Nagetiere in Tübingen: Tübinger Biber nagt an der Platanenallee – heute kollektive Vergrämungsaktion

„So ein Konditionierungsimpuls kann binnen weniger Tage erfolgen“: Biberspuren auf der Tübinger Platanen-Allee.
Eike Freese mit KI- In Tübingen vergrämen heute Freiwillige einen Biber von der Platanenallee.
- Der Biber zeigt Frühjahrsaktivität und nähert sich der denkmalgeschützten Allee.
- Schutzgemeinschaft warnt: Gewöhnung an Platanen könnte schnell einsetzen.
- Geplant sind Vergrämungsgeräusche in 205–534 Hertz, Instrumente selbst mitbringen.
- Treffpunkt 18.45 Uhr an der Eberhardsbrücke – Ziel ist Schutz von Biber und Allee.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Biber am Tübinger Neckar, der dort seit rund zehn Jahren lebt (wir berichteten), hat sich weiter in Richtung Innenstadt vorgearbeitet. Der in Tübingen vor allem als „Freibad-Biber“ bekannte Nager könnte, so vermuten Biodiversitätssachverständige, verstärkt die Platanenallee als Materialreservoir ins Visier nehmen. Erste Spuren sind bereits zu sehen, der Biber zeigt die für ihn typische Frühjahrsaktivität und lotet die Grenzen seines Reviers aus.
Bis zu 50.000 Euro Strafe sind fällig
Wenn nicht zeitnah gegengesteuert wird, besteht die Gefahr, dass sich die Population an Geschmack und Nutzwert der Platanen gewöhnt und sie künftig als bevorzugtes Baumaterial verwendet. „So ein Konditionierungsimpuls kann binnen weniger Tage erfolgen“, warnt Sonja Pelzich von der Schutzgemeinschaft Schwäbischer Biber. Pelzich weist darauf hin, dass die Rechtslage von so einem Moment an sowohl den Biber als auch von ihm avisierte Platanen als sogenanntes Biotopisches Zirkulär-Schutzgut Kategorie 1-A.5 einordnet: „Den Biber von der Nutzung einer von ihm bereits ausgewählten Platane abzuhalten, wird dann mit bis zu 50.000 Euro bestraft.“
Schnelles Handeln sei wichtig, so Pelzich, um sowohl Denkmalschutz als auch das Wohlergehen des Bibers zu berücksichtigen. Deshalb ruft die Schutzgemeinschaft zu einer gemeinsamen Vergrämungsaktion am heutigen Mittwoch auf: Die SSB sucht Freiwillige, die bereit sind, heute nach Einbruch der Dämmerung auf der Allee Vergrämungsgeräusche zu machen. Biberohren reagieren besonders sensibel auf Geräusche in einem Frequenzbereich von 205 bis 534 Hertz. „Das sind Töne, die man etwa mit einer Klarinette, einer Blockflöte oder einer Vuvuzela effektiv hinkriegt“, so Pelzich: „Auch das Klopfen auf Schuhkartons liegt in diesem Frequenzbereich.“ Das Bibergehirn quittiert die Töne mit einem Aversionsreflex, hält sich im Normalfall von den assoziierten Platanen fern und konzentriert sich bei der Materialsuche hernach auf andere Bäume.
Treffpunkt für alle Engagierten ist am Beginn der Platanenallee auf der Seite der Eberhardsbrücke um 18.45 Uhr. Dann wird der Einsatz gemeinsam mit den Fachleuten der SSB geplant. Klanggeräte sind selbst mitzubringen.


