Anschläge geplant: Polizei fasst russische Spione in Bayern

Die Polizei in Bayreuth hat am Mittwoch zwei mutmaßliche Spione festgenommen. (Symbolbild)
Hendrik Schmidt/dpaZwei Männer, die am Mittwoch von der Polizei in Bayreuth festgenommen wurden, sollen potenzielle Anschlagsziele ausgekundschaftet haben, darunter auch Einrichtungen der US-Streitkräfte in Deutschland. Das teilte der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof am Donnerstag mit. Die beiden mutmaßlichen Agenten mit Verbindung zu Russland sind dringend verdächtig, in einem besonders schweren Fall für einen ausländischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein. Beide Männer sind deutsch-russische Staatsangehörige.
Mutmaßliche Spione in Bayern festgenommen
Bei dem Hauptbeschuldigten handelt es sich um den 39-jährigen Deutschrussen Dieter S. aus Bayern. Er soll sich seit Oktober 2023 mit Verbindungsleuten des russischen Geheimdiensts über Sabotageaktionen in Deutschland ausgetauscht haben. Ihm wird auch die Verabredung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und zur Brandstiftung sowie Agententätigkeit zu Sabotagezwecken und sicherheitsgefährdendes Abbilden militärischer Anlagen vorgeworfen. Die Ermittler durchsuchten Wohn- und Arbeitsort der beiden. Der „Spiegel“ hatte zuerst berichtet.
Konkret soll sich Dieter S. mit einer Person, die mit einem russischen Geheimdienst in Verbindung steht, seit mindestens Oktober vergangenen Jahres über mögliche Sabotageaktionen in Deutschland ausgetauscht haben. Die Aktionen sollten demnach insbesondere dazu dienen, die der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg geleistete militärische Unterstützung aus Deutschland zu unterminieren.
Sprengstoff- und Brandanschläge geplant
Dieter S. soll sich vor diesem Hintergrund gegenüber seinem Gesprächspartner bereiterklärt haben, Sprengstoff- und Brandanschläge vor allem auf militärisch genutzte Infrastruktur und Industriestandorte in Deutschland zu begehen. Dieter S. sammelte dem Generalbundesanwalt zufolge Informationen über potenzielle Anschlagsziele, darunter auch Einrichtungen der US-Streitkräfte. Der zweite Beschuldigte, Alexander J., half ihm demnach spätestens ab März 2024. Einige der ins Visier genommenen Objekte soll Dieter S. vor Ort ausgekundschaftet und fotografiert haben, etwa Militärtransporte.
Untersuchungshaft angeordnet
Für S. ordnete ein Ermittlungsrichter am Mittwoch Untersuchungshaft an. J. sollte am Donnerstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir wissen, dass der russische Machtapparat auch unser Land in den Fokus nimmt.“ Auf diese Bedrohung müsse Deutschland wehrhaft und entschlossen reagieren. Dem Generalbundesanwalt sei mit der Festnahme der beiden Männer ein „weiterer bedeutsamer Ermittlungserfolg“ im Kampf gegen das Sabotage- und Spionagenetzwerks des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, gelungen.
(Mit Material der dpa.)
