Betrugsverdacht in Stuttgart
: Bei der AfD sind 40.000 Euro verschwunden – Vorstand entmachtet

„Merkwürdige Überweisungen“, keine Kontrolle: Knapp 40.000 Euro sollen im Stuttgarter AfD-Kreisverband verschwunden sein. Der Landesvorstand stellt Anzeige wegen Betrugsverdachts.
Von
dpa
Stuttgart
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Wahlkampfabschluss der AfD Baden-Württemberg: ARCHIV - 05.03.2026, Baden-Württemberg, Rottweil: Ein Rednerpult ist vor Beginn des Wahlkampfabschluss der AfD Baden-Württemberg in der Stadthalle Rottweil zu sehen. (zu dpa: «Kontochaos bei der AfD: Parteispitze beruft Kreisvorstand ab») Foto: Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Leeres AfD-Rednerpult: Nach finanziellen Unregelmäßigkeiten ist der Vorstand des Stuttgarter Kreisverbands abgesetzt worden.

Silas Stein/dpa
  • Im Stuttgarter AfD-Kreisverband sollen 39.200 Euro vom Konto verschwunden sein.
  • Der Landesvorstand setzte den Kreisvorstand ab – Begründung: finanzielle Klärungsbedarfe.
  • Laut Parteikreisen gab es „merkwürdige Überweisungen“, die Polizei wurde informiert.
  • Die Polizei Stuttgart bestätigte Ermittlungen zuerst nicht, intern gab es Kontrollvorwürfe.
  • Ein Notvorstand übernimmt vorerst, die Bestätigung soll auf dem nächsten Landesparteitag erfolgen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wegen finanzieller Ungereimtheiten hat der Landesvorstand der AfD den kompletten Kreisverband Stuttgart abberufen. Grund seien „erhebliche organisatorische und finanzielle Klärungsbedarfe“, teilte der Landesvorstand in Stuttgart um den ehemaligen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Markus Frohnmaier und Co-Landeschef Emil Sänze mit.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen erfuhr, sollen 39.200 Euro auf dem Konto im Kreisverband Stuttgart verschwunden sein. Es habe „merkwürdige Überweisungen“ gegeben. Demnach informierte der Kreisvorstand die Polizei. Diese ermittle wegen Betrugsvorwürfen – die Polizei Stuttgart bestätigte das zunächst nicht.

Parteikonto nicht laufend kontrolliert?

Dem Kreisvorstand wird intern nach dpa-Informationen vorgeworfen, dass niemand das Parteikonto laufend kontrolliert habe. Man habe zunächst nach Aufkommen der Ungereimtheiten auf die Mitwirkungspflicht des Kreisvorstands gesetzt. Der Kreisvorstand sei dem aber zu zögerlich nachgekommen, hieß es. Der Kreisvorstand war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Maßnahme ist ein ungewöhnlich drastischer Eingriff in die Strukturen eines Kreisverbands. „Der Landesvorstand ist verpflichtet, Schaden vom Kreisverband, von der Partei und auch von den beteiligten Personen abzuwenden“, teilten die Landesvorsitzenden Markus Frohnmaier und Emil Sänze mit. „Deshalb war eine klare und sofortige Entscheidung erforderlich.“

Zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit des Kreisverbandes wurde nun ein Notvorstand eingesetzt, die formale Bestätigung soll auf dem nächsten Landesparteitag im Juni erfolgen. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden aufgefordert, sämtliche Unterlagen, Zugänge und Daten bis spätestens 4. Mai vollständig zu übergeben.