Weltspartag
: Für wen sich das Sparen lohnt – für wen nicht

Am 30. Oktober ist Weltspartag – Gelegenheit für regionale Banken und Sparkassen, kleine und große Geldanleger anzulocken. Doch sowohl für Kleinsparer als auch auf Tagesgeldkonten haben sie oft wenig zu bieten.
Von
Matthias Schiermeyer
Stuttgart
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Geld steckt im Bauch eines Sparschweins. Am 30. Oktober 2023 ist Weltspartag. +++ dpa-Bildfunk +++

Jungsparer mit Vorliebe für das Sparschwein erfreuen sich an vielen Münzen – weniger an wachsenden Tagesgeldkonten oder ähnlichen Sparformen.

dpa
  • Weltspartag am 30. Oktober: Banken werben, doch der frühere Andrang bleibt aus.
  • Sicherheit ist laut „Vermögensbarometer 2026“ wichtigstes Anlagekriterium, dann Rendite.
  • Tagesgeld: Aktionszinsen teils mit Vier vor dem Komma, aber oft nur befristet gültig.
  • Durchschnittlicher Aktionszins seit Mitte September etwa 3 Prozent – Standardzinsen oft niedriger.
  • Regionale Banken zahlen wenig auf Tagesgeld, holen beim einjährigen Festgeld leicht auf.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Am Freitag ist Weltspartag – was die Finanzbranche nutzt, um auf ihre Angebote hinzuweisen, selbst wenn diese mit Münzen im Sparschwein nichts mehr gemein haben. Doch der Charme dieses Tages ist passé: Lange Schlangen erwartungsfroher Kinder mit ihrem Ersparten in der Hand bilden sich in den Bankfilialen schon lange nicht mehr. Und das klassische Sparbuch ist auch längst dem Sparkonto oder der Sparcard gewichen.

Die Zinsen auf den sogenannten Einlagekonten sind selbst aus Sicht der Kinder nicht mehr lukrativ. Und wer ihnen noch die Wirkung der Inflation erklärt, läuft Gefahr, dass der Nachwuchs das Sparen einstellt.

Sicherheit hat höchste Priorität für Geldanleger

Der Sparkassen-Verband Baden-Württemberg nutzt den Weltspartag, sein „Vermögensbarometer 2026“ vorzulegen – eine repräsentative Umfrage, nach der das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage die Sicherheit sei, wie es heißt. 66 Prozent der Befragten hätten dies angegeben. Auf Platz zwei folgt eine gute Rendite und danach die Höhe des Zinses.

Aktionsangebote mit der Vier vor dem Komma

Doch wo gibt es noch echte Zinserträge? Die Tagesgeldkonten haben über den Sommer  weiter an Attraktivität zugelegt, die Zinsen steigen seit Jahresanfang kontinuierlich an. Die für mehrere Monate gültigen Aktionsangebote, die vor allem Neukunden anlocken sollen, haben in seltenen Fällen sogar die Vier vor dem Komma. Vergleichsportale geben einen guten Überblick.

In jedem Fall sollte der Anleger genau hinschauen, wie das Lockangebot konditioniert ist – vor allem für wie viele Monate der erhöhte Zins gilt. Denn oftmals folgt dann ein niedriger Standardzins, was schnelles Wechseln erfordert, um eine gute Rendite zu erzielen. Manche Banken bieten keinen Aktionszins, dafür aber einen ansprechenden Standardzins. Zudem ist ein Teil der Anbieter im Ausland ansässig. Die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland schützt Guthaben bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank bei allen Banken der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums.

Nach Beobachtungen des Vergleichsportals Biallo liegt der durchschnittliche Aktionszins seit Mitte September fast unverändert bei rund drei Prozent. Dafür erhalten nun selbst Bestandskunden – zumindest bei überregionalen Banken – seither etwas mehr: 1,48 nach 1,43 Prozent vor anderthalb Monaten.

Regionale Banken dagegen knausern weiterhin bei den Aktionszinsen, wie Biallo bekräftigt: Demnach zahlen die Sparkassen regulär im Schnitt 0,49 Prozent, bei den  Volks- und Raiffeisenbanken gibt es unverändert 0,57 Prozent. Überregionale Banken zahlen ihren Bestandskunden damit ungefähr dreimal so viel wie die Sparkassen. Wer also sein Erspartes auf dem Tagesgeldkonto der Hausbank parkt, profitiert kaum von den gestiegenen Leitzinsen, stellt das Vergleichsportal fest.

Regionale Banken holen bei Festgeldzinsen auf

Beim Festgeld immerhin holen die regionalen Institute auf. Nach einem deutlichen Zinsanstieg bis Mitte September geht es beim Festgeld langsam weiter aufwärts. Somit sind bei einjähriger Laufzeit leicht 3 Prozent und mehr erhältlich. Die Regionalbanken ziehen jetzt nach: Die Sparkassen zahlen für einjähriges Festgeld im Schnitt 0,27 Prozentpunkte mehr als Mitte September.

Auch die Börse Stuttgart versucht, vom einstigen Glanz des Weltspartags noch etwas abzubekommen: Die Gruppe betreibt die Trading-Plattform Bison und versichert daher, dass viele Menschen anlässlich dieses Datums nicht nur an Sparbuch, Tagesgeld oder ETF-Sparplan denken, sondern dass „auch Kryptowährungen dazugehören“. Gut ein Viertel der Bison-Kunden hat demnach per Sparplan in Bitcoin & Co. investiert – in eine Anlageform also, die oft nicht einmal die Erzieher der kleinen Sparschwein-Besitzer verstehen.