Nach Ulm-Spiel
: HSV-Fans wollen Kabine stürmen – mehrere Verletzte bei Aufstiegsfeier

Fans des Hamburger SV feiern eine rauschende Aufstiegs-Party. Viele Stadionbesucher stürmen nach dem Spiel auf den Rasen. Die Situation wird brenzlig - und in mindestens einem Fall lebensbedrohlich.
Von
dpa
Hamburg
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Hamburgs Fans stürmen nach dem Spiel den Rasen und feiern den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Marcus Brandt/dpa
  • Beim HSV-Aufstiegsfeier in Hamburg gab es fast zwei Dutzend Schwerverletzte.
  • Ein Mensch wurde lebensbedrohlich verletzt.
  • 19 Fans schwer verletzt, 5 leicht verletzt.
  • Insgesamt 44 Patienten medizinisch versorgt.
  • HSV stürmt nach 6:1 gegen Ulm in die Bundesliga.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die explosive Wucht der Emotionen war nach dem Schlusspfiff im Volksparkstadion und in der Stadt noch lange zu spüren. Nach sieben Jahren Zweitklassigkeit löste die Rückkehr des Hamburger SV in die Fußball-Bundesliga bei den Aufstiegshelden um den jungen Cheftrainer Merlin Polzin und bei den Fans riesige Gefühlswellen aus.

„Es ist mir so vorgekommen, als hätte einer seit sieben Jahren eine große Champagnerflasche geschüttelt, und heute hat einer den Korken aufgemacht“, sagte Sportvorstand Stefan Kuntz (62) beim Sender Sky nach dem erlösenden 6:1-Sieg gegen den SSV Ulm vor 57.000 Zuschauern. Mit dem Erfolg sind die Hamburger am letzten Zweitliga-Spieltag nicht mehr von einem der ersten beiden Tabellenplätze zu verdrängen, die den Direkt-Aufstieg bedeuten.

HSV-Anhänger stürmen den Rasen

Ein Platzsturm nach dem Abpfiff, Autokorso auf der Reeperbahn, Feuerwerk am Stadion und immer wieder Bierduschen: Fans, Spieler und Trainer waren außer Rand und Band. Allerdings kam es auch zu unschönen Szenen mit üblen Folgen. Als Fans von den Tribünen auf den Rasen sprangen und in Massen das Feld stürmten, wurden 20 Menschen schwer verletzt. Einer von ihnen schwebte danach gar in Lebensgefahr. Ein Großaufgebot von mehr als 60 Rettungskräften und Feuerwehrleuten musste sich um die Verletzten kümmern.

Rettungskräfte im Einsatz nach dem Spiel vor dem Volksparkstadion.

Marcus Brandt/dpa

Die HSV-Profis um Kapitän Ludovit Reis bekamen davon allenfalls am Rande etwas mit. Sie stürmten Polzins Pressekonferenz und schütteten ihm Bier über den Kopf. Der 34-Jährige nahm es gelassen und sagte: „Die Jungs können nicht nur gut Fußball spielen, sie können auch gut feiern.“ Für die Nacht kündigte er seiner Familie, seinen Freunden, dem Trainer-Team und seinem Staff schon mal an: „Wir werden gemeinsam erst das Stadion abreißen, dann die Stadt.“

Polizei muss Fans vom Kabinentrakt fernhalten

Der HSV hatte am Abend durch das 6:1 gegen den SSV Ulm nach sieben Jahren Zweitklassigkeit die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Schon einige Minuten vor dem Spielende stürmten einige Anhänger Richtung Rasen, warfen teils Werbebanden um. Mit dem Ende der Partie gab es dann kein Halten mehr. Die Polizei musste Fans davon abhalten, in den Kabinentrakt zu gelangen.

Das Videostandbild zeigt Rettungskräfte im Einsatz nach dem Spiel vor dem Stadion.

Marcus Brandt/dpa

Die Einsatzkräfte hatten am Wochenende viel mit Großveranstaltungen zu tun. Neben dem HSV-Aufstieg feierten Menschen den 836. Hafengeburtstag in der Stadt, zudem trat Schlagerstar Roland Kaiser in der Barclays Arena in der Nähe des Stadions auf.

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