Wellness und Erholung
: Das sind die besten Thermen in Deutschland

Während der Antike bildeten Thermalbäder den Mittelpunkt des sozialen Lebens. Und auch heute noch freuen sie sich reger Beliebtheit. Nun hat ein Reiseanbieter die hundert besten Bäder gekürt.
Von
Michl-Felix Bierl
Ulm
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Wollen die Besucher in Corona-Zeiten überhaupt gemeinsam in der Sauna sitzen? Bürgermeister Matthias Heim hat diese Frage im Bad Überkinger Gemeinderat aufgeworfen. ⇥

Die beiden Saunen (Kurpark-Chalet-Sauna & Kahlenstein-Sauna) im Thermalbad in Bad Überkingen öffnen unter Auflagen wieder.

Ob man nun mehr auf Saunieren steht oder sich in warmen Wasser wohlfühlt: In Deutschland laden etliche Thermalbäder zur Entspannung ein.

Tobias Fröhner
  • Thermalbäder in Deutschland sind beliebte Entspannungsziele.
  • Travelcircus kürte die Top 100, basierend auf Bekanntheit, Beliebtheit, Ausstattung und Preis.
  • Nur eine Therme aus Baden-Württemberg schaffte es in die Top 10: die Mineraltherme Böblingen.
  • Die beste Therme liegt in Erding, gefolgt von Euskirchen und Köln.
  • Baden-Württemberg hat mit 14 Bädern die meisten im Ranking, darunter Fildorado und Albtherme Waldbronn.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das lateinische Wort „thermae“ bezeichnete die architektonisch aufwändig erbauten großen, öffentlichen Bäder des Römischen Reichs. So liegen auch unweit der örtlichen Thermen im baden-württembergischen Baden-Baden und Badenweiler die alten Ruinen der römischen Entspannungs-Oasen. Doch wer heute in eine der zahlreichen Thermalbäder geht, hat wohl weniger die antiken Römer im Kopf als vielmehr den Plan, den höchst modernen und immer hektischer werdenden Alltag für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Es stellt sich die Frage, wo der Kurzurlaub in Deutschland am besten gelingt? Der Reiseanbieter Travelcircus hat im Rahmen des großen Thermen- und Wellnessbäder Vergleichs, die Top 100 der deutschen Bäder gekürt. Eines soll schonmal gesagt sein: obwohl Baden-Württemberg so viele Thermalbäder hat, wie kein anderes Bundesland, landete nur eines davon unter den Top 10!

Die Bewertungskriterien

Die Reiseexperten des Touren- und Reiseanbieters Travelcircus begründen ihre Auswahl der „besten Thermen und Bäder mit Wellnessbezug“ anhand von vier Kriterien:

1. Bekanntheit: Der Bekanntheitsgrad einer Therme sagt häufig schon viel über die Qualität der Bäder aus. Um diesen zu bestimmen, ermittelte das Unternehmen das durchschnittliche Suchvolumen bei der Suchmaschine Google. Dafür durchforsteten sie die Daten des Zeitraums von Oktober 2019 bis September 2023. „Je höher der Wert, desto mehr Punkte gibt es.“

2. Beliebtheit: Ob heute ein Café, ein Restaurant oder eben ein Thermalbad beliebt oder weniger beliebt ist, ist an den Sternen bei Google oder TripAdvisor zu erkennen. So zumindest die Logik, nach der das Reiseunternehmen ihre Bewertung begründet. Die vom Reiseunternehmen vergebene Punktzahl entspricht dem Durchschnitt beider Plattformen.

3. Ausstattung: Von Kneipp-Becken bis Saunalandschaft – je vielfältiger, desto besser! Die Anzahl von Saunen und Dampfbädern hat das Reiseunternehmen addiert mit dem Angebot an Wellnessanwendungen sowie offiziell anerkanntem Heilwasser. Während die Anzahl der Saunen und Dampfbädern in totalen Zahlen in die Bewertung eingeflossen ist, gab es für Wellnessanwendungen und Heilwasser jeweils nur einen Punkt, falls diese vorhanden sind oder null Punkte, falls Wellnessanwendungen oder Heilwasser nicht vorhanden sind. Je größer das Angebot, desto mehr Punkte hat eine Therme also erhalten.

4. Preisbenotung: Um herauszufinden, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, hat Travelcircus das Verhältnis von teuerstem Tageseintritt inklusive Sauna und Badewelt, die Anzahl der Saunen und Dampfbäder sowie die maximale Öffnungszeit in Stunden pro Tag berechnet. Je besser das Preis-Leistungs-Verhältnis, desto mehr Punkte erhält eine Therme.

Nur eine Baden-Württembergische Therme unter Top 10

Baden-Württemberg nennt sich stolz das „Bäderland Nummer eins“. Und gemessen an der Anzahl der Bäder trifft dies auch zu – denn kein anderes Bundesland hat mehr Heilbäder aufzuweisen.  Während der Begriff „Heilbad“ geschützt ist, ist „Therme“, als Bezeichnung für eine Badeeinrichtung, nicht geschützt. Darum unterscheidet der Heilbäderverband Baden-Württemberg zwischen Thermen, deren Name sozusagen nur heiße Luft ist, da sie Wasser aus der Leitung aufwärmen, und tatsächlichen Thermen, deren Wasser aus warmen Quellen kommt. Ganze 35 „echte“ Thermen gibt es im Bundesland. Da verwundert es, dass lediglich eine davon unter den ersten zehn Plätzen gelandet ist: Die Mineraltherme Böblingen landete im Ranking auf Platz 8. Doch was auffällt, der Bekanntheitsgrad der Therme ist wesentlich geringer als die der vor ihr platzierten Thermen. Ein echter Geheimtipp also! Und dem Menschentrubel zu entkommen, kann ebenfalls zur Entspannung beitragen.

Die Top 100

Laut des Rankings von Travelcircus liegt die beste Therme im bayrischen Erding, dicht gefolgt von der Thermen- und Badewelt in Euskirchen, in der Nähe von Bonn. Während die Therme in Erding vor allem mit ihrer breiten Ausstattung besticht, kann die Therme in Euskirchen mit ihrer Beliebtheit punkten. Auf Platz drei landete das Aqualand in Köln.

Doch wer innerhalb der Grenzen des Bundeslandes bleiben möchte – schließlich kann eine lange Anfahrt den Entspannungsfaktor erheblich schmälern – findet zumindest 14 Thermen und Wellnessbäder in der Liste, für die das Bundesland nicht verlassen werden muss. So schafft es das Fildorado in Filderstadt auf Platz zwanzig der Top 100, direkt gefolgt von der Thermen und Badewelt in Sinsheim. Auch die Albtherme Waldbronn, das Badeparadies Schwarzwald beim Titisee sowie das Solemar in Bad Dürrheim sind noch auf den vorderen Plätzen der Rangliste angesiedelt. Immerhin noch auf der Liste der besten Bäder, wenn auch auf dem letzten Platz, findet sich das Solebad in Cannstatt wider.

Jetzt, wo allmählich die Temperaturen sinken, kann ein heißes Bad für das Wohlbefinden wahre Wunder wirken. Übrigens: Nicht nur der Mensch lässt an kalten Tagen in heißen Bädern den Stress hinter sich. Auch die japanischen Makaken (Schneeaffen) baden in natürlichen Thermen – in erster Linie nicht, um sich aufzuwärmen, sondern um Stress abzubauen.