Car-Freitag in BW
: „Unseliger Saisonstart“ – Autoposer landesweit im Fokus

Zum Szeneauftakt am Karfreitag verstärkt die Polizei in Baden-Württemberg ihre Maßnahmen. In den vergangenen Jahren wurden an dem Feiertag jeweils Tausende Verstöße festgestellt.
Von
Jana Durner
Stuttgart
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Kontrolle gegen Poser in der Doppelstadt an der Donau.

ARCHIV - 19.08.2016, Baden-Württemberg, Mannheim: Polizeibeamte kontrollieren sogenannte Autoposer. «Autoposer» fahren mit ihren oftmals getunten Fahrzeugen vor allem in den Abendstunden durch die Innenstadt und zeigen lautstark, wie viel PS ihr Wagen hat. Die Frankfurter Polizei hat in einem Pilotprojekt die Kontrolleinheit «Auto-Poser, Raser, Tuner» (KART) gegründet (zu dpa «Pilotprojekt gegen Autoposer - Beuth besucht Frankfurter Polizei» vom 24.09.2018) Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am Karfreitag will die Polizei im Land wieder verstärkt gegen die Poserszene vorgehen.

Uwe Anspach/dpa
  • Polizei in Baden-Württemberg verstärkt am Karfreitag Kontrollen gegen Poser und Tuner.
  • Innenministerium: Fokus auf lokale Posing-, illegale Tuning- und Rennszenen im ganzen Land.
  • Strobl kündigt mehr Kontrollen an – rücksichtsloses Verhalten soll ausgebremst werden.
  • Zahlen der Kontrollen: jeweils rund 1360 Fahrzeuge, über 350 Verstöße pro Karfreitag.
  • Ganzjährig Kontrollen: 2025 über 19.000 Fahrzeuge geprüft, 1412 stillgelegt; 2024 weniger.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am „Car-Freitag“ rollt sie wieder an: die Saison der Poser und Tuner, die sich an bekannten Hotspots treffen, um ihre Motoren aufheulen zu lassen und technische Umbauten zu präsentieren. Die Polizei Baden-Württemberg unterstützt – zum fünften Mal – gemeinsam mit den Polizeien anderer Länder die bundesweit großangelegte Kontrollaktion. Im Fokus stehen nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums „lokale Posing- sowie illegale Tuning- und Rennszenen, sowohl landes- als auch bundesweit“.

Strobl: Ab sofort mehr Kontrollen

„In der Tuning- und Poserszene hat sich der Karfreitag als unseliger Saisonstart etabliert. Daher machen wir gleich zu Beginn der Motorrad- und Tuning-Saison klar: Rücksichtsloses Imponiergehabe und illegale technische Manipulationen haben bei uns keine Fahrerlaubnis“, erklärte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Deshalb will er ab sofort die Schlagzahl der Kontrollen auf den Straßen erhöhen und „ohrenbetäubendes und auch gefährliches Verhalten im Straßenverkehr“ ausbremsen.

In den Jahren 2022 bis 2025 kontrollierten am Karfreitag jeweils rund 360 Polizisten in Baden-Württemberg durchschnittlich rund 1360 Fahrzeuge und stellten dabei jeweils mehr als 350 Verstöße fest. Darüber hinaus geht die Polizei ganzjährig gegen die illegale Poser-, Tuner- und Eventszene vor. Bei zahlreichen Schwerpunktkontrollen wurden laut Ministerium 2025 landesweit mehr als 19.000 Fahrzeuge kontrolliert, dabei 8790 Verstöße festgestellt und 1412 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. 2024 waren es im Vergleich insgesamt mehr als 15.000 Fahrzeuge, die kontrolliert wurden. Dabei gab es 6629 Verstöße und 1246 Fahrzeuge, die aus dem Verkehr gezogen wurden.

„Lebenslänglich für lebensgefährlich“

Strobl betonte: „Ereignisse wie der tödliche Raser-Unfall in Ludwigsburg 2025 oder der Heilbronner Raser-Unfall 2023 verdeutlichen die Notwendigkeit von konsequentem Handeln gegen illegale Autorennen, Posing und illegales Fahrzeugtuning.“ Zudem fordert er: „Lebenslänglich für lebensgefährlich. Wer wiederholt und uneinsichtig herumrast und sich Rennen liefert, dem muss die Fahrerlaubnis lebenslänglich entzogen werden.“ Denn die Straßen seien keine Bühne für Selbstdarsteller.