Olympia 2026: Deutsche Snowboarder räumen sich gegenseitig ab – frühes Aus für Lörracher Leon Ulbricht

Das war nichts: Leon Ulbricht nach seinem frühen Ausscheiden im Snowboard Cross.
Oliver Weiken/dpaDie Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das hatten sich die deutschen Snowboard-Crosser wohl anders vorgestellt. Zu viert waren sie zu den Olympischen Spielen angereist, doch bereits nach dem Viertelfinale am Donnerstag waren alle raus. Am dramatischsten traf es dabei Youngster Leon Ulbricht und Routinier Martin Nörl, die sich in einem Überholmanöver gegenseitig abräumten und damit ausschieden. Dabei hatten beide bis zu diesem Zeitpunkt aussichtsreich im Rennen gelegen.
„Ich habe gar nicht richtig mitbekommen, was passiert ist. Ich bin mit dem Rücken zu den anderen gefahren und auf einmal war mein Board weg, ich lag auf dem Rücken, den Kopf im Zaun.“, sagte Ulbricht nach dem Rennen. Kritik in Richtung Rennleitung kam vom früheren Weltcup-Gesamtsieger und WM-Dritten Nörl, der sich fragte, warum sich die Jury den Lauf nicht nochmal angeschaut habe. Der Grund: Dem Sturz voraus gegangen war in einer engen Linkskurve ein Kontakt mit dem US-Amerikaner Nick Baumgartner, in dessen Folge er ins Rutschen kam. „Dass ich stürzte, hatte mit einem Kontakt zu tun“, betonte er. „Ich sage nicht, dass der Amerikaner hätte disqualifiziert werden sollen – aber ich hätte mir gewünscht, dass man die Situation nochmal betrachtet.“
Ulbricht mit starken Starts
Dass die beiden Deutschen um die vorderen Platzierungen hätten mitfahren könne, hatten sie in den vorangegangenen Rennen gezeigt. Ulbricht lieferte in der Qualifikation die drittbeste Zeit aller Athleten. Vor allem der Start gelang ihm besser als anderen. Gemeinsam bestritten die beiden Pechvögel schon das Achtelfinale. Da noch mit Erfolg. Durch einen Doppelsieg qualifizierten sie sich für das Viertelfinale. In dem Rennen startete Ulbricht zunächst wieder stark und ging in Führung. Im weiteren Verlauf wurde er von Baumgartner und Nörl überholt. Dann kam es zur Kollision.
„Nachdem ich mir das Video angeguckt habe kann ich sagen, an Nick Baumgartner Stelle wäre ich auch so gefahren, an Martins Stelle wäre ich genauso gefahren – das ist einfach unser Sport, da gehören Kollisionen dazu“, zeigte sich Ulbricht nach dem Rennen gefasst, auch wenn er natürlich enttäuscht sei: „Ich hätte gerne heute Abend was zu feiern gehabt, stattdessen werde ich eher nicht feiern.“ Trotzdem sei er mit seiner Leistung zufrieden gewesen: „Ich bin gut gefahren.“
Peking-Olympiasieger verteidigt Titel
Für ihre Teamkollegen Niels Conradt und Julius Reichle war bereits eine Runde früher Schluss. In ihren Achtelfinals belegten beide Snowboarder jeweils Rang vier. Gold sicherte sich wie schon vor vier Jahren in Peking der Österreicher Alessandro Hämmerle. In einem packenden Finale setzte er sich wie schon 2022 gegen den Kanadier Eliot Grondin durch, der sich erneut mit Silber begnügen musste. Bronze ging an den früheren Weltmeister Jakob Dusek aus Österreich.
Die deutschen Snowboarder drohen nun, wie schon vor vier Jahren, wieder ohne Medaillen nach Hause zu fahren. Größte Hoffnungsträgerin war Ramona Hofmeister, doch auch sie war früh im Parallel-Riesenslalom gescheitert. Hoffnungen ruhen nun noch auf Annika Morgan und Noah Vicktor im Slopestyle.
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