwerke Ulm/Neu–Ulm mit einem kleinen Generator Strom. Eigentlich erinnert es aber an die sogenannte „Stampfe“, das war bis Ende des 19. Jahrhunderts die Zementmühle der Firma Schwenk, die am gegenüberliegenden Ufer lag.
  • Manko: Da geht man an der Blau entlang, sieht die Enten schwimmen und möchte ihnen etwas Gutes tun — aber Vorsicht: Das Füttern von Wildtieren ist in Ulm offiziell verboten. Zwar bringen trotzdem viele Spaziergänger alte Brötchen von zuhause mit, wenn’s schiefläuft, gibt es allerdings ein Bußgeld.
  • Anreise: Wer mit dem Auto kommt, kann es auf dem Klosterhof in Söflingen abstellen. Freitagnachmittags findet hier allerdings der Wochenmarkt statt, dann ist Parken verboten. Besucher, die mit dem ÖPNV kommen, nutzen die Straßenbahnlinie 1 nach Söflingen und steigen an der Endhaltestelle aus.

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