Bahnstrecke Stuttgart-Ulm ab 2030: 42 Baustellen in elf Jahren – Bahn und Bund beschließen Reihenfolge bei Generalsanierungen

Ein ICE fährt auf der Bahnstrecke Augsburg-Ulm.
Karl-Josef Hildenbrand/dpa- Bahn und Bund planen die Modernisierung von 42 Bahnstrecken bis 2036 – neue Reihenfolge beschlossen.
- Stuttgart-Ulm wird 2030 saniert, Ulm-Augsburg folgt 2034, Flensburg-Hamburg zuletzt 2036.
- Bauarbeiten erfordern Vollsperrungen für ein halbes Jahr, danach mindestens fünf Jahre baufrei.
- Branchenvertreter fordern bessere Umleiterstrecken und flexiblere Sperrkonzepte.
- Planungssicherheit für Verkehrsunternehmen verbessert, aber offene Fragen bleiben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Deutsche Bahn will viel befahrene, aber überalterte Bahnstrecken bis zum Jahr 2036 modernisieren. Die aktuelle Reihenfolge der geplanten 42 Korridore hat die Bahn nun mit dem Bund abgestimmt, wie der Konzern mitteilte. Demnach wird die letzte Sanierung der Strecke Flensburg-Hamburg erst 2036 durchgeführt. Die Strecke zwischen Ulm und Stuttgart soll im Jahr 2030 saniert werden, während der Abschnitt zwischen Ulm und Augsburg erst 2034 modernisiert wird.
„Im kommenden Jahr werden planmäßig die Generalsanierungen der Korridore
Hagen-Wuppertal-Köln, Nürnberg-Regensburg, Obertraubling-Passau, Troisdorf-Unkel/Unkel-Wiesbaden durchgeführt“, teilte die Bahn mit. „Für das Jahr 2027 ist die gebündelte Erneuerung und Modernisierung der Korridore Rosenheim-Salzburg, Lehrte-Berlin, Bremerhaven-Bremen und Fulda-Hanau vorgesehen.“
Strecken für rund halbes Jahr voll gesperrt
Ursprünglich wollten Bahn und Bund die Korridore bis zum Jahr 2031 sanieren. Es geht um stark belastete und aufgrund ihres schlechten Zustands besonders störanfällige Knotenpunkte im bundesweiten Fernverkehr. Start der sogenannten Generalsanierungen war im vergangenen Jahr auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Derzeit laufen die Modernisierungsarbeiten zwischen Hamburg und Berlin sowie zwischen Emmerich und Oberhausen in Nordrhein-Westfalen.
Für die Bauarbeiten werden die Strecken für rund ein halbes Jahr voll gesperrt. Dafür sollen die Abschnitte im Anschluss für mindestens fünf Jahre baufrei bleiben. Ursprünglich waren bis zu neun Sanierungen pro Jahr geplant. Insbesondere bei den Wettbewerbern im Güterverkehr stieß der Plan auf Ablehnung, weil die Güterzüge während der Sperrungen oft deutlich weitere Umwege in Kauf nehmen müssen, als die Personenzüge. Im Juli stimmte die Bahn deshalb ein neues Konzept mit der Branche und nun auch mit dem Bund ab.
Branche sieht noch Nachholbedarf
„Die neue Reihung der Generalsanierung ist ein richtiger Schritt, aber kein Befreiungsschlag“, teilte der Vizepräsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Joachim Berends, mit. „Solange Umleiterstrecken unzureichend vorbereitet und Sperrkonzepte nach Schema F durchgezogen werden, wird das Netz systematisch überfordert.“
Der Wettbewerberverband Mofair hob positiv hervor, dass die terminliche Klarheit nun Planungssicherheit für die Verkehrsunternehmen auf der Schiene schaffe. Gleichwohl seien wesentliche Fragen im Zusammenhang mit der sogenannten Generalsanierung noch unklar. „Solange diese nicht beantwortet sind, ist eine abschließende Bewertung der vorgestellten Reihung nicht möglich.“
Das ist die neue Reihenfolge ab 2028:
2028
- Köln-Koblenz/Koblenz-Mainz
- München-Rosenheim
- Hagen-Unna-Hamm
- Lübeck-Hamburg
2029
- Hamburg-Hannover
- Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen
- Forbach-Ludwigshafen
- Aachen-Köln
2030
- Stuttgart-Ulm
- Stendal-Magdeburg
- Uelzen-Stendal
- Frankfurt-Heidelberg
2031
- Mannheim-Karlsruhe
- Lehrte-Groß Gleidingen
- Bremen-Hamburg
- Würzburg-Nürnberg
2032
- Bebra-Erfurt
- Bebra-Fulda
- Münster-Recklinghausen
- Weddel-Magdeburg
2033
- Bremen-Osnabrück
- Osnabrück-Münster
- Hamm-Düsseldorf-Köln
2034
- Bremen/Rotenburg-Wunstorf
- Kassel-Friedberg
- Ulm-Augsburg
2035
- Minden-Wunstorf
- Nordstemmen-Göttingen
2036
- Flensburg-Hamburg
Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa.

Der Ulmer Bahnhof ist aktuell eher Abenteuerspielplatz als Mobilitäts-Hotspot. Doch keine Sorge: Irgendwann wird aus der Ruine ein Schmuckstück. Bis dahin gilt: Wer es zum Gleis schafft, ist schon Sieger. Eine Glosse.