Zinssenkung: EZB senkt Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte

Europas oberste Währungshüter entscheiden in ihrer turnusmäßigen Sitzung über den Leitzins im Euroraum.
Arne Dedert/dpa- EZB senkt erneut Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte.
- Zentraler Leitzins liegt nun bei 2,5%.
- Sechste Zinssenkung seit letztem Sommer, fünfte in Folge.
- Entscheidung traf EZB-Rat in Frankfurt.
- Maßnahme soll Wirtschaft im Euroraum stärken.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) senkt ihre drei Leitzinssätze erneut um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Der zentrale Leitzins, der Einlagenzins, zu dem Geschäftsbanken Geld bei der EZB anlegen, liegt so zukünftig bei 2,5 Prozent, wie die Bank am Donnerstag nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt am Main mitteilte. Für das laufende Jahr senkten die Notenbanker zudem ihre Wachstumsprognose, während sie die Inflationsprognose leicht anhoben.
Für 2025 geht die EZB nun von einem Wirtschaftswachstum um 0,9 Prozent statt wie zuvor um 1,1 Prozent aus. Den Erwartungswert für 2026 korrigierte sie von 1,4 auf 1,2 Prozent nach unten. Die Inflationserwartung hob sie um 0,2 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent.
Schwächelnde Wirtschaft in der Eurozone
Die Leitzinssenkung ist die sechste seit vergangenem Sommer und die fünfte in Folge. Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen können, liegt nun bei 2,65 Prozent, der Zins zur kurzfristigen Beschaffung von Geld, der Spitzenrefinanzierungssatz, bei 2,90 Prozent.
Die EZB reagiert nach eigenen Angaben auf die weiter schwächelnde Wirtschaft in der Eurozone. Insbesondere die Aussichten von Europas größter Volkswirtschaft Deutschland sind weiterhin trüb. Durch die Entscheidung der Notenbankerinnen und Notenbanker dürften sich Kredite für Unternehmen und Privatleute verbilligen, was die Wirtschaft ein wenig ankurbeln könnte.
Erstmals im Juni 2024 Leitzins gesenkt
Gleichzeitig muss die EZB die Inflation im Blick behalten. Diese war zu Jahresbeginn leicht angestiegen, sank im Februar dann wieder um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Ziel der EZB ist eine Teuerung von 2,0 Prozent. Hier sieht die Notenbank sich aber auf einem guten Weg.
„Die Inflation hat sich im Wesentlichen weiterhin im Einklang mit den Erwartungen unserer Fachleute entwickelt, und die jüngsten Projektionen stimmen eng mit den bisherigen Inflationsaussichten überein“, erklärte die Bank. Für 2026 prognostiziert sie nun eine Inflation von 1,9 Prozent, 2027 sollen dann 2,0 Prozent erreicht werden.
Die EZB hatte im vergangenen Juni erstmals die Leitzinsen gesenkt. Nach einer Zinspause im Juli folgten dann im September, Oktober, Dezember und auch bei der ersten Sitzung in diesem Jahr die nächsten Schritte nach unten. Bis Oktober 2023 hatte die EZB zuvor die Leitzinsen als Reaktion auf die hohe Inflation schrittweise angehoben.
