Aprilscherze
: Heiße Donau, schiefe Türme und Scheidung in der Wilhelma

Auch wenn bekannt ist, dass man manche Meldungen am 1. April nicht so ernst nehmen sollte, sind manche Aprilscherze so gut gemacht, dass man zweimal drüber nachdenken muss. Wir haben ein paar Beispiele aus Ulm und Baden-Württemberg gesammelt.
Von
Leonie Maschke
Ulm
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ILLUSTRATION - Auf einem Smartphone sind als Message „April, April“ und ein Smiley zu sehen, der die Zunge herausstreckt. Am 1. April legt man andere gerne mit einer Flunkerei herein. (zu dpa: «Der Aprilscherz im Wandel der Zeit») +++ dpa-Bildfunk +++

Am 1. April darf man andere Menschen ein bisschen veräppeln.

Jens Kalaene/dpa
  • Am 1. April kursierten in Ulm und Baden-Württemberg zahlreiche Aprilscherze.
  • Zeitung meldete „gechlorte“ Donau mit mindestens 19 Grad – samt „Dr. Kelvin Thermomann“.
  • Stadt Ulm erfand Feiertag fürs Nabada und eine Thermalquelle am Blaubeurer Tor.
  • Ulmer Feuerwehr „neigt“ den Metzgerturm stärker als Pisa – reine Fiktion.
  • Wilhelma bot angebliche Scheidungen an; Polizei erfand Hobby-Dogging und „Polizeitaube 2.0“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Feiertag für alle Witz- und Scherzbolde ist der 1. April. An diesem Tag ist erlaubt, andere aufs Korn zu nehmen. In Ulm und der Region gab es einige kreative Aprilscherze. Wir haben eine Auswahl zusammen gestellt:

Die Donau wird wärmer und sauberer!

Nicht mehr frieren und kein Magen-Darm mehr nach dem Nabada in Ulm? Eine neue EU-Regelung macht's möglich!

Das Europäische Binnengewässerveranstaltungsschutzgesetz (BiGeVSG), das am 1. April in Kraft tritt, sieht vor, dass öffentliche Flüsse und Seen, in denen Feste abgehalten werden – wie zum Beispiel das Nabada in Ulm – eine Temperatur von mindestens 19 Grad haben müssen. In Baden-Württemberg ist es durch das Landesbinnengewässerveranstaltungsschutzverordnung (LaBiGeVSV) mit 19,5 Grad sogar noch ein bisschen strenger geregelt. Zudem muss das Wasser gechlort werden, damit es besonders sauber ist.

Klingt absurd, aber alles durchaus noch im Rahmen des Möglichen. Seltsam anmutende und fast unaussprechliche Gesetze sind ja in Deutschland keine Seltenheit. Leserinnen und Leser wird jedoch spätestens beim Namen des Leiters des Donauerwärmungsbüros ein Licht aufgegangen sein: Dr. Kelvin Thermomann. So viel Nomen est Omen und prophetische Namensgebung kann es nicht geben. Und natürlich: Die Meldung ist ein Aprilscherz unserer Zeitung.

Nabada wird Feiertag, Thermalquelle in Ulm gefunden

Bleiben wir bei dem liebsten Ereignis der Ulmer, dem Nabada. Das soll laut einer Meldung der Stadt Ulm zum bundesweiten Feiertag für alle Flüsse und Seen erhoben werden. Boote statt Büro, Wasser statt Workload! Endlich haben auch die Menschen an Elbe, Rhein und anderen Flüssen die Chance, am dritten Montag im Juli ordentlich Party zu machen!

Aber leider, auch das ist nur ein Aprilscherz.

Und die Stadt Ulm legt direkt nach: Bei Bauarbeiten am Blaubeurer Tor wurde eine Thermalquelle gefunden! Ein „Bad Ulm“ mit Saunabereich, Gastronomie und allem, was man zur Erholung braucht. Bei diesem Scherz wünscht man sich fast, dass es wirklich so wäre.

Der schiefe Turm von Ulm

Den Rekord des höchsten Kirchturms der Welt hat Ulm ja schon vergangenes Jahr verloren, und der Verlust schmerzt immer noch die Ulmer Seele. Aber ein neuer Rekord ist in Sicht!

Die Ulmer Feuerwehr verkündete, dass sie am Mittwochvormittag am Metzgerturm zu Gange sind, um diesen noch schiefer zu machen als den schiefen Turm von Pisa. Natürlich ohne die Standfestigkeit des Gebäudes zu gefährden. Wenn alles nach Plan läuft, wäre der Metzgerturm dann mit über 4° stärker geneigt, als sein Cousin in Italien.

Panik in Pisa? Freilich nicht, alles nur ein Witz.

Scheidung im Zoo

Heiraten in der Wilhelma in Stuttgart ist schon seit Längerem möglich, am 1. April verkündete der Zoo, dass man sich nun auch dort scheiden lassen könne. Nach der formellen Beendigung der Ehe könne man noch ins Insektarium gehen, einer Schabe den Namen des Ex-Partners oder der Ex-Partnerin geben und das Insekt anschließend an „ein in der Nahrungskette weiter höher angesiedeltes Tier“ zum Futtern geben. Und ganz schwäbisch kann man auch sparen: Wer sich in der Wilhelma bereits getraut hat, erhält 10 Prozent Rabatt bei der Scheidung im Zoo.

Alles gut erfunden, wobei die Sache mit der Schabe durchaus Schule machen könnte...

Scheidung in der Wilhelma. Der Name des Ex-Partners kann im Anschluss einer Schabe gegeben werden (Aprilscherz!)

Manche Ex-Partner können schon schäbig sein.

Wilhelma Stuttgart (KI generiert)

Aprilscherze: Polizei zeigt Humor

Auch die Polizei war in Sachen Aprilscherze am Start. Die Social-Media-Abteilung des Polizeipräsidiums Freiburg verkündete, dass es ab sofort eine Pilotphase für eine Hobby-Dogging-Staffel startet. Das neue Hobby mit Leine, aber ohne Hund, hatte in den vergangenen Monaten für Aufsehen gesorgt. Die Beamten hatten sichtlich Spaß bei der Vorstellung ihres ungewöhnlichen Projekts. Ob bald eine Hobby-Berittene-Polizei ohne Pferde folgt? Wir werden sehen!

Die Polizei Ludwigsburg setzt unterdessen auf gefiederte Helfer und stellt die „Polizeitaube 2.0“ vor. Wie es auf ihrem Facebook-Profil heißt, geht die Polizei „im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und der endgültigen Abschaffung der Faxgeräte (...) neue Wege: Ab sofort (1. April) wird die Polizeitaube als zusätzliches Kommunikationsmittel eingeführt.“ Sie seien unter anderem unabhängig von Strom und Internet, datenschutzkonform und umweltfreundlich. Die Tauben solle man im Übrigen nicht füttern, da sie im Dienst seien. Könnte man ja sonst womöglich auch als Beamtenbestechung auslegen.

Der Scherz des Polizeipräsidiums Schwaben-Südwest wäre durchaus eine ernsthafte Überlegung wert: Wer sich regelkonform im Straßenverkehr verhält, erhält sein Steuergeld zurück. Bestärkung von positivem Verhalten! Das ist doch mal was.

Größere und kleinere Scherze

Neben aufwendigen und ausgeklügelten Aprilscherzen gibt es auch die kleineren, die nicht unbedingt auf den ersten Blick als Scherz auffallen.

Noch-Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) verkündete in einem Post auf Instagram, dass seine Liebe zur Rap-Musik nun unter die Haut gehe. Demnach habe er sich „C.R.E.A.M“ – einen Liedtitel des Wu-Tang Clans – als Tattoo stechen lassen. Das Akronym steht für „Cash rules everything around me“. „Weil Finanzpolitik voll unter die Haut geht“, wie Bayaz schreibt.

In Tübingen soll unterdessen der Biber, der an einer denkmalgeschützten Platanenallee nagt, mit Vergrämungsgeräuschen von seinem Genage abgebracht werden. Freiwillige sollen sich nach der Dämmerung einfinden, um beim Einsatz zu unterstützen. Klanggeräte sind selbst mitzubringen.

Unterdessen wurde im Zollern-Alb-Kreis verkündet, dass eine Hängebrücke die Hohenzollernburg mit dem Zeller Horn verbinden soll. Für alle Ortsunkundigen: Würde man diese Strecke laufen, würde man 3,2 Kilometer hinter sich bringen. Das wäre also eine verdammt lange Hängebrücke und nichts für Menschen, mit Höhenangst. Außerdem möchte der Kreistag mehr Freizeit. Das hätten einige gerne, 1. April hin oder her.