Wegen Elektroautos: Ford streicht bis zu 1.000 Stellen in Köln

Wegen schwacher Nachfrage nach Elektrofahrzeugen streicht der Autobauer Ford in der Kölner Produktion bis zu 1.000 Stellen.
Federico Gambarini/dpaWegen schwacher Nachfrage nach Elektrofahrzeugen streicht der Autobauer Ford in der Kölner Produktion bis zu 1.000 Stellen. Man stelle Anfang 2026 vom bisherigen Zwei-Schicht-Betrieb auf Ein-Schicht-Betrieb um, teilte das Unternehmen mit.
Ford stellt im Januar 2026 auf Ein-Schicht-Betrieb um
Ford kündigte an, ab Januar vom bisherigen Zwei-Schicht-Betrieb auf eine Ein-Schicht-Regelung umzusteigen. Bereits vor knapp einem Jahr hatte das Management einen anderen Sparplan vorgestellt, der zu heftigen Protesten und dem ersten Streik in der Geschichte der Kölner Ford-Werke geführt hatte. Diesen Plan hatten die Beschäftigten erst kürzlich widerwillig akzeptiert.
Ford will Gespräche mit Arbeitnehmerseite führen
Das 2024 gestartete Sparprogramm sieht vor, am Standort bis Ende 2027 insgesamt 2.900 Stellen in Verwaltung, Entwicklung und weiteren Bereichen abzubauen. Den Mitarbeitern sollen freiwillige Abgänge mit Abfindungen oder die Möglichkeit zur Altersteilzeit angeboten werden. Nun soll das Programm um bis zu 1.000 weitere Stellen erweitert werden – die genaue Zahl ist noch offen. Zunächst sollen Gespräche mit der Arbeitnehmerseite geführt werden. Am Ende könnten es knapp unter 1.000 sein.
Der Zeitdruck ist hoch: Schon im Januar 2026 soll die Zahl der Arbeitsplätze entsprechend reduziert sein. Sollten die Pläne umgesetzt werden, hätte Ford in gut zwei Jahren nur noch etwa 7.600 Beschäftigte. Ende des vergangenen Jahrzehnts waren es rund 20.000 gewesen.
Ernüchternde Absatzzahlen bei Ford
Der Absatz verlief zäh: Von Januar bis August 2024 wurden in Deutschland rund 74.000 Ford-Pkw zugelassen, davon etwa 20.000 mit Elektroantrieb, wie das Kraftfahrtbundesamt (KBA) berichtet. Darin enthalten sind auch Elektrofahrzeuge von Ford, die nicht in Köln hergestellt werden – genaue Zahlen zu den Kölner Stromern liegen nicht vor. Der Marktanteil von Ford stieg seit Jahresbeginn von 3 auf 4,5 Prozent. Zwar geht es leicht aufwärts, das Niveau bleibt jedoch niedrig.
