Zu wenig Umsatz
: Endgültiges Aus! Aldi schließt seinen Online-Shop

Vier Jahre lang hat Aldi versucht, seine Waren auch in einem eigenen Online-Shop zu verkaufen. Warum es damit nun bald Schluss ist und wieviele Mitarbeiter betroffen sind.
Von
Caroline Strang,
dpa
Essen
Jetzt in der App anhören
Aldi will Onlineshop Ende September einstellen

Aldi will seinen Online-Shop Ende September einstellen

Georg Hilgemann/dpa
  • Aldi schließt seinen Online-Shop Ende September; rund 80 Mitarbeiter betroffen.
  • Umsatz lag zuletzt bei 33,9 Millionen Euro; Lidl erzielte knapp 800 Millionen Euro.
  • Hohe Investitionen und starke Konkurrenz führten zur Entscheidung.
  • Online-Shop war gemeinsames Projekt von Aldi Nord und Süd.
  • Apps und Angebote wie "Aldi Talk" bleiben bestehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fahrräder, Laptops, Laubbläser und Mikrowellen: Das und vieles mehr gibt es im Online-Shop von Aldi Nord und Aldi Süd. Aber nicht mehr lange. Denn der Betrieb soll Ende September eingestellt werden, wie die Lebensmitteldiscounter ankündigten. Man wolle sich auf das Kerngeschäft und den stationären Handel fokussieren, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die starke internationale Konkurrenz hätte fortlaufend hohe Investitionen erfordert, die Aldi im Norden und Süden im Filialgeschäft verdienen müssten. Das scheint den Verantwortlichen in Essen und Mühlheim/Ruhr zu riskant geworden zu sein.

Bestellungen im Online-Shop seien noch bis zum 30. September möglich. Kundinnen und Kunden sollen über einen Newsletter sowie einen Hinweis auf der Website informiert werden. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dem Vernehmen nach ihre Jobs verlieren. Zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ (LZ) berichtet.

Der Online-Shop war laut LZ das einzige Geschäftsfeld, das Aldi Süd und Nord im Rahmen eines Joint Ventures gemeinsam betrieben. An der vor vier Jahren dafür gegründeten Aldi E-Commerce GmbH waren beide Schwestergesellschaften zu jeweils 50 Prozent beteiligt.

Nur knapp 34 Millionen Euro Umsatz

Doch die Umsätze ließen von Anfang an zu Wünschen übrig. Der letzte veröffentlichte Umsatz lag im Jahr 2023 bei  33,9 Millionen Euro. Zum Vergleich: Laut EHI-Institut lag der Umsatz des deutschen Online-Geschäfts von Discounter-Konkurrent Lidl zuletzt bei knapp 800 Millionen Euro. Wobei laut LZ der über den Aldi-Shop abgewickelte Umsatz eigentlich höher ausfällt, weil nur mit der angefallenen Provision bilanziert werde.

Wie wenig einträglich der Shop war, zeigen auch andere Zahlen. In diesem Jahr sollte zwar erstmals ein Gewinn erzielt werden. Das galt allerdings nur vor Verkündigung der Schließung. 2023 stand ein Minus in Höhe von 4,8 Millionen Euro in den Büchern, im Jahr zuvor waren es noch über 9 Millionen.

Betroffen ist nur der Online-Shop, in dem fast ausschließlich Nonfood-Artikel verkauft werden wie Haushaltsgeräte, Multimedia, Heimwerkerbedarf und Einrichtungsgegenstände. Die Apps und Internetpräsenzen der beiden Discounter soll es weiterhin geben. Hier finden sich Rezepte und aktuelle Sonderangebote für Lebensmittel, die in den Aldi-Filialen erhältlich sind. Dort können Kunden auch künftig Produkte aus dem Nonfood-Bereich kaufen. Angebote wie „Aldi Talk“, „Aldi Reisen“ und „Aldi Foto“ bleiben ebenfalls bestehen.