Spenden zu Weihnachten: So kommt Ihr Geld am besten an

„Brot für die Welt“ ist eine der Hilfsorganisationen, die Spenden für Bedürftige einsammelt und als seriös eingestuft wird.
Hermann Bredehorst/epd- Deutsche spendeten 2023 rund 5 Milliarden Euro für wohltätige Zwecke.
- Spenden sank um 700 Millionen Euro im Vergleich zu 2022.
- DZI-Siegel und andere Zertifikate helfen, seriöse Organisationen zu erkennen.
- Experten betonen: Spenden ohne Druck und mit Bedacht.
- Steuerliche Absetzbarkeit von Spenden bis zu 20% des Einkommens möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Advent soll ja eigentlich eine Zeit der Besinnung und der Ruhe sein. Bei den meisten Menschen sieht das anders aus. Stress in der Arbeit, viele Termine und dann noch die leidige Suche nach schönen Geschenken. Trotz allem nehmen sich aber viele Menschen noch Zeit, über den Familie- und Freundeskreis hinaus an andere Menschen zu denken. Im Dezember wird besonders viel Geld an Hilfsorganisationen gespendet. Wie viel das ist und wie man damit besonders viel Gutes bewirken kann, erklären Experten.
Wie viel spendeten die Deutschen 2023 insgesamt?
Die Deutschen haben im abgelaufenen Kalenderjahr 2023 rund 5 Milliarden Euro gespendet. Rund 17 Millionen Menschen haben im Jahr 2023 mindestens einmal Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen gespendet.
Wie hat sich die Spendenbereitschaft entwickelt?
Im Vergleich zum Vorjahr sank die Spendensumme 2023 um etwa 700 Millionen Euro beziehungsweise 12 Prozent. Die Spenderzahl sei im Vergleich zum Jahr 2022 um 1,7 Millionen Menschen (minus 9 Prozent) gesunken. „Die Deutschen zeigten sich auch im vergangenen Jahr wieder überaus solidarisch“, erklärt Martin Wulff, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats. Die Normalisierung der Geldspendeneinnahmen auf das Niveau der Jahre 2017 oder 2019 sei mit Blick auf die großartigen Unterstützungsleistungen im Zusammenhang mit der Ahrtal-Katastrophe und dem beginnenden Krieg gegen die Ukraine in den Jahren 2021 und 2022 zu erwarten gewesen. „Zudem spürt jeder Mensch in unserem Land die Teuerung der vergangenen zwei Jahre und stellt sich darauf durch eine Fokussierung auf das persönlich Notwendige ein“.
Wie finde ich seriöse Organisationen?
Einerseits kann man an Organisationen und Initiativen spenden, die man persönlich kennt und denen man vertraut. Andererseits hilft auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das die Institutionen überprüft und ein Spendensiegel vergibt. Rund 230 Organisationen dürfen dieses Siegel führen, sie sind auf der DZI-Homepage aufgeführt. Wobei Jörg Leine, Steuerexperten beim Geldratgeber Finanztip, ergänzt: „Das DZI-Zeichen ist ein deutlicher Hinweis, dass alles seine Ordnung hat – seine Abwesenheit muss aber noch kein Alarmzeichen sein“. Gerade für kleinere Wohltäter sei der bürokratische und finanzielle Aufwand der Prüfung oft zu hoch.
Als Alternative gebe es andere, kostenlose Siegel, etwa das der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, das „Wirkt!“-Zeichen von Phineo und das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats an seine Mitgliedsorganisationen. Stiftung Warentest hat aktuell die zwölf größten Kinderhilfsorganisationen getestet, darunter Unicef, SOS-Kinderdorf und Kindernothilfe. Das Ergebnis bezeichnen die Experten als erfreulich: Allen getesteten Organisationen könne man sein Geld anvertrauen.
Wie erkenne ich unseriöse Einrichtungen?
Die DZI-Experten weisen auf einen wichtigen Aspekt hin: Spenden vertragen keinen Druck. Sie sagen ganz klar: „Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – weder durch aufdringlich auftretende Werber an der Haustür oder auf der Straße, noch durch zu emotionale Spendenbriefe“. Denn Spenden und Fördermitgliedschaften seien freiwillige Gaben, zu denen niemand überredet oder genötigt werden sollte. Stark Mitleid erweckende und gefühlsbetonte Werbung seien ein Kennzeichen unseriöser Organisationen.
Mit welchen Spenden können die Organisationen am besten helfen?
Es ist sinnvoll, seine Spenden auf wenige Organisationen zu konzentrieren. „Das erleichtert Ihnen die Seriositätsprüfung und mindert den Werbe- und Verwaltungsaufwand der Organisationen. Wer vielen Hilfswerken spendet, wird von all diesen Organisationen als ‚aktiver Spender‘ registriert und um so mehr Werbung erhalten“, erklärt das DZI. Geld könne von den Hilfswerken meist flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden. Teure Transportwege entfallen so, viele Produkte können billiger vor Ort gekauft werden und stärken außerdem die Wirtschaft am Zielort. Sachspenden seien dann empfehlenswert, wenn seriöse Organisationen wie lokale Kleiderkammern gezielt um sie bitten.
Am besten sei die freie Spende, also ein Betrag, der nicht an einen Zweck gebunden überwiesen wird. Zweckgebundene Spenden „engen den Entscheidungsspielraum der Hilfswerke stark ein, verursachen zusätzlichen Verwaltungs- und Werbeaufwand und benachteiligen für zweckgebundene Werbung nicht geeignete Hilfszwecke“, so das DZI.
Wie spende ich am einfachsten?
Am einfachsten spendet man laut Leine per Überweisung oder über die Webseite einer Organisation. Bei SMS-Spenden oder Portalen sollte man dabei unbedingt auf Gebühren und Provisionen achten. „Am Ende landet so möglicherweise nur ein Teil des Geldes dort, wo es hin soll.“
Spende auf der Steuererklärung
Spenden lassen sich laut Finanztip-Steuerexperte Jörg Leine relativ einfach absetzen. Man trägt sie wie Mitgliedsbeiträge in der Anlage Sonderausgaben (ab Zeile 5) der Steuererklärung ein. Bei Summen bis 300 Euro reiche dafür ein sogenannter vereinfachter Nachweis, also zum Beispiel der Überweisungsträger oder eine Buchungsbestätigung. Für alles, was darüber hinausgeht, sollte man sich von der Organisation eine Spendenquittung schicken lassen. Laut Commerzbank können Spenden können bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Ein Beispiel: Bei einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro könnten man Spenden bis zu einer Höhe von 8000 Euro steuerlich geltend machen.


