Flughafen Stuttgart: Klimaaktivisten der Letzten Generation kleben sich auf Rollweg fest

Zwei Mitglieder der Letzten Generation haben sich am Donnerstagmorgen auf dem Rollfeld des Flughafen in Stuttgart festgeklebt.
Marius Bulling/dpaZwei Klimaaktivisten der Letzten Generation sind am Donnerstagmorgen (15.08.) auf das Gelände des Stuttgarter Flughafens eingedrungen und haben versucht, den Flugverkehr dort lahmzulegen. Die beiden 23 und 27 Jahre alten Frauen waren um kurz nach 5.30 Uhr im Bereich des Luftfratzentrums durch den Außenzaun auf das Gelände eingedrungen und klebten sich auf einem Rollweg fest. Das geht aus einer offiziellen Pressemitteilung der Polizei Reutlingen hervor. Nach Angaben der Bundespolizei klebten sie sich auf einer Zubringerstraße zur Start- und Landebahn fest. Der Flugverkehr sei dadurch nicht beeinträchtigt, betonte ein Sprecher.
„Jeweils zwei Menschen in orangen Warnwesten drückten friedlich ihren Widerstand aus, indem sie Banner mit der Aufschrift „Oil kills“ und „Sign the treaty“ zur Schau stellten“, berichtete die Organisation selbst laut Mitteilung. „Die Start- und Landebahnen wurden dabei nicht betreten.“
Beide Aktivistinnen wurden von der Flughafen-Feuerwehr vom Asphalt gelöst werden. Sie wurden in der Folge vorrübergehend festgenommen. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Durch dieses Loch im Zaun drangen die Aktivisten in den Stuttgarter Flughafen ein.
Marius Bulling/dpaFlugbetrieb in Nürnberg und Köln-Bonn zeitweise eingestellt
Auch an weiteren deutschen Flughäfen hat es am Donnerstagmorgen Protestaktionen gegebn. Am Airport Berlin-Brandenburg, Köln-Bonn und Nürnberg drangen nach Angaben der Letzten Generation je zwei Aktivisten in orangen Warnwesten auf die Gelände ein. dpa-Fotografen vor Ort bestätigten die Vorgänge. Am Flughafen Köln/Bonn musste der Flugbetrieb infolge der Protestaktion nach Polizeiangaben zeitweise eingestellt werden. Auch nach der Wiederaufnahme könne es noch zu Verzögerungen kommen, teilte der Flughafen mit.
Auch in Nürnberg wurde der Flugbetrieb nach Angaben eines Polizeisprechers für etwa eine Stunde eingestellt. Zwei Klimaaktivistinnen waren nach Angaben der Polizei am frühen Morgen auf das Rollfeld des Flughafens vorgedrungen. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete von einem Loch im Zaun im südlichen Bereich der Rollbahn. In dessen Nähe lägen zwei Bolzenschneider.
Am Flughafen Berlin klebten sich nach Angaben der Brandenburger Landespolizei zwei Menschen im Alter von 21 und 22 Jahren auf dem Gelände fest. Sie seien kurz darauf losgelöst und in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung am Zaun, Hausfriedensbruch und Verstoßes gegen das Luftsicherheitsgesetz.
Immer wieder Protestaktionen auf Flughäfen
Die Letzte Generation fordert radikalen Klimaschutz, darunter den völligen Verzicht auf Kohle, Öl und Gas. Sie fordern den Abschluss eines dahingehenden internationalen Vertrags. Seit Anfang 2022 organisierte die Gruppe Straßenblockaden, bei denen sich die Teilnehmer festklebten. Zwischenzeitlich hatte sie aber angekündigt, ihre Strategie zu ändern und künftig auf Festkleben zu verzichten. Die Klimaaktivisten haben zuletzt auch schon mehrfach Störaktionen auf Flughäfen durchgeführt, Ende Juli etwa auch an Deutschlands größtem Airport in Frankfurt.
