Aussichtspunkte in BW
: Hoch hinaus – 10 Ausflugsziele mit Weitblick

Von geschichtsträchtigen Anhöhen bis zu futuristischen Türmen zeigt sich Baden-Württemberg von oben besonders abwechslungsreich. Diese Aussichtspunkte lohnen sich nicht nur wegen der Fernsicht.
Von
Pia Holzschuh
Baden-Württemberg
Jetzt in der App anhören
Aussichtspunkte in Baden-Württemberg

Ob Städte, Wälder, sanfte Hügel oder Weinberge – an diesen Orten hier liegt Baden-Württemberg den Besuchern zu Füßen.

Bildcollage – Sebastian Stiphout/Christoph Schmidt/Thyssenkrupp
  • Baden-Württemberg bietet vielfältige Aussichtspunkte: Städte, Wälder, Hügel und Weinberge.
  • Birkenkopf, Stuttgart: 511 m hoch, "Monte Scherbelino", Trümmerreste aus WWII.
  • Schönbuchturm, Herrenberg: 174 Stufen, Blick auf Schönbuch, Schwarzwald, Schwäbische Alb.
  • Limes-Blicke, Hohenlohe: 3 Plattformen zeigen UNESCO-Welterbe Limes.
  • Zeller Horn, Albstadt: Blick auf Burg Hohenzollern, Wanderweg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer in Baden-Württemberg einen Ausflug mit Aussicht plant, hat die Qual der Wahl. Es gibt zahlreiche Höhen-Highlights, die spektakuläre Panoramen über Städte und Naturparks, über Wälder und bis in die Alpen bieten. Wir stellen einige der eindrucksvollsten Orte vor, an denen man hoch hinaus kommt und tief durchatmen kann. Ob sportlich oder entspannt, zu Fuß oder per Aufzug – hier kommen Aussichtssuchende auf ihre Kosten:

1. Der Birkenkopf in Stuttgart

Mit 511 Metern ist der Birkenkopf einer der höchsten Erhebungen der Landeshauptstadt und ein beliebtes Ausflugsziel. Besucher erwartet neben der Aussicht über die Stadt, das Strohgäu, das Neckartal, den Schwäbischen Wald und die Schwäbische Alb auch ein Stück Stuttgarter Stadtgeschichte. In den 1950er Jahren wurde hier Trümmerschutt abgeladen, der durch die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs entstanden war. Dadurch wuchs der Berg, der auch als „Monte Scherbelino“ bezeichnet wird, um etwa 40 Meter an. Bis heute sind Trümmerteile, Fassadenreste und abgebrochene Säulen zu erkennen. Unterhalb des Birkenkopfs in der Rotenwaldstraße liegen ein Parkplatz und eine Bushaltestelle.

2. Der Schönbuchturm bei Herrenberg

Reigschmeckt oder Schwob? - Teste dein Wissen in unserem Quiz!

13.11.2018, Baden-Württemberg, Herrenberg: Eine Frau schaut vom Schönbuchturm über den Schönbuch Richtung Schwäbische Alb. Der Schönbuch ist ein weitgehend bewaldetes Gebiet im Keuperbergland des südwestdeutschen Schichtstufenlands. Im Jahr 1972 wurde sein Kerngebiet zum ersten Naturpark in Baden-Württemberg erklärt. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Schönbuchturm bei Herrenberg bietet auf drei Plattformen einen weiten Blick über den Naturpark Schönbuch bis zur Schwäbischen Alb und den Schwarzwald.

Sebastian Gollnow / dpa

Seit 2018 ermöglicht der Schönbuchturm bei Herrenberg einen Panoramablick über den Naturpark Schönbuch, ins Heckengäu und den Schwarzwald bis hin zur Schwäbischen Alb und auf Teile der Filderebene. 174 Stufen führen spiralförmig auf die drei Plattformen in 10, 20 und 30 Metern Höhe. Der Aussichtsturm aus Lärchenholz und Stahl ist täglich von Sonnenaufgang bis Einbruch der Dunkelheit frei zugänglich. Etwa 500 Meter Fußweg entfernt befinden sich das Naturfreundehaus Herrenberg und der Waldfriedhof mit öffentlichen Parkplätzen. Von dort aus sind auch ein Dammwild-Gehege, ein Spielplatz, ein Trimm-dich-Pfad und ein Waldseilgarten in wenigen Gehminuten zu erreichen.

3. Die Limes-Blicke im Hohenloher Land

Drei Aussichtsplattformen machen das UNESCO-Welterbe Limes in der Region Hohenlohe auf besondere Weise erlebbar. Von den „Limes Blicken“ in den Gemeinden Zweiflingen, Öhringen und Pfedelbach sind über 11 Kilometer der ehemaligen Grenze des Römischen Reiches zu sehen, die in diesem Abschnitt schnurgerade verlief. Kostenlos nutzbare Fernrohre ermöglichen den Blick zu den anderen beiden Plattformen und es gibt Panoramafotos mit Erklärungen und Informationstafeln.

Direkt mit dem Auto erreichbar ist der „Limes Blick“ Zweiflingen. Er steht auf einem Wasserhochbehälter an der Kreisstraße K2330 zwischen den Zweiflinger Teilorten Westernbach und Pfahlbach. Nur wenige Meter entfernt im Wald befindet sich einer der am besterhaltenen Limesabschnitte am Obergermanisch-Raetischen Limes. Hier sind Wall und Graben auf einer Länge von fast 500 Meter deutlich zu sehen.

Der mittlere Aussichtsturm liegt südlich des Öhringer Teilort Cappel. Er ist mit 10 Metern der höchste „Limes Blick“. Vom Wohngebiet „Hornberg“ aus gelangen Besucher nach wenigen Minuten Fußweg zum Turm.

An einer Hangkante im Wald mit einer Sicht quer über das Öhringer Becken liegt der „Limes Blick“ Pfedelbach. Im Ortsteil Untergleichen gibt es einen Wanderparkplatz mit Grillstelle. Von dort aus sind es etwa 1,5 Kilometer entlang des Limes-Wanderwegs bis zur Aussichtsplattform.

Der Besuch aller drei „Limes Blicke“ eignet sich für Wander- und Radtouren. Wer beispielsweise auf dem deutschen Limes-Wanderweg unterwegs ist, muss für den „Limes Blick“ Öhringen allerdings einen kurzen Abstecher Richtung Cappel machen.

4. Das Zeller Horn am Albtrauf

Wandern am Zeller Horn ist ein besonderes Erlebnis

Wandern am Zeller Horn ist ein besonderes Erlebnis mit Blick auf die Burg Hohenzollern.

Sebastian Stiphout

Das Zeller Horn in Albstadt-Onstmettingen ist ein schmaler Felsvorsprung am Albtrauf und bietet den wohl schönste Blick auf die gegenüberliegende Burg Hohenzollern. Es ist nur zu Fuß erreichbar. Etwa 2 Kilometer entfernt liegt der Parkplatz „Skilift/ Zollernburg-Panorama“. Wanderer finden in der unmittelbaren Umgebung gleich mehrere Aussichtspunkte mit Fernblicken über die Albhochfläche, das Albvorland und bei klarer Sicht bis zum Feldberg im Schwarzwald und in die Alpen. Verbunden werden diese Aussichtspunkte – darunter der „Hangende Stein“ und der Raichbergturm – durch den Rundwanderweg „Traufgang Zollernburg-Panorama“.

5. Der Königstuhl in Heidelberg

Besucher des Königstuhl erwartet nicht nur ein weiter Blick auf das Neckartal, die Rheinebene und – bei guter Sicht – bis zu den Bergen des Pfälzer Walds und ins Elsass. Auf dem 567 Meter hohen Hausberg der Universitätsstadt gibt es mehrere Wanderwege, einen Walderlebnispfad, eine Falknerei und den Freizeitpark „Märchenparadies“.

Zu Fuß kann der Königstuhl über die sogenannte „Himmelsleiter“ erklommen werden. Die steile Treppe führt mit mehr als 1200 Stufen vom Heidelberger Schloss aus hinauf auf den Berg. Eine Alternative zur Anfahrt mit dem Auto oder dem Bus ist die Bergbahn. Sie führt von der Altstadt aus über die Stationen Schloss und Molkenkur bis hinauf zum Gipfel.

6. Der Bussen in Oberschwaben

Wetter in Baden-Württemberg: 25.11.2024, Baden-Württemberg, Uttenweiler: Blick vom Berg Bussen über Oberschwaben. Durch die Föhnwetterlage zeigen sich die über einhundert Kilometer entfernten Alpen am Morgen. Foto: Thomas Warnack/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Besonders bei Föhnwetterlage zeigen sich vom Bussen aus die über einhundert Kilometer entfernten Alpen.

Thomas Warnack/dpa

An klaren Tagen bietet der „Heilige Berg Oberschwabens“ neben Fernsichten Richtung Ulm und der Schwäbischen Alb ein beeindruckendes Alpenpanorama.

Auf dem markanten Berg mit einer Höhe von 767 Metern zwischen Unlingen und Uttenweiler befand sich zunächst eine keltische und später eine germanische Kultstätte. Der heutige Wallfahrtsort mit der Kirche „St. Johannes Baptist“ geht bis auf das Jahr 805 zurück. Auf dem Bussen steht außerdem die Ruine einer Burganlage mit einem Aussichtsturm.

Vom öffentlichen Parkplatz im Uttenweiler Ortsteil Offingen führt ein kurzer, steiler Anstieg hinauf auf den Berggipfel. Ein Besuch lässt sich etwa mit einem Ausflugs nach Bad Buchau verbindenden (rund 14 Kilometer entfernt). Der Federseesteg und der Naturerlebnispfad im Wackelwald sind beliebte Ausflugsziele.

7. Die Münstertürme in Konstanz und Ulm

Nach dem Aufstieg auf den Turm des Konstanzer Münsters werden Besucher mit einem Rundumblick auf Altstadt, Bodensee und Berge belohnt. 193 Stufen führen über enge Treppen auf die Aussichtsplattform in 40 Metern Höhe. Eine Besichtigung des geschichtsträchtigen „Münster Unserer Lieben Frau“ mit Innenraum, Krypta und Kreuzgang ist (außerhalb der Gottesdienste) täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr möglich.

Der Turm selbst ist von Mitte März bis Oktober von Montag bis Samstag zwischen 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, an Sonntagen ab 12.40 Uhr. Erwachsene zahlen für den Aufstieg 4 Euro, Kinder von 8 bis 17 Jahren 1 Euro.

Ein Rundumblick auf Ulm und das Umland ist vom (noch) höchsten Kirchturm der Welt aus möglich. Die höchste der Aussichtsplattformen im Ulmer Münster auf einer Höhe von 143 Metern kann momentan nicht bestiegen werden. Bis zur 102-Meter-Ebene sind es über 520 Stufen. Sie ist täglich von 10 Uhr bis 15 Uhr geöffnet (zwischen 15. Oktober bis März von 12 Uhr bis 14.30 Uhr). Der Eintritt kostet für Erwachsene 7 Euro, für Kinder von 7 bis 17 Jahren und Ermäßigte 4,50 Euro. Die Familienkarte gibt es für 18 Euro.

8. Der Thyssenkrupp Testturm

Der Thyssen-Krupp-Testturm in Rottweil bietet bei gutem Wetter freie Sicht bis zu den Alpen. Mit dem 9-Euro-Ticket ist er in 1,5 Stunden erreichbar.

Testturm Rottweil

Der Thyssen-Krupp-Testturm in Rottweil bietet bei gutem Wetter freie Sicht über den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und bis hin zu den Schweizer Alpen.

Thyssenkrupp

Auf dem „TK Elevator Testturm“ in Rottweil befindet sich mit einer Höhe von 232 Metern Deutschlands höchste öffentliche Besucherplattform. Mit einer Gesamthöhe von 246 Metern ist der Testturm für Aufzugsanlagen, dessen Membran aus Glasfasergewebe besteht, außerdem das höchste textilverkleidete Gebäude der Welt.

Aussicht haben Besucher bereits während der Fahrt nach oben mit dem Panoramaaufzug. Bei guter Sicht kann der Blick rundum über den Schwarzwald, die Schwäbische Alb und bis hin zu den Schweizer Alpen schweifen.

Während der Osterferien hat die Aussichtsplattform täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Außerhalb der Ferien kann die Aussichtsplattform von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr besucht werden. Tickets können online oder vor Ort für 9 Euro (Kinder von 6 bis 16 Jahren und ermäßigt 5 Euro) erworben werden. Ein Familienticket (zwei Erwachsene und drei Kinder) kostet 26 Euro.

An Wochentagen ist der Thyssenkrupp Testturm vom Bahnhof aus direkt mit dem Bus erreichbar. Samstags und sonntags fährt ein Rufbus bis zur Haltestelle „Rottweil, Seehof“ (Fußweg 650 Meter). Die Parkplätze am Testturm sind kostenpflichtig.

9. Der Aussichtsturm Himmelsglück im Nordschwarzwald

In der Gemeinde Schömberg im Landkreis Calw steht Deutschlands höchster Aussichtsturm in Holzbauweise. Der „Aussichtsturm Himmelsglück“ besitzt drei Plattformen. Ganz oben stehen Besucher auf einer Höhe von 50 Metern. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Oberrheingraben, auf die Schwäbische Alb und den Stuttgarter Fernsehturm.

Nach oben geht es entweder über 300 Stufen oder barrierefrei mit dem Panoramaausflug (November bis einschließlich März außer Betrieb). Der Turm ist täglich ab 9 Uhr geöffnet. Die Schließzeiten variieren nach Jahreszeit und Monat. Im April und Mai ist bis 20 geöffnet, im Juni bis 21.30 Uhr. Der Eintrittspreis liegt für Erwachsene bei 7,50 Euro und für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren bei 6 Euro. Eine Familienkarte (2 Kinder) kostet 22 Euro. Kostenpflichtige Parkplätze liegen etwa 1 Kilometer fußläufig entfernt.

Der Turm dient außerdem als Startpunkt für einen „Waldflug“ mit der Black Forest Flyline. Mit maximal 12  km/h gleiten Besucher dabei auf einer knapp 500 Meter langen Strecke durch die Baumwipfel. Rasanter wird es beim „Flying Fox“. Hier erreichen Abenteuerlustige bis zu 60 km/h.

10. Das Remstalkino in Weinstadt

Menschen genießen bei sonnigem Wetter den Ausblick am Aussichtspunkt „Remstalkino“ vor den Toren Stuttgarts. Ab Mitte Februar könnte es deutlich wärmer werden – dafür aber wolkiger.

09.02.2023, Baden-Württemberg, Weinstadt: Menschen genießen bei sonnigem Wetter den Ausblick am Aussichtspunkt «Remstalkino». Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Menschen genießen bei sonnigem Wetter den Ausblick am Aussichtspunkt „Remstalkino“ vor den Toren Stuttgarts.

Christoph Schmidt/dpa

Statt einer Leinwand wartet im „ Remstalkino“ ein Landschaftspanorama auf die Besucher. Auf dem Aussichtspunkt „Drei Riesen“ stehen inmitten der Weinberge von Weinstadt 26 Kinostühle aus Holz. Von dort aus lässt sich eine Aussicht über das Rems- und das Neckartal bis nach Stuttgart genießen. Der Aussichtspunkt zwischen den Weinstädter Stadtteilen Beutelsbach und Schnait ist nur zu Fuß über den Weinberg erreichbar. Nicht weit entfernt, an der Schönbühlstraße befinden sich kostenlose Parkplätze. Ein Besuch im Remstalkino kann beispielsweise mit dem 4 Kilometer langen Weinbaulehrpfad Beutelsbach oder dem etwa 7 Kilometer langen Biblischen Wein-Wanderweg mit 20 Themenstationen verbunden werden.