Preiskracher im Anmarsch?: So teuer könnte das Deutschlandticket ab 2026 werden

So teuer könnte das Deutschlandticket bald werden.
Fabian Strauch/dpaObwohl in dem Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union steht, dass der Preis für das Deutschlandticket stabil bleiben soll, wird nun über den zukünftigen Preis verhandelt. Wie teuer könnte das Deutschlandticket ab 2026 werden?
So teuer kann das Deutschlandticket werden
Die Länder verhandeln über den konkreten Betrag für das Deutschlandticket. Falls sich die Länder nicht auf die Finanzierung der Mehrkosten einigen könnten, wäre das Ticket mit 62 Euro pro Monat nicht mehr unterfinanziert, heißt es aus Länderkreisen. Die Unions-Länder würden eine Erhöhung auf 64 Euro bevorzugen. Davon berichteten dpa und die Tagesschau.
Aktuell kostet das Deutschlandticket 58 Euro pro Monat, nachdem der Preis Anfang 2025 angehoben wurde. 49 Euro hat das Ticket vorher gekostet. Die Verkehrsminister der Länder verhandeln derzeit über den Preis, der nächstes Jahr auf 62 bis 64 Euro steigen könnte. Bereits seit Monaten stocken die Verhandlungen über die Finanzierung des Deutschlandtickets.
Stabiler Preis oder Indexpreis?
Beim Deutschlandticket darf es aus Sicht von Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert (BSW) nicht jedes Jahr neuen Streit um den Preis geben. Bei der Sonderverkehrsministerkonferenz in München am 18.9.2025 geht es um die Finanzierung und die Frage, bleibt es bei 58 Euro oder wird das Nahverkehrs-Ticket teurer.
„Das Deutschlandticket braucht endlich eine verlässliche Grundlage. Es muss über mehrere Jahre hinweg finanziell abgesichert sein, damit es nicht jedes Jahr neue Diskussionen über den Preis gibt“, sagte Verkehrsminister Tabbert auf Anfrage der dpa. „Solche Debatten verunsichern die Fahrgäste und gefährden den Erfolg dieses Tickets.“
Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) kritisierte eine Erhöhung des Ticketpreises. „Es wäre für die Mobilitätswende fatal, das Ticket derart zu verteuern, dass der positive Effekt, die Menschen vom Auto in Bus und Bahn umsteigen zu lassen, verpuffen würde“, sagte die SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Bereits die jüngste Erhöhung wirke sich negativ aus, jede weitere Preiserhöhung hätte weitere negative Folgen.
Verkehrsverbünde und der Sozialverband Deutschland werben für eine rasche Einigung über die weitere Finanzierung des Deutschlandtickets. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mahnte „einen neuen Pakt für das Deutschlandticket“ an. Bund und Länder sollten sich darauf einigen, die Zuschüsse zum Deutschlandticket und den Abopreis gemäß einem Kostenindex regelmäßig zu erhöhen, sagte der Chef des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), Oliver Wittke, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag).
„Ich halte es für falsch, jede Preiserhöhung auszuschließen, wenn die Finanzierung eben so schwierig ist“, erklärte Wittke. Eine erneute Hängepartie wie im vergangenen Jahr verunsichere nur die Bürger. Die Zuschüsse von Bund und Ländern könnten sich entsprechend einem Index der Kosten für Energie, Trassenpreise und Lohnerhöhungen nach oben bewegen, während auch der Preis des Deutschlandtickets nach einem solchen Index steige, erläuterte Wittke. Die Politik müsse die Zuschüsse verstetigen, die Fahrgäste sollten einen fairen Beitrag zahlen, und der öffentliche Nahverkehr müsse effektiver und besser werden.
